Meine neue Ernährung und was das eigentlich mit Ayurveda zu tun hat

Meine neue Ernährung und was das eigentlich mit Ayurveda zu tun hat

Bauchkrämpfe, Durchfall und Blähungen: Monatelang kämpfte ich täglich mit meinem Darm. Lange konnte ich mir nicht erklären, warum. Denn gegessen habe ich viel Rohkost und grüne Smoothies – sprich sehr gesund! Warum mir aber genau das zum Verhängnis wurde und wie ich es dank der Ayurvedischen Ernährungslehre geschafft habe, meine Verdauung wieder ins Gleichgewicht zu bringen, verrate ich euch in diesem Blogpost. 

Anina und Smoothie Bowls – wer mich kennt oder schon länger verfolgt, weiss, dass diese beiden Dinge einfach zusammen gehören. Es gab Zeiten, da habe ich sogar zwei Mal täglich eine gegessen. Das sah man übrigens auch meinem Instagram-Feed an. Die reinste Smoothie-Parade, scrollt mal ein paar Monate zurück! 😉 An „normalen“ Tagen stand der grüne Smoothie vor allem mittags auf meinem Speiseplan. Und: Ist das ungesund?, fragt ihr euch. Nein, natürlich nicht. Also nicht per se! Denn grüne Smoothies liefern – wenn sie denn die richtigen Zutaten beinhalten – enorm viele Nährstoffe und Vitamine. Sie bestehen, wie der Name schon sagt, ja vor allem aus Grünzeugs. Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen. Viel mehr will ich euch erzählen, warum diese Bowls für mich eben doch nicht immer so gut waren, wie ich das lange geglaubt habe…

 

Darmprobleme: Psychische und physische Belastung

Ich muss dafür etwas weiter ausholen. Und zwar hatte ich über einen längeren Zeitraum immer wieder Probleme mit meiner Verdauung. Genauer gesagt mit meinem Darm. Alles, was ich gegessen habe, hat es salopp gesagt einfach nur so durch mich hindurch gespült. Von all den Nährstoffen, die ich über meine Smoothies hätte aufnehmen können, habe ich also nie viel behalten können. Dennoch habe ich weiterhin viel Rohes gegessen – manchmal auch am Abend. Die Folge? Ich fühlte mich ausgelaugt, schwach, hatte einen fahlen Teint und fühlte mich auch innerlich total unruhig.

Richtig schlimm wurde es in der Phase, in der ich meine Bachelorarbeit schreiben musste. Letzten Frühling und Sommer hatte ich gefühlt jeden Tag Bauchkrämpfe. Klar ist, dass es durch Stress noch schlimmer wurde. Doch irgendwann war auch mir klar: Das muss ebenfalls mit der Ernährung zusammenhängen.

Mit dem Umzug nach Luzern im Oktober habe ich beschlossen, mein Verdauungsproblem endlich in den Griff zu bekommen. Denn: Das Ganze belastete mich so sehr, dass es mir nicht nur physisch, sondern eben auch psychisch oftmals nicht gut ging. Letzteres machte mir am meisten Angst, denn so kannte ich mich selbst gar nicht. Hinzu kam, dass ich auch im Sport viel weniger leistungsfähig war. Alles in allem also genügend Hinweise dafür, etwas verändern zu müssen.

 

Wie mich Ayurveda auf die richtige Spur brachte

Auf meiner Recherche stolperte ich immer wieder über Ayurveda und die Ernährung im Gleichgewicht der Doshas. Bis anhin hatte ich mich damit nie gross auseinander gesetzt. Lange hielt ich die älteste Ernährungslehre der Menschheit für Hokuspokus. Bis ein Podcast alles veränderte. Eines Tages – das war Anfang November – ging es mir wieder so schlecht, dass ich nicht wie gewohnt Laufen gehen konnte, sondern auf einen Spaziergang um den See umschwenken musste. Unterwegs habe ich mir jeweils eine Podcast-Folge von „Almost 30“ angehört. An diesem Tag tippte ich – ohne gross zu überlegen – eine Folge an, die sich mit Ayurveda auseinander setzte. Genauer gesagt die Episode 158 mit Sahara Rose im Interview (hier verlinkt).

Ich lernte also, dass der Grundgedanke des Ayurveda drei Doshas sind: Vata, Pitta und Kapha. Krankheiten entstehen nach der ayurvedischen Lehre durch eine Unausgewogenheit dieser drei Doshas: Eine auf den jeweiligen Konstitutionstyp abgestimmte Ernährungsweise bringt Körper und Seele wieder in die richtige Balance.

