Sie ist wieder da – mein Weg zurück zur Periode

Sie ist wieder da – mein Weg zurück zur Periode

Nach dem Absetzen der Pille im Oktober 2017 blieb meine Menstruation aus. Jetzt – nach 2,5 Jahren – habe ich wieder eine Blutung. Was habe ich unternommen, um wieder einen geregelten Zyklus zu bekommen? Weshalb habe ich meine Therapie abgebrochen? Und wie viel wiege ich heute? In diesem Blogpost verrate ich euch, was mir auf meinem Weg geholfen hat. Aber auch, was ich nicht verändert habe, obwohl viele kritische Stimmen mich eindringlich dazu drängten… 

8. Januar 2020: Sie ist wieder da. Schon zum zweiten Mal. Ich blute. Meine Menstruation ist zurück. Immer wieder wiederhole ich für mich diese Worte, während mein Blick immer gläserner wird. Es ist, als müsste ich mir selbst immer wieder bestätigen, dass das das Blut, das ich gerade habe in die Toilettenschüssel fliessen sehen, wirklich mein eigenes ist. Die Tränen strömen nur so über meine Wangen. Ich falle auf die Knie und falte meine Hände vor meinem Herz. Eine Mischung aus Freude und unendlicher Erleichterung bricht aus mir heraus. Jetzt erst wird mir klar, was sich alles in mir angestaut hat. Der riesige Fels an Angst, Verdrängung und Zweifel, der auf meiner Schulter in den letzten 2,5 Jahren ungefragt immer grösser und schwerer wurde, bröckelt. Er stürzt regelrecht ein, ich fühle mich mit jedem Atemzug wieder leichter und vollkommen. Ich bin wieder ich. Und ich habe sie zurück, meine Periode.

 

Mein bislang schwierigster Spagat

Es war ein langer und harter Weg bis hierhin. Und bis vor ein paar Wochen wusste ich nicht, wie lange er noch sein würde. Über zwei Jahre hat es gedauert, bis ich nach dem Absetzen meiner Pille im Oktober 2017 (ich hatte sie fast 8 Jahre genommen) wieder eine Blutung bekam. Während dieser Zeit habe ich von Anfang an öffentlich auf meinem Blog und Instagram geteilt, was mit mir und meinen Körper passiert – oder eben nicht geschieht. Ich war erschrocken zu sehen, wie viele junge Frauen mein Schicksal teilen, wie viele da draussen genau dasselbe durchmachen wie ich. Das gab mir Kraft und Antrieb, nicht zu verstummen, weiter mit dem Tabu zu brechen. Und dennoch waren da auch die negativen Stimmen, die sich trotz allen Zuspruchs nicht verleugnen, geschweige denn ignorieren liessen. Von Frauen, die nur darauf warteten, dass ich meine Schwachstelle entlarven würde. Die Kommentare, Privatnachrichten und Mails trafen mitten in mein Herz. Sie machten mir Angst, liessen mich zweifeln, verunsicherten mich.

„Kann es sein, dass du mangelernährt bist? Du schaust so ungesund dünn aus, beinahe anorektisch. Natürlich bleibt da die Blutung aus.“

„Das liegt am Veganismus. Zwei Monate Fleisch und Milch und du wärst wieder gesund. Dann würdest du auch nicht so mager und alt aussehen.“

„Du musst mit dem Sport aufhören, du übertreibst es. Das tut dir nicht gut. Und mehr essen würde auch nicht schaden. Aber du wirst meinen Kommentar ja sowieso löschen. Selber schuld!“

Das sind nur drei von vielen weiteren Kommentaren, die ich unter meinem Postings lesen musste. Ich würde lügen wenn ich sage, dass mich das nicht getroffen hätte. Doch ich hatte einen starken Willen und liess mich nicht von meinem Weg und meiner ganz eigenen Wahrheit abbringen.

 

Ganz oder gar nicht: Ich, die Extreme

In den ersten Monaten, in denen ich meine Periode nicht bekam, habe ich mich innerlich so gestresst, dass ich mich wohl noch mehr verkrampfte. Das ganze erste Jahr verbrachte ich damit, meine Amenorrhö zu verdrängen, sie tot zu schweigen und immer abzuwinken, wenn mich eine Freundin darauf ansprechen wollte. Die meisten Menschen in meinem Umfeld wussten aber gar nicht erst davon. Auch Chris konnte ich nicht erzählen, wie ich mich wirklich fühlte. Wahrscheinlich, weil ich selbst nicht wusste, wie sehr es mich wirklich beschäftigte. Dieser Verdrängungskampf – sage ich heute rückblickend – war das schlimmste Gift von allen. Weil ich dadurch nicht nur die Amenorrhö, sondern auch einen Teil meiner Selbst verleugnet habe.

