14 Tipps für eine Küche ohne Plastik: Zero Waste leicht gemacht!

14 Tipps für eine Küche ohne Plastik: Zero Waste leicht gemacht!

Plastikfrei und Zero Waste: Das hört sich immer so radikal und unerreichbar an. In der Küche ohne Plastik auszukommen, ist aber viel einfacher, als du vielleicht denkst. Heute gebe ich dir meine besten Tipps, wie ich es geschafft habe, auf ökologischere Alternativen umzusteigen. Und: Du musst übrigens auch gar nicht gleich alles wegwerfen. Oftmals macht es viel mehr Sinn, das schon Vorhandene einfach möglichst lange zu brauchen. Aber lies selbst…

*Dieser Beitrag ist in keiner bezahlten Zusammenarbeit enstanden. Die Links sollen euch lediglich zur Orientierung helfen.

 

1) Wachspapier statt Frischhaltefolie

Nicht nur die Umwelt leidet unter dem Übermass an Plastik. Auch für unsere Gesundheit stellt das Verpacken von Lebensmitteln in Plastikfolien und Plastikdosen eine Gefahr dar. Was viele nicht wissen: Durch die Aufbewahrung von Lebensmitteln in Plastik können schädliche Stoffe aus dem Kunststoff in die darin verpackten Lebensmittel übergehen. So gelangen die gesundheitsgefährdenden Stoffe über unser Essen direkt im Körper. Diese sogenannten Weichmacher sind äussert bedenklich, werden sie doch mitverantwortlich gemacht für Übergewicht, Diabetes, Asthma und Brustkrebs.

Nun aber zur besseren Alternative zur Frischhaltefolie. Wachstücher sind nicht nur immer wieder verwendbar, sondern schützen gerade Brot viel besser vor dem Austrocknen als Folie oder Papier. Ausserdem lassen sie sich auch gut über Schälchen legen, sodass ihr bedenkenlos euer übrig gebliebenes Essen wieder in den Kühlschrank stellen könnt.

Die veganen Wachstücher findet ihr hier oder ihr macht sie einfach selbst (dazu gibt es tolle Anleitungen auf Youtube).

 

2) In einen guten Mixer investieren

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was dieser Tipp mit Plastikvermeidung zu tun hat. Ganz einfach: Mit einem guten Mixer könnt ihr mühelos viele Produkte einfach selbst herstellen. Dazu gehören beispielsweise Milchalternativen wie Mandel-, Reis-, oder Haferdrink. Aber auch Nussmus, veganes Nutella und Snacks wie beispielsweise Bliss Balls und Energieriegel, könnt ihr mit einem tollen Hochleistungsgerät im Nu selbst herstellen.

In meiner Küche kommen zwei verschiedene Geräte zum Einsatz. Einerseits habe ich einen Nutribullet, den ich vor vier Jahren gekauft habe. Dieser eignet sich gut für kleinere Mengen, ist aber zu wenig stark für Nussmus, Pesto, usw. Für die Herstellung einer Nussmilch reicht er aber allemal aus.

Wenn ihr sowieso gerne kocht und backt, dann lohnt es sich aber definitiv, in ein grösseres und leistungsstärkeres Gerät zu investieren. Ich habe mir deshalb letzten Monat endlich einen Vitamix geholt. Der kostet zwar eine Stange Geld, dafür habt ihr dann aber auch ganze sieben Jahre Garantie und könnt ganz einfach und schnell eure Stapels selbst zusammenmixen. Mein Modell findet ihr hier. Ich bin damit bislang übrigens sehr zufrieden und happy, dass ich mich für die Version mit Schalter entschieden habe (es gibt auch noch ein neueres Modell mit Computeranzeige, von der Leistung her ist dieser aber genau gleich wie der Vorgänger).

