Expertin über Amenorrhoe: „Es ist sehr viel mehr normal, als wir oft denken“

Expertin über Amenorrhoe: „Es ist sehr viel mehr normal, als wir oft denken“

Monika Bänninger betreut in ihrer Praxis für Naturheilkunde und Homöopathie Frauen und Mädchen. Die Baslerin hat sich auch auf Menstruationsbeschwerden spezialisiert. Vermehrt kommen Patientinnen aufgrund des Ausbleibens ihrer Periode nach Absetzen der Pille zu ihr. Im Interview verrät sie, was bei Amenorrhoe wirklich hilft und warum es vor allem der Stress ist, der unserem Hormonhaushalt zusetzt.

Zur Vorgeschichte: Im letzten Oktober habe ich die Pille nach acht Jahren abgesetzt und in einem Blogpost darüber geschrieben, warum ich diesen Entscheid gefällt habe. Obwohl ich es keinen Tag bereue, leide ich seither unter Amenorrhoe. Als ich dann auch dieses Thema dann auf Instagram öffentlich angesprochen habe, merke ich schnell, dass es nicht nur mir so geht. Innert kürze haben mir dutzende junge Frauen ihre Geschichte anvertraut und mir ihre Sorgen und Bedenken geäussert. Viele von ihnen sind verzweifelt. Und ich kann das gut nachvollziehen. Denn auch ich habe mich immer wieder gefragt: Ist das denn normal? Ist es vielleicht sogar gefährlich, so lange seine Tage nicht zu bekommen? 

Es ist an der Zeit, auf all diese Fragen Antworten zu finden. Für euch und für mich. Für uns alle. Denn der weibliche Zyklus sollte und darf kein Tabuthema sein. Im Gegenteil. Mit diesem Interview mache ich also den ersten Schritt. Ich habe dafür all eure Fragen gesammelt und sie Monika Bänninger gestellt. Denn wer könnte sie besser antworten als eine Frau, die sich tagtäglich mit dem weiblichen Hormonhaushalt auseinandersetzt. Viel Spass beim Lesen!

 

Diese 28 Tage, die wir aus dem Lehrbuch kennen, treffen bei fast keiner Frau zu. Manche haben vielleicht einen Zyklus von 26 Tagen, andere 39. Und alles ist vollkommen normal. Wir sind keine Maschinen. – Monika Bänninger, Expertin für Naturheilkunde + Homöopathie

 

Frau Bänninger, viele Mädchen und jungen Frauen bekommen heutzutage die Pille verschrieben. Sei dies zur Verhütung, zur Minderung von Akne oder einfach, um einen regelmässigen Zyklus zu haben. Wie sinnvoll ist das?

 

Wenn die Pille alleine aufgrund der Verhütung verschrieben wird, dann ist das eine sehr sichere Variante und kann – gerade bei jungen Frauen und Mädchen – sinnvoll sein. Wird sie jedoch aufgrund von Hautproblemen oder Menstruationsbeschwerden abgegeben, dann ist das eher eine Unterdrückung der Probleme als eine Besserung der Beschwerden. Die Haut ist vielleicht dann schön und die Beschwerden bleiben aus. Aber all das kehrt zurück, sobald die Pille wieder abgesetzt wird.

 

Oft nehmen die jungen Frauen die Pille jahrelang. Nun scheint sich da etwas zu ändern. Es ist zum Trend geworden, sie abzusetzen. Beobachten Sie das auch?

 

Ja, ich habe viele junge Frauen, die die Pille absetzen möchten oder sie gar nicht erst nehmen wollen. Andere kommen zu mir und haben Probleme mit ihrem Zyklus nach dem Absetzen der Pille.

 

Wie unterstützen Sie Frauen, die nach dem Absetzen der Pille keine Menstruation mehr haben?

 

Ich schaue mir erst einmal die Symptome und die Geschichte der Patientin an. Konkret heisst das beispielsweise, dass ich in Erfahrung bringe, warum die Pille überhaupt genommen wurde und für wie lange. Jede Frau ist einzigartig und braucht eine individuelle Beratung und Behandlung.