Darauf folgte eine Phase, die dem puren Gegenteil von Verdrängung entsprach. Ich las ALLE Artikel, Bücher und Blogs zum Thema Ausbleiben der Periode, die es auf dem Markt gibt. Und wenn ich sage alle, dann meine ich das so. Ich kniete mich da richtig rein. So tief, dass ich irgendwann – vor lauter Informationsfluss – wieder genauso eine Leere und Verzweiflung verspürte wie zu jener Zeit, in der ich einfach nur zu verdrängen versuchte.

Lustigerweise widerspiegeln genau diese beiden Extreme einen Teil meines Wesens. Ich tendiere nämlich dazu, alles ganz oder gar nicht zu machen. Ich kenne kein 80%, entweder Vollgas mit 150% voran – oder gar nicht. So war das schon immer. Bereits in der Schule suchte ich mir die Fächer aus, die mich interessierten, überzeugte da mit überdurchschnittlich guten – gar ausserordentlichen Leistungen – und vernachlässigte die restlichen Stunden, in meinem Fall Mathematik, Chemie und Physik, so sehr, dass ich sie gar nicht mehr besuchte.

Dieses Schema zieht sich weiter durch mein Leben. Wenn ich möchte, dann habe ich unglaublich Biss und Durchhaltevermögen. Ich kenne keine Pausen, keine Zweifel. So kann ich mein Ding durchziehen, egal was andere sagen. Und: Was auch immer ich anpacke, es gelingt mir und führt zum Erfolg. So war das beispielsweise mit meinem Blog und meiner Selbständigkeit. Jeden Tag habe ich Stunden um Stunden investiert, obwohl ich nebenbei noch 100% Studentin war. Die Schattenseite des Ganzen? Interessiert mich etwas nicht, dann akzeptiere ich das voll und ganz und habe nicht den geringsten Anspruch, mir Wissen darüber anzueignen. So glänzte ich also auch während meiner Studienzeit in vielen Fächern mehr mit meiner Abwesenheit.

Warum ich euch das erzähle? Weil mich die Amenorrhö gewissermassen gelehrt hat, vermehrt auch die Balance zu suchen – und zu finden. Ein bisschen weniger Vollgas bei allem, was ich aus vollstem Herzen mache. Und ein bisschen mehr Effort bei Dingen, die mich weniger reizen. Vor allem im letzten Jahr – 2019 – habe ich mich darauf konzentriert, weniger Ansprüche an mich selbst zu stellen, weniger Perfektionismus an den Tag zu legen und öfters einfach mal zu akzeptieren, was gerade ist.

 

Was mir schliesslich wirklich geholfen hat 

Bevor wir zu allen Dingen kommen, die mir geholfen haben, meine Periode wieder zu bekommen, muss ich etwas vorweg schicken. Und zwar, dass es keine allgemein gültige Lösung gibt. Aus eigener Erfahrung weiss ich nur zu gut, dass man versucht ist, sich an jeden noch zu kleinen Tipp zu klammern. Immer in der Hoffnung, dass das doch die Veränderung sein würde, die schliesslich zum Erfolg – in diesem Fall zum Auslösen einer Blutung – führt.

Wenn es um den Zyklus einer Frau geht, dann gibt es keine Patentlösung. Es gibt kein Wunderheilmittel, keine Anleitung und schon gar keine Regeln. Wir alle haben eine andere Vorgeschichte, leben in unterschiedlichen Körpern, denken anders und haben verschiedene Erfahrungen gemacht. Zahlreiche Bücher und Blogeinträge zum selbigen Thema würden mir da widersprechen. Denn natürlich ist es einfacher und gewissermassen verlockender, anderen Frauen eine „Lösung“ präsentieren zu können. Ich kann und will das aber nicht. Auch aus dem Grund, dass mir dieses „Ich gebe dir einen Ratschlag, der hilft“, irgendwann so auf den Senkel ging, dass ich gar keine mehr davon erhalten wollte. Was ich aber kann und auch möchte, ist euch an die Hand zu geben, was MIR geholfen hat. In der Hoffnung, dass ihr das mit auf euren Weg nehmt, was für EUCH auch stimmt. Das aber ist genauso wichtig, wie zu wissen, was auf euch nicht zutrifft.