 

 

3) Leitungswasser statt Mineral

Für diesen Tipp halte ich es kürzer. Inzwischen ist SodaStream ja in aller Munde. Wie heisst es so schön: Sprudeln, statt schleppen! Ich finde auch – wenn schon Mineral, dann nur selbst gesprudeltes. Ansonsten trinkt lieber Leitungswasser, so vermeidet ihr Unmengen an PET. Und wenn euch das nicht schmeckt: Habt ihr schon einmal versucht, euer eigenes Infused Water zu machen? Einfach ein paar Orangen- und Zitronenschalen mit ins Wasser geben und schwupps habt ihr ein tolles Wasser mit erfrischendem Geschmack!

 

4) Strohhalme aus Glas oder Edelstahl

Wir bleiben gleich noch eine Runde bei den Getränken. Plastikstrohhalme werden ja glücklicherweise immer mehr auch in den Restaurants und Cafés verbannt. Deswegen sollten wir das alle auch Zuhause tun. Zumindest jene aus Plastik. Es gibt nämlich auch Halme aus Glas und Edelstahl. Die sind nicht nur viel hübscher, sondern wie ich finde auch viel angenehmer im Mund. Gerade für das Trinken von Säften und Smoothies sind die ein Traum.

Ihr findet die Strohhalme aus Glas und Edelstahl beispielsweise hier.

 

5) Einfrieren ohne Plastik

Wir kennen das alle: Ganz oft kocht man zu viel oder isst nicht so viel Brot, wie gedacht. Die Lösung? Einfrieren! Das ist natürlich an sich schon nachhaltig, weil damit Food Waste reduziert wird. Nun könnt ihr das Ganze aber noch optimieren, indem ihr zum Einfrieren keinen Plastik verwendet, sondern eine der folgenden Alternativen wählt:

  • Tupperware: Darin friere ich gerne meine Bananen für Smoothies ein oder ganze Gerichte, die ich mir dann einfach so wieder aufwärmen kann.
  • Bambusbeutel/Papiertüten: Brot könnt ihr bedenkenlos in einen Jutebeutel packen und darin einfrieren. Oder ihr verwendet – wenn ihr das Brot verpackt kauft – einfach gleich die Tüte, die ihr dafür bekommen habt.
  • Eiswürfel: Für Saucen eignet es sich besonders, sie in Eiswürfelform einzufrieren. Das ist übrigens auch super praktisch für Buillon oder Smoothies.

 

6) Küchenpapier? Nein danke.

Okay, Küchenpapier besteht nicht aus Plastik. Aber: Unnötig ist es alleweil! Jeder fünfte Baum, der abgeholzt wird, fällt für die Papierproduktion. Deswegen könnte man also sehr wohl sagen, dass Papier im Zweifel gar nicht viel besser ist als der böse Bruder Plastik. Übrigens ist auch recyceltes Küchenpapier keine echte Alternative zu normalem Küchenpapier. Beide Varianten sind nämlich – ihr ahnt es schon Plastik verpackt, nicht wiederverwendbar und werden trotz aufwendiger Herstellung nach einmaliger Verwendung weggeschmissen.

Wer jetzt auf ein total fancy Produkt hofft, das ich anstatt dessen empfehlen kann: Weit gefehlt! Ihr habt es alle schon im Haus (was ja umso toller ist, oder)!  Geschirrhandtücher oder Lappen aus Baumwolle. Saugen garantiert auch Wasser auf, trocknen die Hände und wischen weg, was eben weg muss. Ganz ohne Müll! 😉

 

7) Kochlöffel, Spaghettizange & Co. aus Holz

Verwendet ihr schon Kochlöffel aus Holz? Früher war das ja ganz normal, irgendwann wurden dann fast nur noch welche auch Kunststoff angeboten. Wichtig ist auch hier wieder, dass das Holz garantiert aus fairem Betrieb stammt und die sozial- und umweltverträgliche Waldwirtschaft fördert. Auch bei dem Transport achten gewisse Hersteller auf keine unnötig langen Transportwege um so CO2 einzusparen. Ein Paradebeispiel verlinke ich euch hier. Ähnliche Löffel findet ihr auch bei Pfister, wenn ihr lieber nicht online einkaufen möchtet. Hier ein Beispiel für eine hölzerne Spaghettizange.