 

Ist das also der grosse Unterschied von der Naturheilkunde zur Allgemeinmedizin?

 

Ja, ganz klar. Wir sind alle unterschiedlich und genau so unterschiedlich fallen dann auch die Behandlungen aus. Auch die psychische Verfassung und der Charakter müssen berücksichtigt werden. Das macht es auch sehr spannend.

 

Wenn wir schon von der Schulmedizin sprechen: Oft sagen Frauenärzte, dass es durch längere Amenorrhoe zu Osteoporose – also porös gewordene Knochen, was zu Knochenbrüchigkeit führen kann  – kommen könne. Ist das so?

 

Viele meiner Patientinnen kommen genau mit dieser Angst zu mir, setzen sich selbst unter totalen Stress. Ich rate dann immer dazu, sich selbst und der Homöopathie ein realistisches Zeitfenster zu geben.

 

Und wie lange ist dieses Zeitfenster?

 

Wer jahrelang die Pille genommen hat, kann nicht erwarten, von heute auf morgen wieder eine Mens zu bekommen. Bei einer Patientin, die ich gerade betreue, hat es beispielsweise sechs Monate gedauert, bis sie wieder eine Schleimbildung beobachten konnte. Dieser Schleim ist dann irgendwann auch blutig geworden, bis sie einen Monat später tatsächlich das erste Mal wieder eine Menstruation hatte. Das war eine grosse Erleichterung für diese junge Frau.

 

Das verstehe ich gut. Es ist ja schon eine grosse Belastung für eine Frau, wenn sie ihre Periode nicht mehr bekommt.

 

Auf jeden Fall. Man fühlt sich weniger weiblich. Hinzu kommt der eigene Druck, den man sich macht. Und genau dieser Stress ist total kontraproduktiv. Das ist wie beim Kinderwunsch: Je sehnlicher man sich ein Kind wünscht, umso schwieriger wird es, überhaupt schwanger zu werden. Deshalb empfehle ich gerne dieses Zeitfenster und nehme den Frauen erst einmal Druck weg.

 

Angenommen, ich komme zu Ihnen mit genau diesem Anliegen. Wie sieht diese Behandlung konkret aus?

 

Zuerst gibt es ein ein- bis zweistündiges Gespräch. Durch diese Anamnese bringe ich in Erfahrung, was in der Vergangenheit passiert ist. Ich suche dann ein genau dazu passendes homöopathisches Arzneimittel heraus, meistens in Tropfenform. Das Mittel reicht ungefähr vier bis sechs Wochen. Nach dieser Zeit treffen wir uns erneut. Es sind also längere Pausen zwischen den Behandlungsterminen, in denen sich die Patientinnen auch selbst reflektieren. Mit auf den Weg gebe ich den Frauen auch diverse Tipps. Es gibt beispielsweise Lunayoga, welches den Zyklus unterstützt. Generell tut aber jede Sportart, sei es Pilates oder Joggen, gut. Solange es Spass macht und in einem gesunden Mass betrieben wird, gibt es da kein richtig oder falsch.

 

Sport ist also empfehlenswert. Was kann im Alltag noch gemacht werden, um den eigenen Zyklus und die Hormone zu stärken?

 

Allgemein sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden, die möglichst saisonal und biologisch ist. Künstliche Vitamine und Mineralstoffe sind nicht zu empfehlen. Zudem sind pflanzliche Eiweisse besser als tierische. Was nicht heisst, dass jetzt alle ausschliesslich vegetarisch essen müssen. Ausserdem empfehle ich auch immer, ein Tagebuch zu führen und den eigenen Körper zu beobachten. Es gibt so viele verschiedene Körpercodes, die meisten Frauen leider nicht mehr verstehen: Ein Ziehen in der Brust, der Eisprungsschmerz, Müdigkeit vor der Mens und vieles mehr.

 

Wie gut sind die Erfolgschancen, durch eine homöopathische Behandlung die Menstruation wieder zu bekommen?

 

Sehr gut, ich freue mich immer wieder über diese Erfolge. Und es ist schön, wenn ich dann die Erleichterung dieser Frauen sehe.

