Im Schlafwagen nach Hamburg: Lohnt es sich (zeitlich, finanziell und umwelttechnisch)?

Im Schlafwagen nach Hamburg: Lohnt es sich (zeitlich, finanziell und umwelttechnisch)?

Bahn statt Flugzeug – das Reisen mit dem Zug wird immer beliebter.  Wer sich für den Zug entscheidet, tut damit nicht nur dem Klima etwas Gutes, sondern macht auch die Reise an sich zum Erlebnis. Wie wir die Nacht auf den Schienen verbracht haben, was eine Schlafkabine überhaupt kostet und warum wir nach Hamburg gereist sind, verrate ich euch in diesem Blogpost.

*Dieser Blogpost ist in bezahlter Zusammenarbeit mit CALIDA entstanden.

 

Mit dem Nightjet erreichen wir die Hansestadt von Zürich aus innert 11 Stunden. Chris und ich sind ausgerüstet. Obwohl der Zug um 20 Uhr losfährt und wir so theoretisch schon vorher hätten essen können, wollen wir uns das nicht nehmen lassen: Ein Picknick in der eigenen Zugkabine. Wir betreten unseren Schlafwagen aus lauter Vorfreude eine halbe Stunde zu früh. Hier lässt es sich auch wirklich aushalten. Auf wenigen Quadratmetern hat man hier eine eigene kleine Wohnung. Dazu gehören ein Hochbett mit richtigen Kissen und bezogenen Decken, ein kleines Bad mit WC und Dusche, sowie zwei Sessel mit direktem Blick auf die vorbeiziehende Landschaft.

Es geht los. Pünktlich um 20 Uhr fährt der Nightjet los. Gleich unmittelbar danach klopft es das erste Mal an unserer Tür. Der Zugbegleiter fragt nach unserem Befinden und nimmt sogleich die Bestellung für das Frühstück auf. Um 6 Uhr wolle er uns wecken, sagt er. Gleich vorne weg: Als Veganer/in findet ihr auf dem Menü – zumindest morgens – nicht viel essbares. Anders sieht es aus, wenn ihr tagsüber fährt, da gibt es immer ein veganes Hauptgericht sowie Snacks. Uns ist das aber erst einmal egal: Wir sind schliesslich erst beim Dinner angekommen und verpeisen nun mit Blick auf den Sonnenuntergang am Horizont unser mitgebrachtes Sushi.

 

Zero Waste unterwegs: Das muss mit ins Gepäck!

Stichwort mitgebracht. Für mich hört nachhaltiges Reisen nicht bei der Entscheidung Zug statt Flugzeug auf. Mit ein bisschen Planung lässt sich das weiter optimieren. Beispielsweise indem wir das eigene Essen mitbringen. Dafür habe ich praktische Behälter aus Alu, die wiegen fast nichts und können auch schnell und einfach wieder gereinigt werden. Auch immer mit dabei ist ein eigenes Besteckset, sowie eine Trinkflasche plus ein wiederverwendbarer Kaffeebecher. Easy, oder?

Übrigens: Die Strecke Zürich nach Hamburg (über Nacht) ist die beliebteste Strecke der ÖBB. Insgesamt waren 2018 rund 1,6 Millionen Passagiere mit dem Nachtzug unterwegs. Damit nahm die Zahl der Passagiere verglichen mit dem Vorjahr um 200’000 zu (Quelle: srf.ch). Für die immer grössere Beliebtheit von Zugreisen gibt es sogar einen Namen.

Der schwedische Trend „flygskam“ führt dazu, dass immer mehr Reisende vom Flugzeug auf die Schiene wechseln, um das Klima zu retten. 

Es ist kurz nach 22 Uhr. Das Schaukeln und ruckeln des Nightsjets in seinen Schienen ist irgendwie so gemütlich, dass wir uns bald einmal aufs Ohr hauen. Ein richtiges Bett zu haben, ist wirklich viel Wert. Ich gehöre nämlich zu der Sorte, die im Sitzen niemals auch nur ein Auge zumacht! Zugegeben, für Chris und mich ist das Bett zwar ein wenig zu kurz geraten, bequem ist es aber alleweil. Und so schlafen – beide in unserem Calida-Pyjama – wir schon nach wenigen Minuten ein.