 

1) Yoga – nicht nur auf der Matte

In Yoga habe ich gefunden, was mir immer am schwersten fiel: Entspannung und Ruhe. Noch vor einem Jahr konnte ich kaum abschalten, mein Handy weglegen oder in Gedanken einfach bei mir und im Moment sein. Seitdem ich aber im Januar 2019 begonnen habe, regelmässig Yoga zu praktizieren, hat sich das total verändert. Damit meine ich nicht nur, dass ich 1-2x wöchentlich für eine Stunde wirklich Yoga auf der Matte praktiziere. Denn Yoga – so sagt meine liebe Freundin Annelina immer – findet immer und überall statt. Wie recht sie damit doch hat. Mir gelingt es nun nämlich auch im hektischen Alltag immer wieder inne zu halten, gut und tief durchzuatmen und einen Gang runter zu schalten. Alleine das richtige Atmen hat so viel in mir verändert. Manchmal sind es eben wirklich die kleinen Dinge, die eine wirklich grosse Wirkung haben.

Auch glaube ich, dass mich Yoga wieder mehr mit meiner Weiblichkeit verbunden hat. In vielen Dingen bin ich nämlich eher „männlich“ unterwegs: Ich bin sehr zielstrebig, liebe ausdauernde Sportarten und bin stets bestrebt, alles zu perfektionieren und noch besser zu werden. Das ist natürlich nicht falsch. Aber mir machte es sogar zeitweise Angst, Schwäche zu zeigen, zu vertrauen, loszulassen – wie sollte das bitte gehen, ohne dass ich alles verlieren würde?

 

2) Mut der Weiblichkeit

Sich mit seiner Weiblichkeit verbinden: Das klingt total esoterisch und theoretisch. Ich kann euch sagen, beides trifft gar nicht zu. Hier also ein paar Tipps, die mir geholfen haben:

Ich habe gelernt, mir die volle Aufmerksamkeit zu schenken, wenn ich in den Spiegel schaue. Anstatt immer nur zu sehen, was einen nicht gefällt, habe ich begonnen, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die mir an mir gefallen. Ich cremte mich bewusst mit wertvollen Ölen ein, massierte diese liebevoll ein. Liebevoll ist sowieso ein gutes Stichwort: Ich schaue heute viel besser, was ich im Moment brauche und bin weniger streng und unnachgiebig mit mir. Auch habe ich gelernt Nein zu sagen. Liebevoll und dennoch sehr bestimmt.

Ich übe übrigens auch, meinen Tag einfach auf mich zukommen zu lassen und nicht mehr enttäuscht von mir zu sein, wenn ich meine To-Do-Liste nicht abarbeiten kann. Vielleicht schaffe ich es irgendwann ja sogar, gar keine mehr zu schreiben. Klar ist es toll, organisiert zu sein – aber eben nicht, wenn der Perfektionismus Überhand nimmt. Ich hinterfrage generell sehr vieles von dem, was ich sehr lange wie ein Sklave meiner Selbst tagtäglich abgearbeitet habe. Ich frage mich, wer das wirklich von mir verlangt hat. Mit der Feststellung, dass das ich war. Und nur ich.

 

3) Mehr gesunde Fette 

Die Ernährung hat einen grossen Einfluss auf den extrem sensiblen Menstruationszyklus einer Frau. Um die Periode zurück zu bekommen ist es wichtig, dem Körper alle Nährstoffe zu geben, die er braucht. Und hier gilt: Lieber zu viel als zu wenig. Dazu gehören viele gesunde Fette, Kohlenhydrate und Phytoöstrogene, also Lebensmittel, die pflanzliches Östrogen enthalten (hier habe ich schon einmal darüber geschrieben, mit einer Liste an Lebensmitteln).

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe weder mehr gegessen noch an Gewicht zugenommen, um meine Periode wieder zu bekommen. Es kann sein, dass das manchmal notwendig ist. Vor allem wenn man an einer Essstörung leidet, zu wenig isst oder nicht ausgewogen. Auch ich habe oft zu hören bekommen, ich solle doch einfach 5-10kg zunehmen und alles würde sich normalisieren. Das war immer sehr verletzend. Vor allem weil es von Menschen kam, die mich und meine Ernährung nicht kannten. In dieser Zeit war ich total dankbar für Chris, der mir versichert hat, ein normales Essverhalten zu haben (schliesslich wohnen und essen wir zusammen).