 

Das Thema Stress haben wir bereits angesprochen. Welche anderen Faktoren wirken sich negativ auf unseren Zyklus aus und fördern eine Amenorrhoe?

 

Essstörungen wie zum Beispiel die Anorexie. Der Körper solcher Frauen ist total gestresst und unterdrückt den natürlichen Zyklus. Er denkt sich, dass er sich diesen Luxus gar nicht leisten kann. Da muss so viel aufeinander abgestimmt sein. Auch bei Frauen die exzessiv Sport treiben, kann es zum Ausbleiben der Mens kommen. Da braucht der Körper alle Energie für die extreme Herausforderung und steckt dann beim Zyklus zurück. Denn die Menstruation ist ein Luxus, und kann nur von einem gesunden Frauenkörper geleistet werden.

 

Was ist denn eigentlich ein «normaler Zyklus»?

 

Es ist sehr viel mehr normal, als wir oft denken. Auch bei einer regelmässig menstruierenden Frau ist der Zyklus nicht immer gleich. Gerade in Stresssituationen kann es zu einer Verschiebung kommen. Diese 28 Tage, die wir aus dem Lehrbuch kennen, treffen bei fast niemandem zu. Manche haben vielleicht 26 Tage, andere 35. Und alles ist vollkommen normal. Wir sind keine Maschinen.

 

Zurück zur Amenorrhoe: Ab wann muss ich mir eigentlich Sorgen machen, wenn ich die Periode nicht bekomme?

 

Ich würde bestimmt sechs Monate warten. Es kann auch noch länger dauern. Hier kritisiere ich schon auch die meisten Frauenärzte, die die Patientinnen oftmals zu wenig durch diese Phase begleiten. Die Frauen sind dann verwirrt und machen sich unnötig grosse Sorgen.

 

Oftmals werden dann wieder Hormone verschrieben, gerade wenn zu wenig Östrogen vorhanden ist. Was halten Sie davon?

 

Das ist nicht sinnvoll. Und es bringt auch nichts, wenn ich meinen Hormonspiegel messen lasse. Viel wichtiger sind für mich die Symptome, die eine Patientin hat. Ich verschreibe kein Arzneimittel aufgrund eines Hormonspiegels. Denn der Körper sollte ja selbst wieder lernen, Hormone zu bilden. Das kann er auch, es braucht eben nur etwas mehr Geduld und Unterstützung aus der Naturheilkunde. Dies ist kostengünstig, effizient und gesundheitsfördernd.

 

Hat die Pille eigentlich eine negative Auswirkung auf die Fruchtbarkeit? Studien zeigen ja, dass Frauen mit Kinderwunsch, die zuvor mit der Pille verhütet haben, doppelt so lange brauchen, um schwanger zu werden.

 

Ja, ganz klar. Je länger eine Frau die Pille nimmt, desto mehr hat der Körper verlernt, eigene Zyklen zu haben. Und das macht es dann natürlich auch schwieriger, schwanger zu werden. Hinzu kommt, dass auch die Spermien eines Mannes heute weniger beweglich sind und anzahlmässig abgenommen haben. Eine ungünstige Kombination. Die Pille ist noch immer ein Medikament und definitiv nicht gesund.

 

Weibliche Hormone haben einen grossen, präventiven Einfluss auf viele Körperfunktionen wie das Herz-Kreislaufsystem, die Knochen, die Haut, die Schleimhäute, die Sexualorgane und andere. Ist es also gefährlich, wenn man länger seine Periode nicht bekommt?

 

Die Schulmedizin warnt hier immer vor Problemen der Knochendichte. Ich bin hier aber immer dafür, die Patientinnen erst einmal zu beruhigen. Stress ist nur negativ und Panik erst recht. Wenn man das beides auf ein Minimum reduziert und zusätzlich mit Homöopathie und Pflanzenheilkunde den Körper unterstützt, dann ist man auf dem richtigen Weg. Im Internet gibt es leider immer wieder solche Hypes, die die Frauen verunsichern. Ich rate meine Patientinnen deshalb auch immer, nicht zu viel zu googeln. Das kann erneut Stress auslösen. Und das Wundermittel per se gibt es sowieso nicht.