Als wir am nächsten Morgen wie versprochen pünktlich um 6 Uhr geweckt werden, sind wir längst nicht mehr im Tiefschlaf. Einige Male sind wir in der Nacht wach geworden, weil das Bett ungewohnt nach links, recht, nach oben und unten schaukelte. Dennoch fühlen wir uns erholt und freuen uns auf Hamburg.

Kurz bevor wir im Bahnhof eintreffen, mache ich mich kurz frisch. Ein eigenes Bad zu haben ist super praktisch. Outfittechnisch entscheiden wir uns für einen bequemen aber strassentauglichen Look und schlüpfen in Calida Loungewear. Gerade der Jumpsuit (siehe unten) ist einfach zu schön, als dass er nur zuhause getragen wird, oder? 🙂

 

Zu schade, um ihn nur zuhause zu tragen: Der Jumpsuit von CALIDA. Ich trage Grösse XS und bin 1,77 cm gross.

 

Zug vs. Flugzeug – Kosten, Comfort und Umwelt + eure Fragen

Ich habe euch gefragt, was euch in Bezug auf das Reisen mit dem Nachtzug besonders interessiert. Gerne gebe ich euch an dieser Stelle allen gewünschten Insights zu Preis, Comfort, Co2-Ersparnis & co.:

Was kostet ein eigenes Abteil im Nightjet?

Es gibt ganz verschiedene Tickets für den Nightjet. Die günstigsten bekommt ihr schon ab 48 Franken. Dann habt ihr einen normalen Sitzplatz. Alternativ könnt ihr euch dann aber auch für einen geteilten Liegewagen entscheiden – oder wie wir – für ein eigenes Schlafabteil.

Wir haben für die Strecke von Zürich nach Hamburg 300 Euro bezahlt (1 Weg). Zurück sind wir dann tagsüber gereist, was deutlich günstiger und auch schneller ist.

Wo buche ich das Ticket?

Das Ticket haben wir direkt bei der Österreichischen Bundesbahn online gebucht. Das ist ganz unkompliziert und ihr braucht das Ganze auch nicht ausdrucken (auch wenn das auf dem PDF-Ticket steht). Wenn schon nachhaltig, dann richtig, oder? 😉

Wie bequem ist der Nachtzug?

Sehr bequem! Das könnt ihr mir glauben. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die immer und überall schlafen können. Im Nightjet konnte ich aber wirklich zur Ruhe kommen. Ausserdem ist der Service toll. Ihr könnt euch immer wieder heisses Wasser für Tee bestellen und falls etwas ist, ist der Zugbegleiter immer zur Stelle.

Wie sicher ist der Nightjet (als Frau)?

Ich bin mit Chris gereist, würde aber jederzeit auch alleine im Nachtzug schlafen. Wer keine eigene Kabine hat, schläft mit höchstens drei andere Passagieren desselben Geschlechts in einem Raum. Zudem ist der Liegewagen getrennt von den anderen Abteilen. So müsst ihr wirklich keine Angst haben um eure Wertsachen.

Ist der Zug wirklich so viel nachhaltiger?

Hier lassen wir am besten die Zahlen sprechen.

Nachtzug: 31,6 kg Co2 / Person
Auto: 89,7 kg Co2 / Person
Flugzeug: 127,1 kg Co2 / Person

Der Nachtzug verbraucht also 4x weniger als das Flugzeug.

 

Angekommen in Hamburg: Essen, trinken und einkaufen in der Hansestadt!

Es ist bereits das zweite Mal, dass Chris und ich gemeinsam in Hamburg sind. Letztes Mal war es aber so kalt, dass wir uns kaum draussen bewegen konnten. Das ist schade, denn die Stadt ist wunderschön und extrem vielseitig.

Gerne teile ich nachfolgend ein paar unserer Highlights in Sachen Essen, Trinken und Einkaufen mit euch!

Am Hafen:

Unsere Unterkunft haben wir direkt am Hafen. Das ist für uns besonders deshalb toll, weil wir so morgens dem Ufer entlang laufen gehen können. Wir mögen die raue Stimmung hier und es ist immer wieder faszinierend, dem Treiben hier zuzusehen.

