Regional, saisonal und Zero Waste: Begleitet mich auf den Wochenmarkt

Regional, saisonal und Zero Waste: Begleitet mich auf den Wochenmarkt

Seit über 700 Jahren trifft sich auf dem Luzerner Wochenmarkt hier alles, was Rang und Namen hat. Als Neuzuzügerin habe ich mich so also intuitiv sofort zum Kern der Stadt gesellt. Und damit eine gute Entscheidung getroffen: Meine Einkäufe direkt beim Bauern machen, ist eine tolle Sache. Nicht nur die lokale Wirtschaft profitiert davon. Es gibt noch so viele weitere Gründe, weshalb es Sinn macht, sich auf dem Wochenmarkt zu begeben. Und genau um diese Vorteile geht es in diesem Blogpost.

*Dieser Beitrag ist in bezahlter Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bauernverband entstanden. 

„Ich gebe Ihnen ein paar Gramm mehr“, sagt die Bäuerin am Stand für Biogemüse und befüllt meinen Jutebeutel grosszügig mit deutlich mehr frischen Sprossen als bestellt. Sie entdeckt mein breites Grinsen und fügt hinzu: „Dass sie mithelfen, weniger Plastik zu verbrauchen, soll schliesslich belohnt werden.“ Ich nehme die Tasche voller Jungpflanzen entgegen. „Danke“, sage ich und runde den Betrag dafür grosszügig auf. Genau das ist es, was mir hier auf dem Markt gefällt: Der direkte Austausch mit den Verkäufern und die Möglichkeit, Frisches aus der Region zu kaufen.

Die lokalen Anbieter zu unterstützen hat zum einen den grossen Vorteil, direkt die hiesige Wirtschaft mitprägen zu können. Gleichzeitig profitiere aber auch ich. Bei jedem Marktbesuch lerne ich wieder etwas Neues: Inzwischen kann ich beispielsweise alle Gemüsesorten beim Namen nennen. Wer jetzt lacht, soll es zuerst einmal besser machen. Auf dem Wochenmarkt ist nämlich nicht bei Blumenkohl und Karotten Schluss. Nein, hier gibt es auch sehr alte und lang vergessene Gemüsesorten wie Petersilienwurzel, Topinambur oder Patisson zu kaufen. Und wusstet ihr, dass es sogar frisches regionales Weizengras gibt? Eine echte Offenbarung für den grünen Smoothie am Morgen.

 

Produkte aus Hanf boomen

Ich schlendere weiter durch den Markt. Inzwischen weiss ich ziemlich genau, an welchem Stand ich was bekomme. Für Chris hole ich bei Franz ein Brot. Die Familie Krummenacher hat ihren Hof auf dem Land in der Nähe von Willisau. Für die schöne Brotauslage ist Brigitte, seine Frau verantwortlich. Ich entdecke ein Brot mit Hanf. „Das ist ja cool. Ist das neu?“, frage ich Franz. Er nickt und strahlt. Seit Kurzem habe er ein paar Hanfprodukte ins Angebot aufgenommen. „Die Felder sind pflegeleicht und die Kunden sind sehr interessant daran“, sagt der Bauer. Er zeigt auf den Hanftee, den er ebenfalls selbst herstellt. Der beruhige und habe eine ähnliche Wirkung wie CBD-Öl.

Im Gespräch mit Bauer Franz Krummenacher. Seit 1990 verkaufen er und seine Familie ihre Waren am Markt.

Die Krummenachers gehen also mit der Zeit. Seit 1990 fahren sie jede Woche zwei Mal nach Luzern. Zu Beginn war es Franz‘ Mutter, die hier Eier und Sirup verkaufte. Heute schmeisst Franz mit seiner Frau den Laden. Und damit nicht genug: Insgesamt 15 Leute helfen jeweils bei den Vorbereitungen mit. Plus die Kinder, die Krummenachers haben vier Buben.

 

Mein Besuch auf dem Bauernhof

Ich durfte die Familie sogar auf ihrem Hof besuchen. Was ich da erlebt habe und ob ich es geschafft habe, selbst einen schönen Hefezopf zu backen, könnt ihr hier im Video auf BuureTV sehen.

 

6 gute Gründe, den Wochenmarkt in eurer Region zu besuchen

Nun würde mich natürlich interessieren, ob auch in regelmässig auf dem Wochenmarkt einkaufen geht? Nach meinem Besuch auf dem Trüllenhof ist mir nämlich nochmals mehr bewusst geworden, wie viel Aufwand und Herzblut in jedem einzelnen Markstand steckt.

Gerne liste ich euch hier nochmals die wichtigsten Vorteile des Einkaufens auf dem „Märt“ auf:

  • Stärkung der regionalen Wirtschaft: Das Geld bleibt in Region.
  • Verpackungsfrei einkaufen: Wer seine eigenen Jutebeutel mitbringt, kann auf sämtliche Verpackungen verzichten.
  • Direkter Kontakt: Bei Fragen sind die Bauern selbst vor Ort und wissen über jedes ihrer Produkte Bescheid.
  • Umweltfreundlich: Die Transportwege vom Hof zum Märt sind überschaubar und die Waren somit Co2-neutraler, als wenn ihr sie im Supermarkt einkauft.
  • Saisonal einkaufen: Bei vielen Gemüse- oder Früchtesorten haben wir vergessen, wann sie überhaupt Saison haben. Am Markt lernt man ganz schnell, was es zu welcher Jahreszeit in der Schweiz zu ernten gibt.
  • Alte Gemüsesorten kennenlernen: Seitdem ich am Markt einkaufe, bin ich viel kreativer in der Küche. Erstens, weil ich mit dem arbeite, was es gerade gibt und zweitens, weil meine Gemüseliste verlängert worden ist mit Sorten, die ich vorher nur sehr selten oder noch nie zubereitet habe.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Blogpost auch euch dafür begeistern konnte, wieder einmal einen Markt zu besuchen und mit frischen Zutaten aus der Region etwas Leckeres zu zaubern!

Alles Liebe aus Luzern,
Anina



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