Die Artenvielfalt fördern: So holst du Bienen & Co. auf deinen Balkon

Die Artenvielfalt fördern: So holst du Bienen & Co. auf deinen Balkon

Eine Million Arten sind laut neustem Bericht der Vereinten Nationen vom Aussterben bedroht. Auch in der Schweiz. Die gute Nachricht: Jeder von uns kann einen Beitrag leisten und dafür sorgen, dass Bienen, Käfer & Co. richtig schön satt werden. Denn: Ohne Insekten, ohne uns. Mit diesen Tipps wird euer kleines Balkonien zur Schlemmeroase für euch und die Tierwelt!

 

*Dieser Beitrag ist in bezahlter Zusammenarbeit mit JardinSuisse – dem Unternehmerverband Gärtner Schweiz – entstanden.

 

Biodiversität ist aktuell in aller Munde. Doch was heisst das eigentlich? Vereinfacht gesagt: biologische Vielfalt. Denn genau diese schwindet heuer immer mehr. Der Mensch verbaut Flächen, nimmt Flussbegradigungen vor und baut Monokulturen an – damit verändern wir die Natur nachhaltig.

Unsere Eingriffe führen dadurch regelrecht zu einer Vereinheitlichung der Umwelt. Und eben zu einem Verlust vieler Arten. Das hat Folgen, auch für uns: Wildbienen beispielsweise sind für uns überlebenswichtig: Ohne sie und andere Insekten könnten keine Obstbäume, Beerensträucher und Gemüsepflanzen mehr wachsen und auch keine Früchte tragen.

Was können wir also tun, um die Artenvielfalt zu fördern? Und wie setzen wir das auf einer kleinen Balkonfläche mit möglichst geringem Aufwand um?

 

Tipp 1: Einheimische Pflanzen bevorzugen

Viele Gärten sehen zwar schön grün aus und und es blüht auch wunderbar. Nur: Ökologisch gesehen heisst bunt nicht unbedingt wertvoll. Geranien sind zwar sehr praktisch und sehen schön aus. Dennoch sollten exotische Pflanzen wenn dann möglich mit heimischen Sorten kombiniert werden. Denn diese locken besonders viele Wildbienen, Schmetterlinge und Insekten an.

Fühlst Du Dich unsicher beim Thema Pflanzen? Du kannst ganz klein beginnen, denn jede Pflanze zählt! Kräuter wie Petersilie, Schittlauch, Minze und Rosmarin sind ganz einfach zu ziehen und bringen bereits Farbe in deinen Balkon. Wenn Du schon ein wenig Übung hast, versuche es mit Cherry Tomaten und Chili!

Gut zu wissen: Noch längst nicht alle heimischen Pflanzen locken Insekten an und viele exotische Pflanzen sind wunderbare Bienenweiden und völlig unproblematisch. Das Problem ist aber, dass es hochspezialisierte Insekten gibt, welche genau eine Art benötigen um zu überleben (beispielsweise brauchen einige Insekten Brenneseln zum Überleben). Das Problem ist also vor allem auch die allgemeine Aufgeräumtheit unserer Umgebung.

 

Tipp 2: Die Kräuter blühen lassen

Grundsätzlich sind also Wildpflanzen mit Blüten die beste Möglichkeit, um der einheimischen Fauna zu helfen. Aber auch ein Kräutergarten kann wertvoll sein. Vor allem jene Kräuter, die Blüten tragen. Es gibt verschiednee Salbeisorten die blühen und Bienen anziehen.

Auch der Basilikum trägt Blüten, wenn man ihn lange genug sein lässt. Ausserdem blühen auch Petersilien, Dill und mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano. Aber auch die Blüten von Minze, Lavendel und Melisse werden gerne von Bienen besucht. Mehr Infos zu allen einzelnen Kräutern findet ihr hier.

 

 

Tipp 3: Nisthilfen und Verstecke anbieten

Neben Wildpflanzen fehlen den Vögeln hierzulande auch immer mehr die Nistplätze und Versteckmöglichkeiten. Es braucht vor allem mehr Nistkästen ausserhalb der Reichweite von Katzen. Gut eignen sich dafür sonnige Wände und Balkone, die ein paar Meter hoch sind. Wer einen Garten hat, kann auch gut Stein- und Holzhaufen schaffen, sie bieten einen Unterschlupf für Bienen. Igel freuen sich über liegen gelassenes Laub und Asthaufen.

 

Tipp 4: Mit Regenwasser giessen

Pflanzen sind durstig. Es macht deshalb Sinn, Regenwasser zu sammeln und damit den Garten oder die Pflanzen auf dem Balkon zu giessen. Habt ihr gewusst, dass das viele Pflanzen sowieso bevorzugen? Das weiche Regenwasser ist viel besser als das kalkhaltige Leitungswasser.

 

Tipp 5: Vorsichtiger Umgang mit Pestiziden

Der WWF schätzt, dass jedes Jahr in Privatgärten 400 Tonnen Pestizide und Insektizide versprüht werden – das ist wirklich nicht notwendig. Diese Mittel sind auch als Ursache für das Bienensterben bekannt.

 

Wo finde ich die passenden Kräuter und Pflanzen?

Wenn ihr wie ich keinen besonders grünen Daumen hast, dann empfehle ich euch unbedingt, eine Gärtnerei aufzusuchen. Dort werdet ihr kompetent beraten. Am besten macht ihr gleich ein paar Fotos vom Balkon und bringt diese mit. So kann euch das Personal vor Ort genau sagen, was bei euch auf dem Balkon möglich ist.

Seid ihr übrigens dann in einer Gärtnerei oder einem Gartencenter, so lasst euch von den Bienen überzeugen. Nehmt euch fünf Minuten Zeit und beobachtet die Pflanzen und die herumschwirrenden Tiere. Immer dort, wo sie sich niederlassen, finden sie Nahrung. Genau das sind die Pflanzen für euren Balkon!

Hier findet ihr eine Liste mit Gärtnereien, die sich auf heimische Superfoods spezialisiert haben.

 

 

Wie pflanze ich meine heimischen Superfoods?

Mein Balkonien 1×1 ist die ideale Anleitung. Dort erkläre ich euch Schritt für Schritt, was ihr beachten müsst. Da kann gar nichts schief gehen!

Mehr zum Thema Biodiversität findet ihr übrigens im aktuellen Beitrag Kassensturz spezial: „Schweizer Gärten unter der Lupe“.

 

Ich hoffe, dass euch meine Tipps dabei helfen, euer eigene Balkon-Projekt in Angriff zu nehmen und wünsche euch viel Erfolg beim Urban-Gardening.

Alles Liebe, Anina

 

 



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