Regionale Superfoods: Was kann wirklich mit den Exoten mithalten?

Regionale Superfoods: Was kann wirklich mit den Exoten mithalten?

Ein Weizengras-Shot zum Wachwerden, ein Chiapudding im Glas zum Frühstück und eine Acaibowl mit Gojibeeren zum Mittagessen: Ganz schön viele exotische Superfoods, die wir da mittlerweile zu uns nehmen. Doch halten Quinoa und Co. auch, was sie versprechen? In diesem Blogpost werden die weitgereisten Nährstoffbomben unter die Lupe genommen und mit heimischen Alternativen verglichen. Denn wie heisst es so schön: Das Gute liegt oft so nah.

Die meisten der sogenannten Superfoods stammen aus fernen Regionen und werden über weite Strecken zu uns transportiert. Das ist nicht besonders nachhaltig. Hinzu kommt, dass die Produkte oftmals mit vielen giftigen Pestiziden behandelt worden sind. Und auch das Portemonnaie blutet jedes Mal ein kleines bisschen, wenn wir uns eine Acaibowl mit Gojibeeren und Quinoapops als Topping gönnen, nicht wahr? 😉

Keine Angst, ich will euch das auch gar nicht alles ausreden. Ich selbst esse auswärts auch gerne einmal eine solche Bowl und gerade weil ich keine glutenhaltigen Getreide essen kann, ist für mich Quinoa auch echt eine tolle Alternative. Aber ganz ehrlich: Wir übertreiben es. Es muss nicht jeden Tag die ganze Superfood-Palette auf den Teller kommen. Denn so viel gesünder als heimische Lebensmittel sind die meistens gar nicht. Oder habt ihr schon einmal eine glaubhafte Studie gefunden, die euch das Gegenteil beweist? Oftmals steckt hinter dem ganzen Hype – wie so oft – einfach sehr gutes Marketing.

Lasst uns nun also einmal die bekanntesten Superfoods mit heimischen Alternativen vergleichen.

 

Chia vs. Leinsamen

Chiasamen sind gut für unser Herzkreislaufsystem und enthalten viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Leinsamen können das aber ebenso gut und sind erst noch günstiger. Ich mache mir Leinsamen total gerne in den Smoothie mit rein. So habe ich den täglich Bedarf an Omega-3 schon mit der ersten Mahlzeit gedeckt.

 

Gojibeeren vs. Johannisbeeren

Gojibeeren enthalten viele Antioxidantien und stärken damit unser Immunsystem. Genau denselben Effekt haben aber unsere heimischen Johannisbeeren oder Heidelbeeren (die übrigens beide sogar noch weniger Kalorien enthalten). Und: Frische Beeren, wie wir sie aktuell im Sommer bekommen, haben generell mehr von den tollen Vitaminen, weil sie nicht getrocknet wurden. Übrigens sind Gojibeeren ganz oft mit viel Chemie behandelt worden. Also aufgepasst: Bei Gojibeeren lieber auf Bio setzen!

 

Acaibeeren vs. Blau- und Brombeeren

Blaubeeren können es ebenfalls locker gegen Acaibeeren aufnehmen. Sie stehen dem exotischen Superfood in nichts nach, weder bei den Vitaminen noch bei den Mineralstoffen. In heimischen Brombeeren und vor allem Heidelbeeren stecken übrigens sogar deutlich mehr Antioxidantien als in der Acaibeere.

 

Weizengras vs. Grünkohl

Wusstet ihr, dass 100 Gramm Grünkohl den Tagesbedarf an Calcium decken? Unglaublich. Da kann man sich das Geld für das teure Weizengras definitiv sparen. Besonders gut im Geschmack sind diese Shots ja sowieso nicht, oder? 😉 Zugegeben: Ich benutze Weizengras auch ab und an für meine Smoothies. Weil es einfach praktisch ist und man das Pulver gut und lange aufbewahren kann. Auch hier macht das Mass den Unterschied.

 

Quinoa vs. Hirse

Die glutenfreien Samen des Quinoa sind eines der Grundnahrungsmittel vieler alter Andenvölker. Sie sind reich an Eiweiß, Magnesium und Eisen. Ebenso toll und glutenfrei sind aber Hirse, Amaranth, Buchweizen. Vor allem die Hirse kann mit 12 % Eiweissgehalt locker mithalten (Quinoa hat ca. 14%).

 

Camu Camu vs. Hagebutte

Camu Camu, häufig in Form von Pulver zu kaufen, schmeckt süsslich und soll antiviral wirken. Dies ist vor allem aufgrund des hohen Vitamin C Anteils der Fall. Aber: Die Hagebutte tut es ebenso und hat sogar noch mehr Vitamin C.

 

Cashews vs. Hanfsamen

Cashews sind als schneller Snack oder als Zutat für einen Smoothie sehr beliebt. Auch für roh vegane Desserts sind sie die beste Zutat. Regionaler sind aber Hanfsamen. Die haben nicht nur dieselben gesunden Fette, sondern enthalten eben auch noch jede Menge Protein. Für den Smoothie also eine tolle Alternative und wenn die Samen geröstet sind, schmecken sie auch als Snack hervorragend. Nur: Für roh veganes Backen sind Cashews schlichtweg nicht wegzudenken. Habt ihr da Ideen? Das würde mich interessieren.

 

Spirulina vs. saisonales Obst

Spirulina soll die Lösung für Entgiftung sein. Tatsächlich ist es aber so, dass die Alge oft mit Schwermetall belastet ist und dann eben auch nicht mehr so gesund ist für uns. Also: Unbedingt darauf achten, welches Spirulina ihr kauft. Dann kann das auf jeden Fall gesund sein. Wenn ihr aber keine Entgiftung nötig habt, dann esst einfach  ein bisschen mehr regionales Obst. Das enthält allemal genügend gute Nährstoffe. So einfach kann das manchmal sein.

 

Ingwer und Kurkuma: selbst anbauen?

Gegen Ingwer und Kurkuma ist nichts einzuwenden, ausser dass beide Produkte oftmals importiert werden. Das muss aber gar nicht sein: Beide Pflanzen gedeihen auch bei uns wunderbar und können sogar selbst angepflanzt werden. Ich möchte das unbedingt auch bald selbst ausprobieren!

 

Maca – tatsächlich einzigartig?

Maca scheint tatsächlich ein Superfood zu sein, dass so leicht nicht zu ersetzen ist. Das Wurzelgemüse ist seit tausenden von Jahren ein Grundlebensmittel der indigenen Völker der Anden und eine ausgezeichnete Quelle für Energie und Ausdauer. Heute wird die Knolle als natürliches Aphrodisiakum eingesetzt und findet in der Naturheilkunde Anwendung bei Libidomangel und Potenzproblemen. Sportler nutzen Maca auch zur Leistungsteigerung.

 

Der direkte Vergleich hat gezeigt, dass regionale Lebensmittel sehr wohl mit den gehypten Superfoods mithalten können. Ich challenge mich hier gerne immer wieder selbst und versuche, mich vermehrt darauf zu achten, nicht zu viele importierte Produkte in meiner Küche zu verwenden. Denn gerade saisonales und regionales Kochen macht so viel Spass und man entdeckt auch immer wieder Dinge, die in Vergessenheit geraten sind. Ich hoffe also, euch mit diesem Blogpost auch ein wenig dazu inspiriert zu haben, kreativ zu werden. Gerade jetzt im Sommer haben wir so viele tolle frische Lebensmittel, die es uns leicht machen, lokaler zu werden.

Lasst mich gerne in den Kommentaren eure Meinung dazu wissen. Welche Superfoods verwendet ihr und wie oft? Ich freue mich auf spannende Anregungen und Diskussionen.

Alles Liebe aus Zürich,
Anina



1 thought on “Regionale Superfoods: Was kann wirklich mit den Exoten mithalten?”

  • Liebe Anina, danke für den informativen Post! Ich habe selbst schon oft Produkte verglichen und festgestellt, dass die Superfoods vor allem von der intensiven Vermarktung profitieren. Allseits bekannte und regionale Produkte sind scheinbar nicht aufregend genug, dabei schmecken sie doch genau so toll! 😊 Gerade meine Blaubeeren würde ich im Sommer gegen nichts eintauschen wollen. Was ich allerdings aus meinem Sojajoghurt nicht wegdenken mag, sind Maca- ubd Gersten/Weizengraspulver. Ab und zu gönne ich mir das, auch wenn der Geldbeutel darauf gerne verzichten würde 🙈 Alles Liebe an dich , Wiebke

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