4 Momente, die jeder Instagram-Husband kennt (die Fortsetzung)

4 Momente, die jeder Instagram-Husband kennt (die Fortsetzung)

Hier ist sie, die lang ersehnte Fortsetzung der Instagram-Husband-Serie auf aniahimsa.com. Für alle, die mich noch nicht kennen:

Mein Name ist Chris. Ich bin inzwischen 30 geworden, habe soeben mein Masterstudium beendet und trete am kommenden Montag meine neue Stelle an. Ausserdem bin ich glücklicher Instagram-Husband von Anina.

Ich durfte bereits einen unzensierbaren Gastbeitrag schreiben (ihr findet ihn hier). Ich möchte auch dieses Mal wieder die Gelegenheit nutzen, um euch die wahre Geschichte hinter den wundervollen Instagram-Posts aus der Sicht eines Instagram-Husbands zu erzählen.

Danke übrigens noch für die vielen lieben Reaktionen zu meinem ersten Blogpost. Heute verrate ich euch nun in den Kapitel 5 – 8 weitere geheime Abgründe hinter den perfekten Instagram-Inszenierungen!

 

Kapitel 5: Die Produktesamplings

Der Postbote (egal ob von DHL, Post, TNT oder UPS) klingelt beinahe täglich bei unserem Apartment und hält ein bis gefühlte tausend Pakete in der Hand. Durch die täglichen Begegnungen zwischen Tür und Angel empfinde ich bereits eine tiefe Verbindung zwischen den Boten und mir – auch wenn die Kommunikation vielfach nonverbal stattfindet. Wir verstehen uns. In männlicher Sprache. Kopf kurz anheben = Hi! Kopf kurz senken = Danke!

Nun, die Pakete enthalten teilweise unnützliches Zeugs wie Badekappen mit Bananen-Motiv oder USB-Sticks in Karotten-Kontur. Aber hey, es gibt sie. Die Produkte-Samplings mit Geschmack. Also wortwörtlich gemeint. Unser Essensschrank schaut zuweilen paradiesisch aus. Auch wenn ich ehrlicherweise gesagt manchmal überhaupt nicht nachvollziehen kann, was jetzt denn in den kunstvoll designten Produkteverpackungen denn genau drin steckt. Auch wenn ich mich jetzt unter Umständen als Kulinarik-Banause oute, ich habe keine Ahnung was „YACON“ sein könnte und „Chlorella“ reinigt für mich eher Swimmingpools, anstatt es mich mit Eisen versorgen soll, wie es glücklicherweise doch noch auf der Verpackung steht. Und was ist nun so schlimm an den Samplings fragst du dich? Sie sind super, ich profitiere enorm davon. Nur haben auch unsere Küchenschränke eine begrenzte Kapazität. So kommt es nicht selten vor, dass ich meine Nicht-Superfood-Lebensmittel kaum noch auffinden kann zwischen all den Flohsamenschalen und Weizengräsern. Und noch was. Was denkt ihr, wer den Karton der besagten Pakete für die fachgerechte Entsorgung erstmal in den Keller schleppen darf? Der Super-Insta-Husband!

 

Kapitel 6: Die Blogger-Events

Nun, bis jetzt hört sich alles so an, als sei meine Koexistenz als Instagram Husband eine reine Bestrafung früherer Sünden. Aber glaube mir, es kommt noch schlimmer! Seid ihr schon einmal an einem Event für Blogger und Influencer gewesen? Narzismuss neu definiert! Ab und zu darf ich meine Liebste an ausgewählte Events begleiten, bei welchen Unternehmen die meist jungen Meinungsmacher der Generation Social Media zu einer Produktepräsentation einladen. Ja, was soll ich sagen. Das Essen dort ist geschmacklich beispiellos, die Grösse der Portionen aber tendenziell inhaltslos.