 

  • Vata steht dabei für die Elemente Luft und Raum und damit gleichsam für Eigenschaften wie Wachheit, Klarheit und Dynamik. Kommt es zu einer Unausgewogenheit des Vata, führt das zu Nervosität, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.
  • Pitta hingegen steht für Feuer und gleichsam für die Aktivität des Verdauungssystems sowie des Stoffwechsels. Bei einem unausgewogenen Pitta leiden die Betroffenen oft an Verdauungsstörungen oder übermässiger Gereiztheit.
  • Kapha hingegen beschreibt das stabilisierende Erdelement, das Ruhe und Kraft vermittelt. Eine Unausgewogenheit hierbei führt zu Trägheit und Übergewicht.

 

Ich liebe Ausdauersportarten und schnelles, intensives Training. Deswegen gehe ich so gerne Laufen oder mache High Interval Training. Als Ausgleich habe ich jetzt aber mit Yoga begonnen. Das soll für Vata-Typen besonders geeignet sein.

 

Schnell war mir klar, dass ich der Vata-Typ bin. Ich konnte mich damit so sehr identifizieren, dass mich das Thema nicht mehr losliess. Tagelang habe ich recherchiert und mich in die Thematik eingelesen (wenn euch das interessiert, schreibe ich darüber gerne einmal einen separaten Blogpost). Heute fasse ich es aber kurz: Nehme ich die Ayurvedische Ernährungslehre ernst, habe ich bis dahin alles falsch gemacht, was man so falsch machen kann.

Überwiegt Vata in der persönlichen Konstitution, sollte nämlich erstens eher nicht gefastet werden. Vata-Typen sollten ausserdem versuchen, sich an warmen und feuchten Orten aufzuhalten, ein ruhiges, sicheres und komfortables Umfeld zu kreieren (natürlich eher schwierig, wenn man wie ich den Winter in der Schweiz verbringt). Aber: Ölbäder sind eine gute Alternative und auch das regelmässige Essen und Trinken von fast ausschliesslich warmen Speisen verspricht Heilung für den Vata-Typen.

 

Gesundes kann auch ungesund sein!

Da stand ich nun also: Mit meinen grünen Smoothies, auf die ich nicht verzichten wollte. Mit dem Intermittierenden Fasten (dazu verlinke ich euch hier den Blogpost), das ich mit ganzer Überzeugung praktizierte. Beides Dinge, die an sich sehr gesund sind. Aber anscheinend mir persönlich einfach nicht gut tun. Zumindest nicht täglich.

Was ich damit sagen möchte: Per se mögen Smoothies, Rohkost und auch Fasten sehr gut sein. Aber vielleicht eben nicht für mich. Oder noch genauer ausgedrückt: Nicht für mich in der jetzigen Lebensphase. Das kann für euch wieder ganz anders sein, vielleicht ist es genau das, was für euch stimmt. Und dann ist das toll. Wichtig ist, dass jeder ganz individuell für sich herausfindet, was gut tut und was eben nicht!

Als Aussenstehender mag das vielleicht seltsam klingen, aber ich beschloss dann, dem Ganzen einfach eine Chance zu geben. Ich beschloss, mich nochmals reinzuknien und mich einzulesen in die für Vata-Typen empfohlene Ernährungsweise. Wieder machte vieles plötzlich Sinn: Weil Menschen mit einem stark ausgeprägtem Vata-Dosha schnell kalt wird und sie oft einen empfindlichen Darm haben, sind wärmende und leicht verdaubare Speisen am besten für sie. Dazu zählen Eintöpfe und Suppen. Gemieden werden sollten schwer verdauliche Speisen wie Hülsenfrüchte, Kohl und Pilze, sowie kalte Speisen und Getränke. Auch längeres Fasten ist nicht gut. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen.

 

Was esse ich jetzt an einem Tag?

Bevor ich mich mit der ganzen Thematik auseinander gesetzt habe, sah mein Tag in etwa so aus:

Morgens: Kein Frühstück, lediglich Kaffee (ich habe immer mind. 16h gefastet)
Mittags: Grüner Smoothie mit vielen Toppings (Nüsse, Samen, Früchte, usw.)
Nachmittags: Rohes Gemüse mit Hummus oder nochmals ein Smoothie
Abends: Linsenpasta mit Broccoli, Pilzen, usw.
Getrunken habe ich dazu immer kaltes Wasser.

Vata-Typen sind vor allem im Winter für Störungen anfällig. Sie haben einen sehr aktiven Stoffwechsel, dafür ist ihre Verdauungskraft häufig wechselnd stark. Auswirkungen dieses Umstands sind etwa ein unbeständiger Appetit, aber auch eine grosse Aversion gegen zu viel Routine in den täglichen Essgewohnheiten.