 

8) Spülbürsten aus Holz

Ein kleiner Tipp vorab, der zwar nichts mit Plastik, aber mit Nachhaltigkeit im Allgemeinen zu tun hat: Habt ihr gewusst, dass es ökologisch sinnvoller ist, den Geschirrspüler laufen zu lassen statt von Hand abzuwaschen? Nun, da nicht jeder Haushalt eine Maschine hat oder man doch ab und an etwas vorspülen muss, gibt es auch Bürsten aus Holz statt Plastik. Die kommen mit einem wechselbaren Kopf. Hier solltet ihr einfach beachten, was für ein Holz verwendet wurde und wo die Bürste hergestellt wird. Ein nachhaltiges Beispiel findet ihr zum Beispiel hier. Ich habe meine in einem Zero Waste Laden gefunden.

 

9) Eigene Kräuter anpflanzen

Diesen Punkt setze ich auch noch nicht um, ich bin ganz ehrlich. Immerhin kaufe ich die Kräuter aber frisch vom Markt, da sind sie unverpackt und kommen aus der Region. Für diesen Frühling habe ich aber ein tolles Projekt, dass da heisst: Balkonien! Ich will unbedingt einen Kräutergarten anlegen. Da halte ich euch auf jeden Fall auf dem Laufenden…

 

10) Einmachgläser statt Plastiktüte

Es macht einfach was her, die Staples in Einmachgläsern aufzubewahren, oder? Hier habe ich gleich mehrere Tipps für euch. Immer wieder werde ich gefragt, woher ich denn meine Gläser habe. Und wisst ihr was? Am allermeisten Sinn macht es, wenn ihr leere Gläser (beispielsweise von Kichererbsen, Marmelade und co.) einmal in den Geschirrspüler gebt und sie dann wieder verwendet. Solltet ihr dennoch neue Gläser brauchen, findet ihr diese inzwischen in jedem Supermarkt oder Zero Waste Laden. Online findet ihr eine grosse Auswahl beispielsweise auch hier.

Natürlich macht es wenig Sinn, wenn ihr eure Vorräte im Supermarkt kauft und sie dann Zuhause einfach umfüllt. Das ist nicht die Idee von Zero Waste. Deswegen: Überlegt euch, wie ihr eure Nüsse, Pasta und co. schon möglichst verpackungsfrei einkaufen könnt. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • im Unverpacktladen / Zero Waste Shop einkaufen
  • auf den Wochenmarkt gehen
  • möglichst grosse Packungen einkaufen, wenn es plastikfrei nicht möglich ist (dann fällt immerhin weniger Müll an)

Und noch ein Tipp: Falls ihr keine Gläser mitschleppen wollt zum Zero Waste Laden: Füllt doch einfach alles in eure Jutebeutel ab und packt es dann zuhause um in die Gläschen. So einfach ist das! 🙂

 

11) Auch To-Go plastikfrei werden

Nicht immer ist die Zeit, Zuhause zu essen. Oft sind wir auch unterwegs. Für diese Tage macht es Sinn, vorab etwas mitzudenken. Investiert in eine schöne Box (aus Metall oder Bambus) oder packt euer Mittagessen in ein Glas (vergesst nicht, auch Besteck einzupacken). Auch hier würde ich euch empfehlen, ein Tupperware zu nehmen, das ohne Plastik auskommt (es ist einfach ungesund). Zusätzlich zu meiner Box habe ich auch immer eine eigene Trinkflasche dabei und einen Kaffeebecher, den man falten kann.