Ich für mich habe aber vor ungefähr 9 Monaten begonnen, doch hier und da ein bisschen an meiner Ernährung zu schrauben. In meinem Fall heisst das vor allem: Mehr Fette. Warum ich so entschieden hatte, kann ich euch gar nicht so genau sagen. Irgendwie habe ich einfach gelernt, in mich hineinzuhorchen und auf meinen Körper zu hören. Generell esse ich inzwischen sehr intuitiv. Sprich: Ich esse auf was ich Lust und habe und auch so oft und so viel wie ich möchte. Das heisst jetzt nicht, 7x die Woche Pizza zu essen. Aber es heisst eben, sich auch die Pizza zu gönnen, wenn man Lust darauf hat.

Meine liebsten Fettquellen, die ich jeden Tag esse:

  • Nussmus (Mandel, Erdnuss, Cashew, Tahini): Am liebsten mache ich mir das Nussmus direkt in den Smoothie und zusätzlich nochmals als Topping oben drauf. Weil ich jeden Tag eine Smoothie Bowl esse, kommen da schon sicher 2 EL Nussmus mit auf den Speiseplan. Zusätzlich verwende ich Nussmus auch zum Verfeinern von Saucen, für Curries, Salate, uvw. Habt keine Angst vor diesen gesunden Fetten, sie sind nicht nur lecker, sondern eben auch essentiell wichtig für uns Frauen.
  • Kalt gepresste Öle: Ich nehme jeden Tag entweder 1 EL Leinöl oder 1 EL Algenöl zu mir. So bin ich stets versorgt mit den so wichtigen Omega-3-Fettsäuren.
  • Samen und Saaten: Täglich auf dem Speiseplan stehen bei mir seit einem Jahr auch Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Hanfsamen. Ich esse jeweils 1 EL davon. Und wenn ich täglich sage, dann meine ich das auch so (passt perfekt als Topping für süsse und herzhafte Speisen).

 

4) Ungesunde Beziehungen beenden

Was haben die Menschen, die mich umgeben, mit meinen Hormonen zu tun? Ziemlich viel. Denn ungesunde Beziehungen haben logischerweise einen grossen Einfluss auf unsere Psyche und damit auch auf unseren Körper. Ich habe in den letzten beiden Jahren für mich herausgefunden, wer mir wirklich gut tut und wer mir nur Energie raubt. Das ist zwar nicht immer leicht, weil es unter anderem auch heisst, sich von Menschen zu trennen, die einem (vermeintlich) sehr wichtig waren. Aber im Endeffekt fühlt es sich befreiend und gut an.

Und: Nicht von allen Menschen muss man sich direkt ganz lösen, oft reicht es schon, ein bisschen mehr Distanz zu haben. Manchmal reicht es auch, schwierige Beziehungen für sich aufzuarbeiten. Sei es alleine oder in psychologischer Betreuung.

 

5) Weniger Stress, mehr Auszeiten

Diesen Punkt habe ich schon mehrmals angesprochen in diesem Blogpost. Ich glaube, dass das wirklich der Schlüssel ist und wohl die wichtigste und gleichzeitig schwierigste Veränderung ist, die ich durchlaufen habe. Oder noch immer tue. Denn gewissermassen sind wir alle regelrecht süchtig nach Stress. Wer Stress hat, gilt in unserer Gesellschaft als besonders wichtig und fleissig. Dabei sollte es doch genau umgekehrt sein. Wir müsse aufhören, einen vollen Tagesplan nur zu glorifizieren. Es ist kein Grund, Stolz zu sein, wenn man keine Zeit hat. Darum: Mehr Auszeiten, mehr Ruhe, mehr Me-Time.

 

6) Veränderte Workoutroutine

Genau wie bei der Ernährung haben mich auch bezüglich Sport unglaublich viele Nachrichten von Menschen erreicht, die meinten zu wissen, was mir gut tut. Ich solle neben einer Gewichtszunahme auch anstreben, gar keinen Sport mehr zu machen. Ich wusste für mich von Anfang an, dass das nicht in Frage kommen würde. Stattdessen überlegte ich mir, wie ich meine Sportroutine umstellen könnte. Denn klar ist: Zu viel Sport kann den Körper zusätzlich stressen.

Ich habe mich also hingesetzt und notiert, wie viel Sport ich eigentlich mache und was. Und dann überlegt, was davon mich – oder meinen Körper stressen könnte. Im Endeffekt habe ich HIIT – High Intensive Intervall Training – ganz aus meinem Leben gestrichen (ja ja, wieder dieser ganz oder gar nicht Effekt). Beibehalten habe ich mein Laufpensum, welches ich in den letzten Monaten sogar noch erhöhte, weil es mir solchen Spass macht (derzeit laufe ich locker 30km in der Woche). Neu hinzugekommen ist Yoga, Pilates und Barre als ruhigere Sportarten, die mehr auf Kraft basieren als auf Ausdauer. So habe ich für mich den idealen Mix gefunden.

Mein Deal mit mir selbst: Mindestens 2x die Woche lege ich bewusst eine Sportpause ein. An diesen Tage gehe ich weder laufen noch mache ich Yoga.

 

7) Wichtige Supplemente und Nahrungsergänzungsmittel

Egal ob vegan oder nicht: Es gibt einige essentielle Nährstoffe, die wir nicht oder zu wenig nur aus unserer Nahrung bekommen können. Nachfolgend stelle ich euch die wichtigsten Vitamine vor, die ich zu mir nehme:

  • Vitamin D3: Ich habe die tägliche Dosis an Vitamin D um ein dreifaches erhöht. Vor allem in den Wintermonaten bekommen wir durch die fehlende Sonne nämlich zu wenig davon. Schon gewusst? Vitamin D ist ein Steroid, also ein Hormon. Besonders bei Frauen beeinflusst das Vitamin D zudem in den Blutwerten die Hormone Progesteron und Östrogen. Fehlt dieses Vitamin im weiblichen Körper, erhöht sich der Gehalt an Testosteron.
  • Vitamin B12: Ich supplementiere B12 erst seit ungefähr 3 Jahren und zugegeben – eine lange Zeit habe ich das nicht regelmässig gemacht. Seit etwas mehr als einem Jahr nehme ich aber brav jeden Tag meine Tropfen ein oder verwende meinen Spray.
  • Eisen und Magnesium: Nicht täglich aber in unregelmässigen Abständen, habe ich auch begonnen, Eisen und Magnesium zu nehmen.
  • Mönchspfeffer: Auch Mönchspfeffer unterstützt den weiblichen Zyklus. Ich habe ihn aber nicht jeden Tag eingenommen, daher kann ich nicht sagen, inwiefern das geholfen hat. Viele Frauen schwören aber darauf.

 

Was ich nicht verändert habe

Neben diesen kleineren und grösseren Dingen, die ich verändert habe, gibt es auch Routinen und Gewohnheiten, die ich beibehalten habe. Darunter finden sich auch Punkte, die oftmals angekreidet werden, wenn es um das Zurückgewinnen der Periode geht.

 

1) Das Intervallfasten

Sehr umstritten ist das Praktizieren des Intervallfastens. Einige Bücher und Blogs besagen, dass das Fasten nicht gesund sei für den weiblichen Zyklus und Körper. Petra Bracht, die ich sehr gerne auf YouTube schaue und ihre Bücher lese, sagt genau das Gegenteil. Auch ich bin nach wie vor ein grosser Fan davon und fühle mich einfach am besten, wenn ich zwischen Abendessen und Frühstück für 14 Stunden oder mehr nichts esse. Ich habe das schon immer gemacht (schon als Kind) und ich schaffe es einfach nicht, gleich in der Früh etwas zu mir zu nehmen. Nicht nur, dass ich mich danach müde, ausgelaugt und antriebslos fühle. Das Essen liegt mir dann auch wie ein Stein im Magen.

Wichtig ist mir hier zu sagen, dass IF kein Zwang sein sollte. Ich schaue nicht auf die Uhr und denke: Oh, jetzt muss ich noch eine Stunde durchhalten. Nein, ich sehe das sehr entspannt. Ich esse einfach, wenn mir danach ist. Egal, ob das jetzt 9 Uhr morgens oder erst um 13 Uhr am Mittag ist. Das ist alles sehr intuitiv und funktioniert für mich gut (Disclaimer: Das kann anders sein, wenn ihr an einer Essstörung leidet oder kein gesundes Verhältnis zu Essen habt). You do you, I do me.