Da der Stoffwechsel von Vata-Typen so wechselhaft ist, wechseln sich unterschiedliche Zustände ab: Es gibt Zeiten, da vertragen sie alle Speisen problemlos. Dann leiden sie wieder an Verdauungsbeschwerden. Meist stehen diese Beschwerden in Verbindung mit Stress. Vata-Typen benötigen also mehr Stabilität in ihrem Stoffwechsel. Das erreicht man schon, indem man versucht, eine ruhige und regelmässige Lebensführung zu gewährleisten. Auch Achtsamkeit während des Essens trägt zu einer geregelten Verdauung bei.

Neben all diesen Tricks und Tipps habe ich aber natürlich auch meine Essgewohnheiten umgestellt. Hier zeige ich euch exemplarisch, was ich nun an einem Tag esse (das variiert natürlich):

Morgens: Quinoa Porridge oder Overnight Oats mit wärmenden Gewürzen wie Zimt, Kurkuma und/oder Kardamom
Mittags: Kürbis aus dem Ofen mit Nussbutter
Abends: Curry mit Gemüse oder Ofengemüse mit einem Linsendal
Statt warmes Wasser trinke ich Tee (und Kaffee, den konnte ich mir nicht abgewöhnen). Als „Snack“ zwischendurch mache ich mir oft einen Matcha oder Turmeric Latte und esse dazu ein paar Nüsse oder getrocknete Früchte.

 

Findet euren Weg und hört auf die Singale des Körpers

Mir ist bei diesem Blogpost besonders wichtig, dass ihr jetzt nicht losrennt und von heute auf morgen alles so macht, wie ich es mache. Denn: Wir sind alle verschieden und nur weil es für mich Sinn macht, mehr warme Speisen zu integrieren, muss das für euch nicht auch so sein. Meine Intention mit diesem Blogpost ist es, euch mit auf den Weg zu geben, mehr auf euren Körper zu hören. Ich habe diese Signale nämlich lange einfach ignoriert und habe danach gelebt, was für andere passte. Dass ich mir und meiner Gesundheit damit nicht unbedingt einen Gefallen gemacht habe, war mir lange nicht bewusst.

Und: Heisst das jetzt eigentlich, dass ich nie mehr Smoothies essen kann? Natürlich nicht. Dafür liebe ich sie viel zu sehr. Ab und an mache ich mir dennoch eine solche Bowl. Es gibt übrigens auch Smoothies, die wärmend sind, weil sie beispielsweise mit Zimt und anderen wärmenden Gewürzen zubereitet werden. Hinzu kommt, dass ich im Sommer Rohkost besser vertrage als im Winter. Kurz gesagt: Ich versuche wirklich, auf meinen Körper und seine Signale zu hören. Da gibt es kein richtig oder falsch!

 

Ruhe im Bauch: Mein Darm-Workshop im März

Falls euch das Thema Darm interessiert, kann ich euch meinen Workshop in der Hiltl Akademie empfehlen. Zusammen mit Naturheilpraktikerin Sarah Müllhaupt kochen wir Gesundes für den Darm. Es erwartet euch nicht nur ein veganer Kochkurs mit vielen einfachen, gesunden und köstlichen Rezepten. Ihr lernt auch, welche Rolle der Darm für unser Wohlbefinden spielt und welche Lebensmittel wie zubereitet werden, damit sie uns ein gutes Bauchgefühl geben! Zudem erfahren Sie, welchen Einfluss Zucker, Gluten und Milchprodukte auf unsere Verdauung haben. Ausserdem bekommt ihr alle Rezepte und sämtliche Tipps als Handout, sodass ihr diese zu Hause ebenfalls einfach umsetzen könnt.

Mehr Infos zur Ayurvedischen Ernährungslehre + Darmgesundheit…

Falls ihr jetzt auch Interesse habt, euch mehr mit Ayurveda auseinanderzusetzen, dann kann ich euch folgende Podcasts, Bücher und Selbsttests sehr empfehlen:

Almost 30: Episode 158

Almost 30: Episode 72

Eat Feel Fresh (Buch)

Dosha Quiz

Interview mit Darmexpertin Sarah Müllhaupt

 

 

 

 



2 thoughts on “Meine neue Ernährung und was das eigentlich mit Ayurveda zu tun hat”

  • Liest sich mal wieder super – schön, dass du andere dazu ermutigst mehr auf sich zu hören anstatt irgendwelchen Trends hinterher zu eifern. Hoffe, dass es dir weiterhin so gut damit geht im neuen Jahr! :-*

  • Ich beschäftige mich auch gerade total viel mit der ayurverdischen Ernährung! Da kann man nochmal soviel lernen, den Körper und Geist hängen doch so nah beieinander. 🙂

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