Bio-Sonnenschutz – welche Cremes sind wirklich unbedenklich?

Bio-Sonnenschutz – welche Cremes sind wirklich unbedenklich?

Der Sommer ist hier, die Haut noch blass. Grund genug, sich Gedanken über den richtigen Sonnenschutz zu machen. Herkömmliche Sonnencremes schaden sowohl euch als auch der Umwelt. In diesem Blogpost stelle ich euch 3 von mir getestete Alternativen vor und erkläre euch, warum auch Naturkosmetik nicht immer unbedenklich ist und was es eigentlich mit den Nano-Partikeln auf sich hat.

*Dieser Beitrag enthält Empfehlungen, steht aber in keinem Zusammenhang mit den genannten Marken.

In vielen Sonnencremes stecken schädliche Stoffe, die dem Meer und vor allem den Korallen schaden können. Wenn wir im Urlaub baden mit Sonnenschutz baden gehen, sind wir für das Korallensterben mitverantwortlich.Wie dringend das Thema ist, zeigt der Inselstaat Hawaii: Sonnenschutz mit für das Meer schädlichen Inhaltsstoffen wird dort ab 2021 gänzlich verboten werden. Viele Urlaubsregionen und sogar Hotels folgen dem Beispiel und raten schon jetzt ihren Gästen, bestimmte chemische Sonnenfilter zu meiden.

Aber auch hierzulande müssen wir uns gut überlegen, welchen Sonnenschutz wir wählen. Die chemischen Sonnencremes haben schliesslich auch einen Einfluss auf das empfindliche Ökosystem in unseren Seen und Gewässern. Und natürlich schaden diese Stoffe nicht nur den Unterwasserwelt-Bewohnern. Die Haut ist unser grösstes Organ und alles, was wir äusserlich auftragen, gelangt auch ins Inneres unseres Körpers. Zahlreiche internationale Studien haben die Wirkung von Sonnenschutz untersucht und zeigen, dass die toxischen Stoffe zu Krebs führen können. So kann man nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Körper mit einer weniger chemischen Sonnencreme Gutes tun.

 

Mineralische vs. chemische Sonnencreme: Wo liegt der Unterschied?

Herkömmliche  Sonnencreme schützt unsere Haut mithilfe chemischer Wirkstoffe. Das hat den Vorteil, das sich damit die Gefahr eines Sonnesbrands minimiert. Aber: Viele der Inhaltsstoffe herkömmlicher Sonnencremes gelten als problematisch und als gesundheitsgefährdend. Sie können Allergien auslösen (das musste ich am eigenen Leib erfahren im letzten Urlaub) und manche davon stehen im Verdacht, hormonell oder krebserregend zu wirken.

Mineralische und biologische Sonnencremes dagegen kommen ohne Chemie aus. Auch erwähnenswert ist, dass Bio-Cremes immer ohne Mikroplastik hergestellt werden. Zudem haben Bio-Cremes einen mineralischen Sonnenfilter. Wichtig ist aber auch hier, dass in der Creme keine Nano-Filter sowie Octinoxat und Octocrylen enthalten sind.

 

Nanopartikel – warum kommen sie auch in Bio-Cremes vor?

Weil biologische Cremes nicht tief in die Haut einziehen und keine bedenklichen Inhaltsstoffe haben, sind mineralische Bio-Sonnencremes für gesundheits- und umweltbewusste Menschen klar die erste Wahl. Der Haken: Mineralische Sonnencremes ziehen oft nicht wirklich gut ein und man hat den ungewünschten Weisseffekt nach dem Eincremen.

In ganz Kosmetikprodukten (und auch Lebensmitteln) stecken Nanopartikel. Verbraucherschützer befürchten, sie könnten durch die Haut dringen, sich im Körper auf feinste Weise verteilen, in Organen anreichern und Krebs hervorrufen oder Hirn- und Nervensystem schädigen. Das alles ist noch nicht ausreichend erforscht oder belegt, macht aber natürlich nachdenklich.

Ihr könnt euch das folgendermassen vorstellen: Die mineralische UV-Filter in Bio-Sonnencreme  – wie Titanoxid und Zinkoxid – bilden eine Schutzschicht auf der Haut und reflektieren dadurch die UV-Strahlen. Damit sich die Bio-Sonnencreme aber gut auftragen lässt und ihr nach dem Eincremen nicht ausseht wie ein Schneemann, werden die mineralischen Substanzen verkleinert. Und genau hier birgt sich das Risiko: Werden die Substanzen so verkleinert, dass die Partikel im Nanobereich liegen, sind auch Bio-Sonnencremes gefährlich.

