Naturkosmetik selber machen – drei einfache zero waste Rezepte

Naturkosmetik selber machen – drei einfache zero waste Rezepte

Lange habe ich mich davor gedrückt, meine Kosmetik selbst herzustellen. Warum? Das wüsste ich auch gerne. Wahrscheinlich habe ich mir das Ganze komplizierter vorgestellt. In Tat und Wahrheit gibt es aber nichts Einfacheres, als Pflegeprodukte selbst herzustellen. Heute zeige ich euch deswegen meine drei ersten Rezepte, die aber weitaus mehr ersetzen als nur drei Produkte. Denn: Alle Rezepturen sind regelrechte Allrounder.

Alle hier vorgestellten Endprodukte sind natürlich, biologisch und – das war mir besonders wichtig – plastikfrei. Ich möchte nämlich, wie schon beim Einkauf und der Küche, Plastik im Bad auch auf ein Minimum reduzieren. Das bedeutet natürlich vorerst, alle noch vorhandenen Dinge aufzubrauchen, um diese dann nach und nach mit nachhaltigen und selbst hergestellten Produkten zu ersetzen oder ganz wegzulassen. Kleine Info am Rande: Manche Rezepturen enthalten Honig. Ich verwende dafür Schweizer Imker-Honig (den esse ich auch). Natürlich ist es euch überlassen, ob ihr das machen wollt. Ansonsten könnt ihr den Honig auch einfach weglassen.

Wie ich mein Bad Schritt für Schritt ökologischer gestalte, welche Naturkosmetik auch nachhaltig verpackt ist und wie ihr euer Gesicht ohne Watte und Abschminktücher sauber kriegt, verrate ich euch dann aber in einem separaten Blogpost.

Heute soll es wirklich um die DIY-Rezepte gehen, damit ihr euch einmal selbst in die Küche stellen und etwas Tolles für eure Wohlfühloase im Bad zaubern könnt. Nun möchte ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen. Heute habe ich für euch…

  • eine flüssige Olivenseife (ihr könnt sie sowohl zum Waschen eurer Hände als auch als Duschgel brauchen),
  • eine Shea-Kokos Body Butter (die auch als Lippenbalm, Haarspitzenpflege und Nachtcreme fürs Gesicht benutzt werden kann) und
  • ein Kakao-Trockenshampoo aus nur zwei Zutaten, welches ihr auch als mattierendes Puder für euer Gesicht verwenden könnt.

 

Flüssige Olivenseife für Hände und Körper

 

 

Für 2 mittlere Flaschen Flüssigseife braucht ihr:

  • 100 Gramm Naturseife (ich habe Oliven-Zitronenseife verwendet, die ich im Unverpackt-Laden gefunden habe)
  • 1 Liter Wasser
  • 2 TL Schweizer Imker-Honig
  • 2 TL Olivenöl

Variation: Natürlich könnt ihr eure persönliche Seife beliebig verfeinern. Zum Beispiel ein paar Tropfen ätherischem Öl.

Und so geht’s:

  1. Rasple das Stück Naturseife mit der Küchenreibe.
  2. Fülle einen Liter Wasser in einen Kochtopf und gib die Seifenraspel dazu. Erwärme das Wasser nun und bringe es unter langsam unter Aufsicht zum kochen.
  3. Lass die Seife danach abkühlen. Lasse sie mindestens 3 Stunden ruhen. Sobald die Seife eine cremige Konsistenz erreicht hat, fügst du das Öl und den Honig hinzu.
  4. Dann hast du die Möglichkeit, die Seife nach deinem Gusto zu verfeinern. Träufle beispielsweise ein wenig Duftöl hinein. Rühre die Seife dann noch einmal kräftig um.
  5. Fülle die fertige Seife jetzt ab. Nutze dafür am besten einen alten Seifenspender oder eine Glasflasche.

Anmerkung: Stellt die Flüssigseife lieber immer wieder frisch her, damit sich keine Keime bilden.

 

Kakao-Trockenshampoo & mattierendes Puder

 

 

Wie bitte? Wir sollen uns Kakao in die Haare pudern? Genau. Ihr braucht für dieses Rezept tatsächlich nur Maisstärke und Kakaopulver (natürlich jenes ohne Zucker).