 

Zum Schluss noch eine Frage zur Verhütung. Welche hormonfreie Variante können Sie empfehlen?

 

Ich bin ein grosser Fan von Verhütungscomputern. Die sind heute sehr sicher und man lernt dabei gleichzeitig auch einiges über den eigenen Zyklus. Ausserdem kann heute alles über eine App nachverfolgt werden. Es gibt sogar eine App für den Partner. Das finde ich auch wichtig. Die Verhütung ist noch immer ein Thema, welches sehr an der Frau festgemacht wird. Dadurch, dass dann beide diese App auf dem Smartphone haben, werden beide miteinbezogen, und es kann sich ein spannendes Zusammenleben von Mann und Frau im natürlichen Rhythmus ergeben.

 



5 thoughts on “Expertin über Amenorrhoe: „Es ist sehr viel mehr normal, als wir oft denken“”

  • Meiner Meinung nach verharmlost der Artikel das Ausbleiben der Periode über längere Zeit.
    U. a. von einer Fachärztin (im Gegensatz zur befragten Person, die lediglich Naturheilpraktikerin ist), die ich kenne, weiss ich, dass ab einem Jahr Amenorrhoe im gebärfähigen Alter, der
    Abbau der Knochendichte (je nach Alter, irreversibel) einsetzt.
    Es ist klar, dass es nicht viel bringt, wenn man Betroffenen durch diese Tatsache Angst macht.
    Allerdings finde ich es schade, dass im Artikel nicht noch eingehender auf die Anorexie als mögliche Ursache von Amenorrhoe eingegangen wurde, denn in diesem Fall wird die Mens, so sehr man diese mit bestimmten Mitteln (homöopathisch oder hormonell) einzuleiten versucht, nicht einsetzten, solange man sich im Untergewicht befindet.
    Stellen Sie sich vor eine an Anorexie Betroffene liest den Artikel – da ist doch wohl klar, dass diese noch weniger Wille daran setzt, wieder ihr Normalgewicht zu erreichen…
    Gerade im Rahmen Ihres Körper-Ideals, das Sie v.a. auf Ihrem Instagram-Account vermitteln, finde ich die Art und Weise wie das Thema bearbeitet wurde, nicht ideal.

    • Hallo Camille. Vielen lieben Dank für dein Feedback. Es ging bei diesem Interview – wie eingangs beschrieben – vor allem um das Ausbleiben der Periode nach Absetzen der Pille. Keineswegs wollte ich damit Anorexie verharmlosen und/oder vernachlässigen. Es war einfach nicht das primäre Thema oder die erste Intention dieses Blogposts. Schade, dass das bei dir anders angekommen ist. Die letzte Anmerkung verstehe ich nicht ganz: Von welchem Körper-Ideal sprichst du? Liebe Grüsse, Anina