Wie ihr sehen könnt, ist die richtige Wahl einer Sonnencreme nicht einfach, wenn sie

  1. mineralisch wirken muss
  2. bio sein
  3. ohne Nanopartikel auskommen soll.

 

Mineralische Bio-Creme: Diese 3 Produkte habe ich getestet

  • i + m Sun Protect Sonnenschutzpflege: LSF 30, vegan, wasserfest, laut Hersteller unschädlich für Wasserorganismen, Gewässer und Korallenriffe. Lässt sich ausserdem gut auftragen, gibt keinen unerwünschten „Weisseffekt“. Leider habe ich keinen Schweizer Onlineshop dafür gefunden.
  • Laboratoires de Biarritz Bio-Sonnenschutz Alga Maris: Sonnenmilch + Spray, LSF 30 und 50, ist leicht und flüssig, zieht gut ein. Bis auf den Stick sind alle Produkte vegan. Lässt sich einfach online bestellen.
  • Weleda Sonnenschutz: LSF 30 oder 50, alle Weleda Edelweiss-Sonnencremes wirken mit rein mineralischem Non-Nano-UV-Filter. Drei der vier Sonnenschutzprodukte sind extra wasserfest. Lässt sich leider sehr schlecht verteilen, hinterlässt einen weissen Film auf der Haut. Einfach überall erhältlich.

Da ich nicht mehr als drei Cremes kaufen und anbrauchen wollte (ist nicht besonders nachhaltig, wenn alle schlecht werden), verlinke ich hier noch auf eine Bestenliste von utopia.de. Da wurde genau nach den obig genannten Kriterien geprüft und getestet und ihr findet noch einige Marken mehr, die gute biologische Sonnencremes herstellen.

 

Sonnencreme selber machen: Ist das sinnvoll?

Viele von euch haben mich gefragt, ob sie ihre Sonnencreme nicht einfach selbst herstellen können. Nun… Sehr viele Pflanzenöle haben von Natur aus einen Lichtschutzfaktor, weshalb sie gerne für selbstgemachte Sonnencremes oder sogar pur verwendet werden. ABER: Der Lichtschutzfaktor von Pflanzenölen ist überwiegend sehr gering und schützt ebenfalls nur vor der UVB-Strahlung, nicht aber vor der gefährlicheren UVA-Strahlung!

Wer sich nur mit purem Öl als natürlichen Sonnenschutz eincremt und zu viel Zeit in der Sonne verbringt, ist vor Hautschäden nicht geschützt.

 

Zusätzliche Tipps für Sonnenbaden ohne Risiko

Keine Frage: Wir brauchen das Sonnenlicht für ein gesundes Leben. Deswegen nehmen wir über die Wintermonate ja auch Vitamin D3 in Tropfenform zu uns. Nur: Sonnenbaden ist immer ungesund, auch die Wärme auf der Haut als sehr angenehm empfunden wird. Dringt nämlich die UV-Strahlung bei nicht ausreichendem Schutz in tiefere Hautregionen ein, greift sie das dort angelagerte Kollagen an, wodurch die Haut schneller altert. Bei übermässigem Sonnenbaden kann es sogar zu Veränderungen in der Erbsubstanz kommen.

Trotz hohem Lichtschutzfaktor muss sich eure Haut nach dem Winter erst an die Sonne gewöhnen. Besonders im Frühling und Frühsommer entstehen deshalb sehr schnell Sonnenbrände. Selbst wenn ihr euch eincremt, solltet ihr nur kurz an der Sonne liegen und danach wieder in den Schatten wechseln. Aufgepasst: Selbst im Schatten hat die Sonne noch 50% ihrer Strahlkraft. Ihr könnt euch also auch hier einen Sonnenbrand holen.

Meidet vor allem die Mittagssonne. Denn dann ist die UV-Einstrahlung der Sonne am stärksten. Zwischen 12 und etwa 14 Uhr bleibt ihr besser ganz im Schatten, um die Haut zu schützen.

Wenn ihr dann doch einmal einen Sonnenbrand erwischt, hilft nur kühlen und viel trinken. Durch einen Sonnenbrand verliert der Körper nämlich Flüssigkeit. Nur eine ausreichend mit Feuchtigkeit versorgte Haut schafft es, sich zu erholen.



12 thoughts on “Bio-Sonnenschutz – welche Cremes sind wirklich unbedenklich?”

  • Danke für den tollen Blogpost.
    Wie sehen die Verpackungen der von dir getesteten Sonnencremes aus? Bin schon länger auf der Suche nach einer veganen Sonnencreme ohne Plastikverpackung.