  • 3 EL Kakao
  • 3 EL Maisstärke oder Backpulver (wenn ihr blondes Haar habt, verwendet etwas mehr Maisstärke. Wenn euer Haar ganz dunkel ist, könnt ihr auch nur Kakaopulver verwenden)

Und so geht’s:

Wir lassen das rohe Kakaopulver durch ein feines Sieb rieseln. Alle Klümpchen werden so beseitigt und der rohe Kakao wird so fein, dass er jede Stelle am Kopf erreichen kann.

Jetzt braucht ihr nur noch einen Pinsel – am besten einen Puderpinsel. Taucht jetzt den Pinsel in euer Pudergemisch ein und verteilt es am Haaransatz. Kurz einwirken lassen und über dem Waschbecken oder der Badewanne auskämmen. Fertig!

Aufgrund seiner braunen Farbe ist reiner roher Kakao als Trockenshampoo nur für sehr dunkles Haar geeignet. Für helles Haar ist Backpulver oder ein Gemisch aus beidem eine gute Alternative.

Ich habe das Gemisch auch schon verwendet, um meine glänzende Nase abzupudern, funktioniert ohne Probleme. Und gut riechen tut das Ganze alleweil! Probiert es aus und spart euch ab und an eine Haarwäsche.

 

Shea-Kokos Creme – der Allrounder für Gesicht, Körper und Haare

 

 

Für zwei kleine Dosen Creme braucht ihr:

  • 70 Gramm Shea Butter (fair + bio)
  • 30 Gramm Kokosöl
  • 2 EL Leinöl
  • optional: ein paar Tropfen Lavendel- oder Teebaumöl

Und so geht’s:

Die Shea Butter in eine Schüssel geben. Das geschmolzene Kokosöl sowie die weiteren Zutaten beigeben und gut vermengen. Am besten funktioniert das mit blossen Händen oder mit Hilfe eines Teigschabers.

Die fertige Bodybutter kann entweder im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Im Kühlschrank wird ziemlich fest, bei Zimmertemperatur wird sie schön butterig weich.

Da das Rezept kein Wasser enthält, hält die Creme sehr alnge. Die Haltbarkeit entspricht der Haltbarkeit des verwendeten Öls (ca. 1 Jahr).

Warum Shea Butter:

  • Ungesättige Fettsäuren
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Vitamin E
  • Allantoin
  • Beta-Carotin (Provitamin A)

Shea Butter macht die Haut weich und geschmeidig. Juckreiz und entzündliche Reaktionen werden gelindert.  Ausserdem wird Haut geschützt, sodass Shea Butter zum Schutz stark beanspruchter Haut eingesetzt werden kann. Eine weitere tolle Wirkung der Sheabutter ist der natürlicher Lichtschutzfaktor. Dieser Lichtschutzfaktor liegt bei etwa LSF 4.

Positive Eigenschaften des Leinöls

Durch das Leinöl wird die Haut und das Bindegewebe elastischer gemacht. Auch wird der Aufbau und die Regeneration von Zellen angeregt. Leinöl könnt ihr zusätzlich auch oral einnehmen und beispielsweise in eurer Müsli geben oder für salzige Speisen verwenden (unerhitzt).

Heilwirkung ätherischen Öle:

Für eine ausgeprägte Heilwirkung, beispielsweise bei Neurodermitis oder anderen Hautentzündungen, eignen sich folgende ätherische Öle:

  • Teebaumöl
  • Ägyptisches Schwarzkümmelöl
  • Lavendel-Öl

Ausserdem verleihen diese Öle eurer Creme einen wunderbar angenehmen Duft.

Anwendung:

Ihr könnt die Creme nicht nur für den Körper oder das Gesicht verwenden. Sie eignet sich auch als Anti-Spliss Maske für die Haare (in die Spitzen einmassieren und über Nacht drin lassen).

 

What’s next?

Das sind meine ersten drei DIY-Rezepte für natürliche Kosmetik. Lasst mich gerne wissen, wofür ihr gerne als nächstes eine Anleitung hättet. Ich freue mich, für euch zu experimentieren.

Alles Liebe und bis bald,
Anina



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