 

2) Mein Sportpensum

Wie obig beschrieben habe ich zwar meine Sportroutine verändert, nicht aber das Pensum an sich. Ich bin und bleibe Bewegungsmensch und liebe es, sportlich aktiv zu sein. Wichtig ist, auch wirklich Pausen strikt einzuhalten und sich auch die Ruhe zu gönnen – und diese genau so zu geniessen wie die Aktivität.

 

3) Mein Gewicht

Ich wiege seit Jahren immer ungefähr gleich viel (bei einer Körpergrösse von 176cm ziemlich genau 58 Kilogramm). Ungefähr sage ich, weil ich das gar nicht so genau weiss. Ich habe zuhause nämlich keine Waage und stelle mich also nur drauf, wenn ich 1x im Jahr bei meiner Frauenärztin bin. Generell finde ich, dass wir dieser Zahl viel zu viel beachten schenken. Auch ich hatte jahrelang Angst, öffentlich zu sagen, wie schwer ich eigentlich bin. Denn ich hörte immer gleich die kritischen Stimmen: Ah, DARUM bekommst du meine Tage nicht. Ah, DARUM bist du so und so. Oh, du bist damit untergewichtig. Wisst ihr was? Ich habe sogar versucht, krampfhaft zuzunehmen und mich zu überessen, weil mich das so verunsichert hat. Davon hatte ich wochenlang Verdauungsstörungen, null Energie und fühlte mich dauernd krank. Lasst das einfach.

Vor allem Frauen vergleichen sich einfach zu gerne. Dabei sind wir einfach alle auch anders gebaut, haben dickere oder feinere Gliedmassen und Knochen, mehr oder weniger Muskeln. Die Genetik spielt eine noch grössere Rolle als unsere Ernährung und die Bewegung. Deswegen: Lasst es einfach. Sagt niemanden, dass er/sie zu dick, zu dünn oder „genau richtig“ ist. Das gibt es alles nicht. Hauptsache gesund, wirklich.

Disclaimer: Vielen Frauen hilft es für das Zurückgewinnen der Periode, ein bisschen an Gewicht zuzulegen. Das macht ja auch durchaus Sinn, wenn man a) immer zu wenig gegessen hat oder b) peinlich genau darauf geachtet hat, was man denn ist. Hier ein paar Fragen, die ihr für euch selbst beantworten könnt, wenn ihr euch nicht sicher seid, ob es auch am Gewicht liegen könnte:

  • Habe ich abgenommen? Wie habe ich früher ausgesehen?
  • Esse ich weniger als früher? Habe ich ein entspanntes Verhältnis zu Lebensmitteln?
  • Denke ich ständig an Essen? Bestimmt es meinen Alltag?
  • Habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas „ungesundes“ esse?
  • Achte ich peinlich genau darauf, wie viele Kalorien ich zu mir nehme?

Beantwortet ihr einige der obigen Fragen mit einem Ja, dann kann es gut sein, dass ihr ein gestörtes Essverhalten habt und/oder zu wenig oder auch einfach „zu gesund“ esst. In diesem Fall empfehle ich euch, professionelle Hilfe anzunehmen und eine Therapie in Erwägung zu ziehen – eurer Gesundheit zuliebe.

 

Wie habe ich gemerkt, dass ich meine Periode bekomme?

Bevor ich meine erste Blutung bekommen habe, spürte ich einige Veränderungen in meinem Körper. Ich habe beispielsweise totale Schmerzen an den Brustwarzen, ungefähr fünf Tage lang. Hinzu kam, dass ich viel sentimentaler war und mir ganz viele Dinge (noch) mehr zu Herzen nahm, als ich das sonst schon mache.

Auch hatte ich dieses typische Ziehen im Unterlaub und ein Kribbeln im Bauch, als wäre ich total nervös und aufgeregt. Auch meine Haut hatte den ein oder anderen Ausbruch, obwohl ich wirklich schon jahrelang keinen einzigen Pickel mehr hatte.

 

Warum habe ich meine Therapie abgebrochen?

Im letzten Sommer und Hormonupdate habe ich euch erzählt, dass ich eine Naturheilpraxis aufsuchen möchte, um mit bioidentischen Hormonen zu arbeiten. Tatsächlich bin ich da aber nur einmal hingegangen. Aber nicht, weil ich mir dachte, dass es nichts bringen würde. Ich… wie soll ich das ausdrücken… hatte einfach das Gefühl, dass das nicht mein Weg ist. Ich bekam viele verschiedene Globuli, die ich aber zuhause angekommen nicht einmal eine Woche einnahm. Es fühlte sich einfach nicht richtig an.