Aber fürs exzentrische Posieren im neusten von Zalando ausgeliehenen Kleid (Retouren sind ja kostenlos) reicht das ja. Und wenn seinesgleichen aufeinander trifft, dann wird teilweise die Oberfläche der Oberflächlichkeit überschritten! Küsschen hier, Umarmung da – sehen und gesehen werden (oder vielfach einfach gehört zu werden), das selbstverständliche Credo des Abends. Zu beobachten ist die Champions League der Fake-Lächeln und Inszenierungen für diverse multimediale Aufnahmegeräte. Die Reaktionsgeschwindigkeiten auf Kameras ist teils phänomenal, sofern einem die Botox-Lippe nicht im Weg schmollt. Allerspätestens wenn der Akku des Mobiltelefons unter die lebenskritische Marke von 5% sinkt, ist der Anlass passé, und die temporär geschlossenen Freundschaften weichen wieder dem guten alten Läster-Modus. Aber irgendwie geniesse ich diese süffisanten Szenerien doch und lasse mich immer wieder gerne zur Begleitung an Events überreden. Denn gemeinsame Erlebnisse sind ja immer noch die schönsten Erlebnisse.

 

Kapitel 7: Die Presse-Reisen

In letzter Zeit durfte ich Anina auch vermehrt zu Einladungen in noch fremde Städte und Hotels begleiten. Das sind wohl die nicht-monetären Entschädigungen für die bis anhin beschriebenen Strapazen. Ein Weekend zu Zweit. Romantik, Entspannen und einfach die gemeinsame Zeit unbeschwert geniessen. So der Plan. Voller Vorfreude besteigt man das Auto, Zug oder gar das Flugzeug und schwebt auf Wolke 7 Richtung Destination „Friedefreudeveganereierkuchen“.

Angekommen im wunderschönen Hotelzimmer gehört es eigentlich zur kindlichen Pflicht, als erstes das Bett mit einem eleganten Bauchsprung zu bespringen. Doch weit gefehlt junger Padawan! An erster Stelle steht immer noch die „Roomtour“ für die Community auf dem Programm. Nachdem der Sprung aufs Bett im Anschluss doch noch mit halber Freudigkeit erledigt werden kann, folgt anstelle einer spontanen Runde Zweisamkeit das erste Fotoshooting. Man sei hier um zu arbeiten – auch wenn Wochenende ist! Kann / muss ich verstehen und schlüpfe in die Rolle des Fotografen. Was das bedeutet, könnt ihr hier nochmals nachlesen. Der Jobtitel als Fotograf werde ich das Wochenende nicht mehr los. Auf jeden Fall geniesse auch ich das kostenlose Wochenende an einer Traumdestination – zum Preis eines Instagram-Husbands.

 

Kapitel 8: Die guten Seiten (es gibt sie)

Da man ja nicht mit tendenziell sarkastischen Zeilen einen Blogpost beenden soll, nachfolgend zu den wahren Sonnenseiten eines Instagram-Husbands. Denn es gibt sie, die absoluten Highlights. So darf ich wie oben beschrieben kostenlos an Events oder wunderbare Orte reisen. Und bitte nicht falsch verstehen, ich liebe es, Anina möglichst überall hin zu begleiten. Nebst all der Arbeit finden wir doch genügend Zeit für uns. So, diese Lorbeeren musste ich kurz platzieren, denn was jetzt folgt, da wird meine Liebste nicht so Freude haben.

Die goldigsten Momente als Instagram-Husband erlebe ich nämlich bei der Begutachtung der phänomenalen Outtakes bei Video und Fotoshootings! Wie in meinem ersten Blogpost erwähnt, kommt es ab und zu vor, dass tendenziell mal ein Bild mehr als notwendig geschossen wird, bevor ein Publikationsfähiges darunter ist (es ist wirklich immer eines der ersten!). Zwischendurch sind aber Aufnahmen zu finden, da fühle ich mich in Anblick von Aninas Gesichtsausdruck in meine Kindheit zurückversetzt. Ich hab schon Flashbacks in Erinnerung an Scooby Doo, Rumpelstilzchen und Sid von Ice Age vor meinem inneren Auge gehabt. Mein Lachen (von Anina liebevoll als „schadenfreudiges Ratten-Lachen“ bezeichnet) kann ich mir nicht immer ganz zurückhalten. Aber natürlich, meistens sehe ich auf den Bildern Schneewittchen, Cinderella oder einfach meine bildhübsche und liebevolle Freundin.

Oh wow, dieser Text ist wieder etwas umfangreicher geworden. Aber so viel Erlebtes möchte zu Papier gebracht werden, da braucht es etwas Ausdauer beim Lesen. Falls du es bis hierhin geschafft hast, gratuliere! Und hinterlass doch bitte ein Kommentar, ob du noch mehr Insights erfahren möchtest.

Bis dann wünsche ich dir einen goldigen Herbst – machs gut!

Chris

 

 

 



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