Falls ihr den Nordwind nicht mögt: Probierts alternativ mal mit Pyjama-Acro-Yoga! 😉

 

 

Im Calida Store:

Am ersten Tag besuchen wir den neuen Flagship-Store von Calida am neuen Wall. Der Laden wurde von A bis Z nachhaltig gestaltet – vom Boden bis hin zum QR-Code, den der Besucher scannen und den Weg der Kleidung nachverfolgen kann. Das Label MADE IN GREEN by OEKO-TEX® ist eines der transparentesten und strengsten Labels überhaupt. Es ermöglicht den Kundinnen und Kunden, bei jedem ausgezeichneten Produkt die Lieferkette bis zu den Rohstoffen detailliert zurückzuverfolgen. Mehr Infos zur Zertifizierung findet ihr hier

Ausserdem legt Calida einen hohen Stellenwert auf die Produktqualität und -verantwortung. Ein Calida-Produkt hat, egal, wo es produziert wird, gleichwertig hohe Standards hinsichtlich Qualität, Ökologie und Ethik zu erfüllen. Der schonende Umgang mit Umweltressourcen ist für das Label ebenfalls selbstverständlich.

 

Das Label MADE IN GREEN by OEKO-TEX® ist eines der transparentesten und strengsten Labels überhaupt.

 

Im Kaffeehimmel:

In Hamburg haben wir nicht nur unglaublich gut gegessen, sondern auch den besten Flat White aller Zeiten getrunken. Ihr bekommt ihn in der Hermetic Coffee Roastery! Ebenfalls testen wollte ich das Café „In guter Gesellschaft“ gleich um die Ecke (zero waste), da war es aber leider zu voll.

 

Hier schmeckt’s besonders gut:

Gegessen haben wir am ersten Tag am Mittag im „Happenpappen“ (extrem grosse Portionen). Bestellt haben wir ein Curry und ein Stück Bananenbrot ohne Zucker. Beides sehr lecker.

Wenn ihr Sushi mögt, dann kann ich euch das „Raw Like Sushi“ ans Herz legen. Aber Achtung: Hier wartet ihr laaaange auf euer Essen. Lohnt sich dennoch, das Kimchi ist auch super lecker und vegan.

Etwas weiter draussen aber die lange Fahrt wert ist die Pizzeria „Vistro“. Da gibt es super leckere vegane Pizza – auch mit glutenfreiem Boden und dem besten Cashew-Mozzarella!

 

 

Unverpackt einkaufen:

Wenn ihr schon in der Roastery seid, dann könnt ihr gleich noch einen Abstecher in den „Stückgut“ Unverpackt-Laden machen. Gleich nebenan gibt’s auch einen Bioladen (wir haben uns da für die Heimreise mit Snacks eingedeckt).

 

Fazit der Zugreise: Lohnt sich der zeitliche und finanzielle Mehraufwand? 7 Gründe

Auf jeden Fall! Klar muss man mehr Zeit einrechnen mit dem Zug, aber das Reisen an sich gehört so eben auch mit zum Ausflug. Gerne trage ich euch hier einige weitere Pluspunkte zusammen, die für Zugreisen sprechen:

  • Entschleunigung: Wer mit dem Zug reist, hat Zeit für ein gutes Buch oder kann die Seele baumeln lassen.
  • Keine Schwierigkeiten beim Gepäck: Ich könnt so viel mitnehmen, wie ihr wollt. Auf Flüssigkeiten müsst ihr auch nicht achten.
  • Entspannt ankommen: Fliegen ist immer mit Stress verbunden. Zugreisen hingegen ist total entspannt.
  • Besser für Mama Erde: Wer den Zug nimmt, spart einiges an Co2 ein und reist so mit gutem Gewissen.
  • Schneller als gedacht: Gerade der Rückweg war mit 7 Stunden nicht viel länger. Wer fliegt, muss ebenfalls mehr Zeit einrechnen mit vorher Check-In, Warten am Gate, usw.
  • Fliegen ist zu günstig: Was, wenn nicht der Zug zu teuer, sondern einfach das Fliegen zu günstig ist? Der Comfort und Service an Board des Nightjets ist auf jeden Fall 1A!
  • 1. Klasse statt Business-Flug: Zurück haben wir in der 1. Klasse gebucht. Das war nur 10 Euro teurer – mit Sitzplatzreservierung. Klasse, oder? Ein solches Schnäppchen gibt’s beim Fliegen nicht.

 

cof



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .