So machst du veganen Joghurt selber – 2 Varianten, mit und ohne Maschine

So machst du veganen Joghurt selber – 2 Varianten, mit und ohne Maschine

Inzwischen gibt es in den Läden ein immer grösseres Angebot an veganem Joghurt. Ob auf Soja-, Mandel- oder Kokosbasis – pflanzliche Alternativen sind auf dem Vormarsch. Was mich dabei stört, ist die viele Verpackung für relativ wenig Inhalt: Plastikbecher, Plastikdeckel, Folie aus Alu. Das muss aber nicht sein. Ich zeige euch in diesem Blogpost, wie ihr ganz einfach selbst Joghurt herstellen könnt – mit und ohne Maschine.

 

Bevor wir mit den einzelnen Rezepten starten, möchte ich euch ein paar grundlegende Tipps mitgeben, die ihr unbedingt beachten müsst, bevor ihr euer Joghurt-Experiment startet:

 

  • Die Bakterien: Damit aus Pflanzenmilch Joghurt wird, muss sie mit Bakterienkulturen geimpft werden. Dafür gibt es folgende Möglichkeiten. 1) Die Milch mit einem fertigen, gekauften Joghurt (z.B. Sojajoghurt) mischen oder 2) ein Joghurtpulver aus dem Reformhaus dazugeben.

 

  • Die Milch: Pflanzenmilch ist fast immer pasteurisiert (das heisst, sie ist haltbar gemacht). Das ist gut für die Herstellung von Joghurt. Wenn du aber lieber selbst frische Pflanzenmilch herstellst, musst du diese vor der Verarbeitung zu Joghurt ebenfalls kurz aufkochen und mindestens auf 90 Grad erhitzen!

 

  • Die Temperatur: Bakterien mögen es warm, jedoch nicht zu warm. Wenn du deine eigene Milch erhitzt hast, musst du sie erst wieder kühlen auf ca. 38 Grad. Erst dann gibst du den Joghurt oder das Joghurtpulver zu der Milch dazu! Dasselbe gilt für fertige Pflanzenmilch: Lieber zimmerwarm als aus dem Kühlschrank.

 

  • Die Hygiene: Wichtig ist, dass du sehr sehr sauber arbeitest. Es dürfen keine fremden Bakterien in deinen Joghurtsatz. Also: Finger weg und nur mit sauberem Löffel rein!

 

  • Der Joghurtsatz: Wenn du eine Portion deines selbstgemachten Joghurts aufbewahrst, kannst du ihn bei der nächsten Runde als Basis benutzen und brauchst keinen Joghurt (oder Pulver) mehr kaufen! Dieser Vorgang lässt sich 5-10 Mal wiederholen, da natürlich die Bakterien immer weniger werden bei jedem Mal.

 

Das Rezept: 1 Liter Pflanzenmilch mit 150 Gramm Joghurt gut mischen. In die Joghurtmaschine geben. Nicht mehr berühren und geduldig sein! (*Anleitung für Rezept ohne Maschine unten)

 

Die Joghurtmaschine – mit oder ohne Strom?

Joghurtmaker machen die Herstellung von frischem Joghurt auf jeden Fall einfacher. Aber keine Angst: Ich stelle euch hier auch eine Variante vor, wie ihr ihn herstellen könnt, ohne euch ein solches Gerät anschaffen zu müssen. Dann könnt ihr erst einmal ausprobieren und schauen, ob euch das zusagt und wenn ihr dann richtige Joghurt-Fans werdet, könnt ihr euch noch immer eine Maschine holen.

Die Vorteile einer Maschine sind, dass die Temperaturüberwachung immer gewährleistet ist. Heisst, der Joghurt hat konstant dieselbe Temperatur. Das ist sehr entscheidend für das Endergebnis.

Es gibt sowohl Maschinen mit als auch solche ohne StromStromlose Geräte benötigen mehr Zeit, um stichfesten Joghurt zu produzieren, sparen aber Energie. Stromlose Maschinen haben meistens einen Behälter für heisses Wasser. Da könnt ihr das gemisch reingeben und es wird in der Isolierbox gelagert. Dank integriertem Wasserbehälter kann die Temperatur über lange Zeit weitgehend konstant gehalten werden.

Strombetriebene Joghurtmaschinen hingegen haben den Vorteil, dass sie eine kürzere Zubereitungszeit haben und immer die genau gleiche Temperatur halten können. Es gibt sogar Geräte, mit denen man auch Eis herstellen kann, dann lohnt sich diese Anschaffung doppelt! Meine macht das leider nicht. Ich habe diese hier zuhause (es gibt aber bestimmt viele andere, die es eben so tun oder gar besser sind).

 

Joghurt ohne Maschine herstellen

Wenn ihr jetzt gar keine Maschine habt und euch auch keine anschaffen wollt, dann habe ich noch eine andere Idee für euch. Die ist nicht neu, ganz im Gegenteil. Fragt mal eure Grosseltern, vielleicht haben die früher auch Joghurt mit der Bett- oder Heizungsvariante hergestellt.

Der Vorgang ist eigentlich derselbe: Die erwärmte Milch wird entweder mit fertigem Joghurt oder Pulver verrührt. Dann wird dieser Joghurtsatz in mehrere Gläser oder ein grösseres Glas gemacht und geschlossen (am besten ein Glas mit Schraubverschluss nehmen). Jetzt kommt die Herausforderung: Die Temperatur muss über 12-14 Stunden konstant gehalten werden.

Wie das funktioniert? Wenn du Joghurt im Bett herstellen möchtest, wickelst du die befüllten Joghurtgläser in Handtücher und stellst sie in dein Bett. Mach das gleich in der Früh, wenn dein Bett nolch warm ist ovn deiner Körperwärme. Aber Vorsicht: Es darf zu keinen Erschütterungen kommen. Wenn du willst, kannst du noch eine Wärmeflasche dazulegen, das hilft auch.

 

 

Im Winter kannst kannst du den Joghurtansatz auf die Heizung stellen. Alternativ funktioniert das Ganze auch im Ofen. Das empfehle ich euch aber nicht, weil das wirklich ein Stromfresser ist!

 

Welche pflanzliche Milch eignet sich am besten?

Wer ins Joghurtbusiness einsteigen will, beginnt am besten mitSojajoghurt. Das ist gelingsicher, einfach und schmeckt im Ergebnis so wie aus dem Laden: Mild, leicht sauer und cremig.

Auch Kokosmilch funktioniert wunderbar. Nur könnt ihr hier die Milch leider nicht selbst herstellen (zumal das auch nicht die nachhaltigste Lösung ist, weil Kokos bei uns nicht heimisch ist). Lecker ist es alleweil, kann man mal machen für ein Dessert.

Wer Sour Cream liebt, sollte unbedingt Cashewjoghurtausprobieren. Der wird aber leider nicht stichfest, sondern bleibt eher flüssig. Hier kann es helfen, etwas Verdickungsmittel unterzumischen. Gut eignet sich dafür beispielsweise Johannisbrotkernmehl.

Nicht funktioniert haben bei mir leider Mandeljoghurt oder Joghurt mit Hafer als Basis. Wirklich schade. Ich hätte euch hier gerne etwas anderes berichtet!

Übrigens: Falls euer Joghurt mal zu flüssig werden sollte, könnt ihr ihn auch im Nachhinein noch mit Guakern- oder Johannisbrotkernmehl vermengen. Das geht am besten mit einem Schwingbesen. Abraten würde ich euch von Agar Agar. Das habe ich auch versucht und das Ganze wurde kein Pudding, sondern eher ein Joghurtklotz! 🙂

 

Pimp dein Joghurt! 

Nature ist euch zu langweilig? Sobald ihr die Basis habt, könnt ihr das Ganze natürlich verfeinern. Gebt frisches Obst dazu, Zitronenabrieb oder auch Zimt und Kakao sind lecker. Zum Süssen nehme ich gerne Dattelsirup oder Birnel.

Der Joghurt eignet sich natürlich auch für herzhafte Dips. Ich liebe es zum Beispiel, den Joghurt mit frischen Kräutern zu einer Sauce zu verrühren und das zusammen mit gekochten Kartoffeln zu geniessen.

Der Joghurt ist ungefähr für 10 Tage frisch.

Ich bin gespannt, was euch da alles einfällt. Vergesst nicht, mich auf Instagram zu taggen, wenn ihr den Joghurt ausprobiert.

Alles Liebe, Anina

 



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