  • Liebe Anina, erstmal ein Lob, ich finde deine Artikel immer sehr gut recherchiert und objektiv. Für eine Laiin und das meine ich nicht abwertend, aber so weit ich gelesen habe, hast du keinen medizinischen oder ernährungstherapeutischen Hintergrund, kennst du dich wirklich gut mit dem Themen aus, über die du schreibst. Man merkt, dass du dir bei den Fragen etwas überlegt hast und dich gut vorberietet hast. Du hast bestimmt viel Mühe in den Post gesteckt. Bei diesem Artikel habe ich jedoch trotzdem ein paar Kritikpunkte.
    – Was qualifiziert diese Frau dazu eine Expertin zu sein? Das Wort „Experte“ kann jeder benutzen und viele Menschen, die sich nicht mit diesen Themen auskennen vertrauen dann auch darauf. Die Mehrheit liest nur das Wort und nimmt alles, was der Experte sagt als einzige Wahrheit und verteufelt dann oft die Schulmedizin zu unrecht. Ein Gynäkologe hat beispielsweise mindestens 12 Jahre Erfahrung in der Medizin und davon sicher 5 Jahre in der Frauenheilkunde, dazu ein Diplom und eine bestandene Prüfung. Eine Weiterbildung in Homöopathie und ein Nachmittag in Frauenheilkunde sind damit nicht zu vergleichen.
    – Zudem gibt ein Arzt auch nicht einfach Hormone ab, er ist dazu verpflichtet die Patientin ausführlich über deren Wirkung und Nutzen aufzuklären. Dass Hormone nicht heilen können, ist klar. Jedes Medikament, das man für lange Zeit nehmen muss ist quasi Symptombekämpfung, aber genau dafür gibt man sie ja. PCOS oder Endometriose kann man nicht mit Yoga und Globuli heilen, eine Alternative für eine Hormontherapie kann es aber bestimmt sein (was hier auch gemeint ist, wie ich glaube). Dazu muss man natürlich sagen, dass Globuli nur dann helfen, wenn man an deren Nutzen glaubt.
    – Wenn man bei einem medizinischen Thema eine Naturheilpraktikerin interviewt, dann wäre es ganz gut deren Meinung auch jener eines Schulmediziners gegenüberzustellen, damit sich Leser ein objektives Bild machen können.
    – Naturheilpraktiker, spezielle Homöopathen, nehmen sich in der Tat sehr viel Zeit für jeden einzelnen Patienten, das ist ein ganz zentraler Punkt der Therapie. Die Globuli werden ja genau auf die individuellen Leiden angepasst. Das könnte man in der Schulmedizin sicher verbessern, aber ganz Fehlen tut dies auch nicht. Es gibt dazu verschiedene Modelle, Patienten-zentriete Medizin und Public Health, früher gab es dagegen viel mehr Arzt-zentriete Medizin. Ein Interview beinhaltet ebenso Fragen nach der sozialen Situation und wie man das soziale Netz verbessern könnte. Jedes Medikament, das man bekommt, ist individuell auf die Person abgestimmt. Es gibt tausende Blutdruckmedikamente, aber man gibt dem Patienten genau das eine, das auch noch positive Effekte auf mögliche andere Komorbiditäten hat. Ärzte würden sich sehr gerne mehr Zeit für jeden einzelnen Patienten nehmen, aber es gibt zu viele Patienten und zu wenig Zeit. Man will jedem entgegenkommen, aber 1h pro Patient ist undenkbar in unserem momentanen Gesundheitssystem.
    – Es ist ein Fehlglaube, dass Ärzte die Pille besser finden als andere Verhütungsmittel. Es ist jedoch erwiesen, dass gewisse Methoden unsicherer sind als andere.
    – Der Zyklus einer Frau ist sehr komplex und kann durch banalste Dinge aus dem Gleichgewicht geraten. Das muss kein Medikament sein. Keine Periode zu haben =/= zu wenig Hormone zu haben, das Problem ist sehr oft ein Ungleichgewicht. Ich kenne niemanden, der Stress hatte, weil er länger keine Periode hatte. Ich hatte eine funktionelle Eierstockzyste, die ganz wenige Hormone produzierte und dadurch meinen Zyklus aus dem Gleichgewicht brachte, weshalb ich 2 Jahre lang „unter Amenorrhö litt“ . Eigentlich war das sehr viel angenehmer als die Tage zu haben. Ehrlich gesagt wäre es daher biologisch sinnvoller, wenn man vermehrt an Verhütungsmitteln für den Mann forschen würde. Männer haben nämlich keinen empfindlichen Hormonzyklus. Das Problem dabei ist nur die Unsicherheit, die man dann als Partnerin hätte. Es gibt Frauen, die niemals einen regelmässigen Rhythmus bekommen und für diese funktionieren natürliche Verhütungsmodelle nicht.
    – Zuletzt: die Zahl an Frauen, die trotz mehrerer Kinder nicht wissen, dass man die Pille regelmässig einnehmen muss, ist nicht so gering wie man hoffen würde und man nimmt meist nur 10% von dem auf, was der Arzt sagt.