Trotzdem bin ich froh, den ersten Termin wahrgenommen zu haben. Ich hatte nämlich ein wunderbares Gespräch mit der Therapeutin. Sie stellte nicht fest, sie fragte viel eher. Und durch ihre Fragen konnte ich mir selbst plötzlich ganz viele Antworten geben. Mir wurde in diesem Moment irgendwie bewusst, was wirklich mein Problem war. Und obwohl mir bekannt war, dass die Psyche direkt mit unserem Körper verbunden ist, hat mir das Gespräch die Augen geöffnet. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich voller Mut und Zuversicht aus der Praxis stürmte und irgendwie das Gefühl hatte, dass jetzt alles gut kommen würde.

Das mag als Aussenstehende/r vielleicht nicht nachvollziehbar sein aber ich glaube fest daran, dass dieses Gespräch notwendig war für meine Heilung. Und es zeigt einmal mehr, wie vorsichtig wir sein sollten mit dem, was wir sagen. Denn genauso wie Worte heilbar sein können, können sie auch Unheil anrichten.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Ich weiss, dass viele von euch da draussen auch mit Zyklusbeschwerden zu kämpfen haben. Ihr müsst wissen: Ihr seid damit nicht alleine. Und nur weil ich meine Menstruation wieder habe, ist das Thema für mich und diesen Kanal nicht vom Tisch. Ganz im Gegenteil: Ich bin rückblickend sogar fast dankbar dafür, dass ich durch die Amenorrhö die Gelegenheit bekommen habe, mich so intensiv mit dem weiblichen Zyklus auseinanderzusetzen. Ich kann euch sagen: Hormone sind so unglaublich spannend!

Für die Zukunft plane ich also, euch weiterhin wie bis anhin auf meinem Weg mitzunehmen. Auch möchte ich über Zero Waste Periode sprechen und darüber, wie hormonfreie Empfängnisverhütung eigentlich funktioniert. Habt ihr weitere Themen, die euch interessieren? Dann lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Danke, dass ihr mich auf meinem Weg begleitet.

Gerne teile ich hier nochmals alle Artikel zum Thema Hormone:

Bis bald, eure Anina

 

 



17 thoughts on “Sie ist wieder da – mein Weg zurück zur Periode”

  • So ein toller Artikel – ich freu mich riesig für dich. Erst durch deine Berichte, habe ich (trotz allen Höhen/Tiefen) habe ich angefangen meine Periode zu mögen und als wichtigen Bestandteil des weiblichen Zyklus zu sehen und zu schätzen.

    • Liebe Dani. Danke vielmals für deine lieben Worte. Und: Das freut mich. Ich glaube, wenn ich das nie erlebt hätte, würde ich es jetzt auch nicht so wertschätzen. Alles Liebe, Anina

  • Hallo 🙂 freut mich, dass du deine Periode wieder hast. Dein Blogpost war sehr spannend zu lesen. Es würde mich noch interessieren (wenn dir das nicht zu persönlich ist) ob du jemals auf das PCO-Syndrom getestet wurdest? Es ist eine relativ häufige aber nicht sehr bekannte Hormonstörung, die man über eine Vitamin D Kur ausgleichen kann.
    LG, Julia

    • Liebe Julia. Natürlich darfst du das fragen. Ich hatte nie das PCO-Syndrom. Meine Frauenärztin konnte bei der Hormonspiegelmessung keine Anzeichen feststellen. Aber ich habe viele Freundinnen, die darunter leiden, es betrifft jede 10. Frau. Krass, oder? Liebe Grüsse, Anina

  • Liebe Anina,
    ich freue mich riesig für dich und dass du ganz deinem eigenen Weg nachgehst.
    Es war sehr spannend deine Geschichte zu lesen.
    Ich befasse mich auch mit dem Thema Menstruation, da ich unter starke Schmerzen leide.
    Ich würde mich freuen wenn du dazu mal etwas schreibst. Zwar habe ich schon tausend Sachen versucht, muss aber trotzdem einmal im Monat auf Schmerzmittel zurück greifen, da ich meinen Weg noch nicht gefunden habe.
    Du machst mir mit diesem Post etwas Mut! 🙂