Ihr findet meine Lieblingsprodukte für Zero Waste On The Go hier:

 

12) Kaffeekapseln und Tee im Beutel? Sowas von 2018!

Ehrlich gesagt, waren Kaffeekapseln (ob aus Plastik oder Alu) schon vor 2018 ein absolutes No-Go. Trinkt Filterkaffee, legt euch eine French-Press zu, steigt auf eine Pad-Maschine um oder investiert in eine Kaffeemaschine, die euch direkt und frisch die Bohnen mahlt. Wir haben bei uns einen Vollautomaten. Und ja: Das kostet eine gute Stange Geld. Dafür aber fällt kein Müll mehr an und wir können selbst bestimmen, welche Bohne wir trinken wollen. Denn das kommt ja noch dazu: Wenn Kaffee, dann bitte nur bio und fair gehandelt.

 

13) Spülmittel: Aus recyceltem Plastik + umweltschonend

Die Ecover Produkte habe ich euch ja schon einmal vorgestellt. Den Blogpost mit 10 Tipps zum plastikfreien Alltag findet ihr hier. Ich kann euch die Produkte wirklich ans Herz legen, auch die Spültabs sind toll und umweltschonend.

Ich verlinke euch hier ein paar weitere tolle ökologische Spülmittel-Marken:

  • Sonett (haben auch Waschmittel und Seife)
  • Trash Hero (ganz plastikfreie Handseife + Lotion, Produkt aus der Schweiz)
  • Anleitung zum selbst gemachten Allzweckreiniger

 

 

14) Beim Einkaufen auf Plastik verzichten + recyceln

Der letzte Punkt klingt vollkommen logisch und trotzdem möchte ich abschliessend noch erwähnen, dass wir uns alle beim Einkaufen etwas mehr an der Nase nehmen sollten. Schaut doch mal, ob es bei euch in der Umgebung einen Wochenmarkt oder Bauernhof mit Hofladen gibt. Dann könnt ihr immerhin Früchte und Gemüse verpackungsfrei einkaufen.

Falls doch kein Weg am Supermarkt vorbei führt, so nehmt wenigstens immer eure eigenen Beutel mit. Übrigens: Jutebeutel müsst ihr 24x tragen, dass sie wirklich besser sind als eine Plastiktüte. Wusstet ihr das? Es lohnt sich also, die bereits vorhandenen Taschen wieder zu verwenden. Ich habe mir ausserdem einen Korb geholt für den Einkauf auf dem Markt. Damit macht mir das Einkaufen einfach gleich doppelt Spass! 😉

Für den Plastik, der trotzdem noch anfällt, haben wir einen extra Sack. In der Schweiz wird Plastik ja leider nicht per se recycelt. Ihr braucht dafür extra gekaufte Säcke und müsst diese zu einer Abgabestelle bringen. Das Thema ist etwas komplex, bald werde ich aber darüber einen Blogpost verfassen und mal genau hinterleuchten, was mit dem Plastikmüll bei uns eigentlich genau geschieht…

 

Step by Step: Überfordert euch nicht!

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man oft von 0 auf 100 will. Doch: Wenn ihr jetzt noch Dinge aus Plastik Zuhause habt, müsst ihr euch nicht schlecht fühlen. Es macht sowieso wenig Sinn, diese jetzt einfach wegzuwerfen und durch etwas Neues zu ersetzen. Denn nachhaltig zu leben heisst eben auch, Gegenstände die wir bereits besitzen, so lange wie möglich zu gebrauchen. Ersetzt nur jene Dinge, die ihr sowieso weggeworfen hättet.

Ich hoffe, ihr konntet den ein oder anderen guten Tipp mitnehmen und wenn ihr euch noch mehr einlesen möchtet, dann geht es hier direkt weiter mit Nachhaltigkeit im Badezimmer.

Nun bin ich gespannt auf euer Feedback und eure Tipps in Sachen plastikfrei in der Küche!

Bis bald und alles Liebe,
Anina



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