    Zum Kommentar oben: heutiges Schönheitsideal= dünn, attraktiv, fit, was du auf Instagram zeigst= sportlich, schlank, gesund, hübsch, was das mit 13 jährigen macht, die dem Ideal nicht entsprechen und deine perfekten Bilder sehen= Selbstzweifel, Essstörungen. Das ist nicht deine Schuld, das liegt in der Natur der Sache. Das war schon immer so, aber die vielen perfekt inszenierten Fotos auf den Social Media Plattformen zeigen eine Welt, die für die meisten unnachahmbar ist. Viele wissen das, manche nicht und werden frustriert. Ich finde zwar auch nicht, dass dieser Artikel viel mit Anorexie zu tun hat, aber man kann ja alles irgendwo rauslesen.

    Liebe Grüsse 🙂

    • Liebe Monika. Vielen lieben Dank für dein konstruktives Feedback. Da ich, wie du richtig sagst, keine Fachperson auf diesem Gebiet bin, habe ich mich für dieses heikle Thema ganz bewusst für ein Interview entschieden. Monika Bänninger hat jahrelange Erfahrung und betreut viele Frauen mit Hormondysbalance.

      Ich wollte mit diesem Blogpost nicht die Allgemeinmedizin abwerten, ganz und gar nicht. Im Gegenteil: Ich habe sogar mehrere Frauenärzte angeschrieben, weil ich auch sehr gerne beide Seiten beleuchtet hätte. Ich habe langjährige Erfahrung als Journalistin, die objektive Berichterstattung liegt auch mir sehr am Herzen. Leider habe ich aber bislang von Seiten der Allgemeinmediziner nur Absagen bekommen. Falls du also eine gute Ärztin kennst, die du mir vermitteln kannst, bin ich da sehr offen und tausche mich sehr gerne auch mit einem Allgemeinmediziner zum selbigen Thema aus.

      Sowieso möchte ich an diesem Thema dran bleiben, ich finde es – wie du – sehr interessant und es ist natürlich nie schwarz oder weiss. Das macht es ja auch so spannend, gleichermassen aber natürlich nicht unbedingt einfacher, darüber zu schreiben. Ich hoffe nicht, dass ich dir mit meinem Interview irgendwie vor dem Kopf gestossen bin. Meine Intention war und ist es, solche Tabuthemen wie Amenorrhö anzusprechen und zur Diskussion zu stellen. Das Interview mit einer Fachperson aus der Alternativmedizin ist einmal ein erster Schritt. Das Thema ist jetzt angeschnitten und es polarisiert. Natürlich gibt es da noch so viele Teilaspekte mehr, die es zu beleuchten gibt. Ich freue mich, dass ich solche Leserinnen wie dich habe, die sich differenziert mit meinen Inhalten auseinandersetzen. Danke also nochmals für deine Inputs. Liebe Grüsse, Anina

      • Liebe Anina

        Ich verstehe das Problem. Obwohl ich einige Ärzte kenne, ist leider keiner davon ein erfahrener Gynäkologe.
        Ich denke, dann wäre es vielleicht wichtig, hervorzuheben, dass dieser Artikel einseitig ist und es trotzdem gut wäre, die Meinung eines Schulmediziners einzubeziehen.
        Ich habe mich keinesfalls vor den Kopf gestossen gefühlt bezüglich dem, was du geschrieben hast. Mir sind lediglich die Aussagen der Heilpraktikantin etwas befremdlich vorgekommen. Das “ nur kein Stress, ein bisschen Globuli und der komplexe hormonelle Zyklus funktioniert wieder einwandfrei“ finde ich schon etwas gewagt. Vor allem, da der einzige bisher erwiesene Effekt von Globuli dem eines Plazebos entspricht. Es ist keinesfalls wissenschaftlich zu behaupten, die Frauen hätten deswegen wieder ihre Periode bekommen. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Frauen einerseits auf die Wirkung vertraut haben und andererseits nach einiger Zeit die Periode von alleine wieder begonnen hat. Mir fehlen etwas die Beweise dabei, das ist alles.

        Ich finde deinen Mut, das Thema anzusprechen und dich so dafür zu engagieren bewundernswert. Danke dir für deine Antwort!
        Liebe Grüsse, Monika

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