    • Liebe Elisa. Danke für deine lieben Worte und auch für deine Anteilnahme. Hast du es schon mal mit CBD-Öl versucht? Das wirkt wahre Wunder, da kannst du dich gerne mal einlesen. Ich möchte aber sicher auch irgendwann darüber schreiben, es hat unglaublich viele positive Wirkungen. Alles Liebe, Anina

  • Liebe Anina,
    Vielen Dank für diesen wundervollen Artikel. Ich muss zugeben, die vorherigen Artikel dieser Reihe haben mch nie ganz überzeugt, weil ich das Gefühl hatte, du erwähnst die wirklich wichtigen Aspekte, um die eigene Periode wiedezubekommen, nicht. Das ist natürlich nur meine Meinung als auch ehemals betroffene von Amenorrhoe.
    Dieser Artikel hingegen hat mich sehr berührt, wirklich! Du schreibst so reflektiert, es wirkt sehr ehrlich und aufrichtig. Auch wenn dir nicht alle Aspekte geholfen haben oder nötig waren (was ja zu erwarten ist, wie du sagst haben wir alle unterschiedliche Ausgangslagen oder eben Gründe für Amenorrhoe), erwähnst du sie alle. Das gefällt mir sehr gut, so können Aussenstehende sehen was alles helfen könnte (aber nicht muss), und andere Betroffene bekommen hoffentlich Ideen, was ihnen bei der Therapie noch helfen könnte.
    In dem Sinn: Vielen lieben Dank, dass du deine Geschichte so offen geteilt hast und immer nocht teilst. Ich freue mich sehr für dich, dass du deine Periode wieder bekommen hast!
    Liebe Grüsse,
    Kathrin

  • Hey, danke fur den Blog. Ich oute mich mal… als du das erste mal darüber gesprochen hast war mein erster Gedanke “ sie muss zunehmen und weniger spirt treiben”. Dieser Gedanke kam daher weil das für mich und meine Periode damals die entscheidenden Faktoren waren. Es war gar nicht böse gemeint. Das jeder anders ist hab ich damals verdrängt. Mir tut dies jetzt im Nachhinein sehr leid und ich bin sehr froh dass du deinen Weg gefunden hast.

  • Liebe Anina,
    vielen Dank das du all dein Wissen und deine Erfahrungen mit uns teilst. Vor allem schätze ich sehr, dass du nicht nur mit „Fakten“ um dich wirfst sondern dich wirklich darauf beziehst was dir geholfen hat und auch betonst das jeder Körper anders ist.
    Ich freue mich sehr für dich das dein Zyklus wieder da ist, bei mir hat es auch eine Weile gedauert nach dem Abstezen der Pille. Was ich sehr interessant bei mir fand, im Falle du interessierst dich für Astronomie, wie sich mein Zyklus im Laufe von einem Jahr auf den Mondzyklus eingestellt hat. Was für ein wunderbares Zeichen wie sehr wir doch mit der Natur verbunden sind.
    Mach weiter so, ich bin schon sehr gespannt auf deinen nächsten Post.
    Alles Liebe,
    Sophia

    • Liebe Sophia, vielen lieben Dank für deine schönen Worte. Damit habe ich mich noch nie gross beschäftigt, aber das klingt auf jeden Fall sehr interessant! Alles Liebe auch für dich, Anina.

  • Liebe Anina,
    dank für diesen tollen Blogbeitrag und deinen inspirierenden Instagram-Feed. Wirklich wundervoll! Ich weiß ungefähr, vermutlich in abgeschwächter Form, wie sehr du dich gefreut hast. Ich habe meine Pille seit September abgesetzt und heute endlich meine Periode bekommen. Seit dem Absetzen der Pille hat der weibliche Zyklus und die Periode eine weitaus positivere Bedeutung als damals. Für mich gehört sie einfach zur Weiblichkeit dazu und macht mich als Frau stolz. Toll, dass auch du diese Themen ansprichst und deine Geschichte mit der Öffentlichkeit teilst. Tausend dank dafür! <3

  • Liebe Anina,
    Den Blog hast du einfach wunderschön zusammengefasst ❤
    Ich wünsche dir weiterhin noch ganz viel Glück 😘
    Hoffentlich bekomme ich meinen Periode bald wieder. Werde aber bestimmt oft an deine Erfahrungen denken und mich davon Inspirationen holen❤

  • Liebe Anina!
    Das ist so ein wunderbarer Post und du machst einem Mut 🙂
    Übrigens finde ich, dass du überhaupt nicht alt aussiehst! Lass dich nicht unterkriegen und bleib so wie du bist.

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