    • Liebe Isa. Sehr gerne. Meines Wissens kommt keine der Sonnencremes ohne Plastik aus. Vielleicht kannst du schauen, welches die grösste Tube ist? 🙂 Alles Liebe, Anina

  • Liebe Anina

    Danke für den toll recherchierten Artikel! Habe selbst schon nach Cremes gesucht, die nicht zu chemisch oder weiss sind. Bin allergisch gegen herkömmliche Sonnencremes und auch kein Fan davon, das Zeug ins Meer abzugeben.
    Werde mir mal, sobald meine jetzigen leer sind, eine der von dir getesteten holen. 🙂

    Das Nano/Chemiezeugs schlecht ist, weiss man zwar, aber man wägt ja auch das Hautkrebsrisiko gegen die anderen Risiken(Nano, Chemie, Umwelt) ab, wenn man die herkömmlichen Cremes kauft.

    Ich finde es toll, dass du auch erwähnt hast, wie schädlich Sonnen eigentlich ist. Es ist so in und alle wollen braun werden, dabei ist das schädlicher als viele andere Dinge, auf die wir sonst im Alltag verzichten würden – unserer Gesundheit zu liebe.

    Mlg Monika

    • Liebe Monika. Danke dir für dein liebes Feedback. Ich hatte auch schon allergische Reaktionen gegen herkömmliche Cremes. Ich kann dir die im Beitrag erwähnten Marken nur empfehlen! 🙂 Hoffentlich wirst du damit auch happy sein. Alles Liebe, Anina

  • Vielen Dank für den Post! Sehr interessant! 😀
    Ich habe letzte Woche die Alga Maris Sonnencreme fürs Gesicht gekauft und bin recht zufrieden damit. Habe damit ein paar Stunde unter der Sonne gelaufen, keine Spur von weissem Schweiss auf dem Gesicht 😀

  • Hallo mein Schatz, dein Artikel kommt wie gerufen! Ich hab immer am meisten Probleme mit natürlicher Sonnencreme im Gesicht, die so fettig ist, hasse das Gefühl in Kombination mit Sonne und Schweiß. Kannst du die beiden ersten Sonnencremes da auch empfehlen? Dicker Kussi, ich würde ja jetzt so gerne mit dir entspannt am See verbringen – gut eingecremt natürlich – und veganes Picknick machen 🥰

    • Die Alga Maris gibt’s auch fürs Gesicht, funktioniert super und garantiert streifenfrei! 🙂 Ouja, das wär so toll. Das holen wir im Juli definitiv nach! Vermisse und umarme dich.

  • Toller Beitrag! 🙂
    Ich bin gerade hier in Australien unheimlich viel in der Sonne und benutze immer meine Jean&Len Sonnencreme, die ich noch aus Deutschland mitgenommen habe. Die ist ebenfalls ohne Chemie und vegan und lässt sich super verteilen ohne weiß zu hinterlassen. Die gibt bei uns bei DM und ich kann sie wirklich empfehlen 🙂

    Liebe Grüße
    Pauline <3

    https://mind-wanderer.com/2019/05/04/life-update-starting-to-work-youtube-my-plans/

  • hallo
    die sonnencremes und öl von eco cosmetics sind übrigens sehr empfehlenswert! 3 von ca 20 verschiedenen hab ich getestet in der karibik. trotz sehr intensiver sonne, keinen sonnenbrand erwischt. einziger negativpunkt: kleine verpackungen, reichen nicht sehr weit…
    herzlichst, alex

  • Hallo liebe Anina,
    Danke dir für den wirklich tollen Beitrag. Ich stelle mir nur gerade die Frage, wie ich heraus finde ob in meiner Sonnencreme Nanopartikel sind. Vielleicht eine etwas blöde Frage…
    Ich habe im Bioladen die Creme von Giilinea-Bio empfohlen bekommen und frage mich nun ob diese unbedenklich ist.
    Vielleicht kannst du, oder eine Leser*in mir ja weiter helfen.
    Danke dir für deine super Arbeit.
    Liebe Grüße
    Christina

  • Liebe Anina. Cooler Beitrag. Ich liebe die Biarritz Sonnencreme. Sie riecht auch noch so lecker nach Sommer. Gibt aber auch eine unparfümierte. Und in der Luna gibt es gerade eine Promo Aktion wo man noch ein Apres- Soleil gratis kriegt beim Kauf von 2 Biarritz Sonnencremes 🙂 Liebe Grüße Andrea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .