Traumjob Vollzeit-Blogger? Mein Weg in die Selbständigkeit

Traumjob Vollzeit-Blogger? Mein Weg in die Selbständigkeit

Sie ist da! Die langersehnte Antwort auf die Frage: „Was machst du nach eigentlich nach deinem Studium?“ Heute verrate ich euch, was es bedeutet, selbständig zu sein, wie ich mit meinem Blog Geld verdiene und warum Bloggen ein fantastisch anstrengender Traumjob ist.

Die Frage nach meinen Zukunftsplänen nach dem Studium löste bei mir immer ungute Gefühle aus. Wie ich diesen Satz immer gehasst habe! Wahrscheinlich könnt ihr euch damit ziemlich gut identifizieren. Denn das Wort „Studium“ lässt sich hier beliebig ersetzen durch Ausbildung, Reisen, Kündigung, usw. Die Message dahinter ist eigentlich immer dieselbe: Wir müssen einen Plan haben. Und das am besten nicht nur für die direkte Zukunft. Nein, am besten verplanen wir unser ganzes Leben. Menschen mit einem Plan – so der allgemeine Tenor – sind die wirklichen Gewinner unserer Gesellschaft.

Schon vor einiger Zeit habe ich für mich beschlossen, dass ich da nicht mitmache. Ich bin fest davon überzeugt, dass wenn wir unserer Intuition vertrauen und uns leiten lassen von dem, was uns Freude bereitet und glücklich macht, wir viel weiter kommen. Weiter, als mit einem vorgefertigten Plan. Das mag jetzt einfacher klingen als es ist. Und um ehrlich zu sein: Ganz easy ist das wirklich nicht. Sobald ihr die Entscheidung getroffen habt, eben nicht nur das zu machen, was von euch erwartet wird, stösst ihr den Menschen um euch herum ziemlich vor den Kopf. Sie werden es nicht einfach so hinnehmen, dass ihr ihnen keine klare Antwort geben könnt. Aber wisst ihr was? Das muss euch egal sein.

In diesem Blogpost soll es eigentlich aber auch gar nicht darum gehen, wie ihr mit den lästigen Fragen anderer betreffend eurer Zukunft umgeht. Und doch war es mir irgendwie wichtig, so einzusteigen. Denn heute thematisiere ich genau die Frage, die ich immer so sehr gehasst habe und die mir trotzdem – bis heute – immer wieder gestellt wird: „Was machst du, wenn du dein Studium beendet hast?“.

 

Aus meinem Hobby wurde ein Beruf

Im August ist es soweit. Ich werde meine Bachelorarbeit abgeben – ich kann es kaum mehr erwarten – und bin dann endlich frei. Frei, meine eigene Träume zu verwirklichen. Obwohl: Eigentlich mache ich das schon, seitdem es „Aniahimsa“ gibt. Als ich auf Instagram vor 2,5 Jahren meine Reise gestartet habe – damals als reiner Food-Account – war mir allerdings noch nicht bewusst, dass aus einem Hobby tatsächlich ein Beruf werden könnte. Und ich glaube, dass genau das der springende Punkt ist. Ich habe einfach getan, was mir am meisten Spass macht. Schreiben, fotografieren, gesunde Rezepte teilen, mit euch in den Austausch treten… Das alles geschah total intuitiv. Ich hatte keinen Plan, keine Vision. Und ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass ich einmal ein so grosses Publikum damit erreichen könnte.  Nun, hier bin ich jetzt. Knappe drei Jahre später mache ich das, was mir am meisten Freunde bereitet, endlich zu meinen Beruf: Ich bin selbständig.

„Ich bin selbständig“, antworte ich also nun auf die Frage, was ich denn nach dem Studium machen wolle. Eigentlich hatte ich ja gehofft, damit nun alle Fragen für immer aus dem Weg schaffen zu können. Aber zu glauben, dass man damit alle Stimmen zum schweigen bringen würde, war dann wohl doch etwas utopisch. Das Gegenteil ist nämlich eingetroffen: „Wie, du bist selbständig? Was machst du denn? Aber nicht etwa mit diesem Blog da, oder? Kann man davon leben?“.

 

So verdiene ich mein Geld

Ich kann es aber gleichzeitig niemandem nicht verübeln, dass man sich diese Fragen stellt. Vor allem für die ältere Generation ist es fast unvorstellbar, dass man eine rein online existente Plattform monetisieren kann. Aber auch meine Leserschaft – also ihr – fragt mich immer wieder, wie es denn möglich ist, als Blogger Geld zu verdienen. Nun, ganz einfach gesagt: Ich verdiene Geld, indem ich schreibe. Für mich ist das dahingehend nichts Neues, weil ich vor „Aniahimsa“ jahrelang für verschiedene Tageszeitungen schreiberisch tätig war. Journalistin zu werden war mein Berufswunsch seitdem ich 12 Jahre alt war. Nur fünf Jahre später schrieb ich dann den ersten Artikel, der auch tatsächlich veröffentlicht wurde. Danach habe ich teilweise Vollzeit auf einer Redaktion gearbeitet und während mir während dem Studium als freie Journalistin ein paar Batzen dazu verdient.

Mit dem Aufbau meines eigenen Blogs habe ich aber schnell gemerkt, dass mir das Schreiben hier noch viel mehr Freude bereitet. Denn auf meinem Blog kann ich über Themen schreiben, die mich interessieren. Gleichzeitig habe ich ein Publikum, das mir direkt Feedback gibt. So ist es mir nicht nur möglich, direkt mit euch in den Austausch zu treten, sondern ich kann eben auch wieder Blogposts aufbereiten, zu denen ihr mich durch eure Rückmeldungen inspiriert habt. Meine Berufserfahrung als Journalistin kommt mir immer wieder zu Gute. Durch das dort erlernte Handwerk weiss ich, wie ich Artikel recherchiere, relevante Themen finde und sie sorgfältig aufarbeite, um sie euch hier zur Verfügung zu stellen.

Natürlich schreibe ich hier auf dem Blog nicht nur gesponserte Texte. Das wäre ja Quatsch. Vor allem zu Beginn habe ich auf aniahimsa.com haufenweise Content produziert, ohne auch nur einen Rappen damit zu verdienen. Das war auch gar nicht meine Intention, damit einmal meine Brötchen zu verdienen. Ich schrieb und schreibe hier Texte, weil ich mich durch geschrieben Worte am besten ausdrücken kann. Weil ich mich Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit, Fair Fashion und Veganismus verschrieben habe und mit meinen Blog einen Beitrag dazu leisten will, diesen Planeten – sei es auch nur ein kleines Stück – zu einem besseren Ort zu machen. Ich liebe, was ich tue und „Aniahimsa“ ist ein grosser Teil von mir.

Wenn ich mit diesem Hintergrund heute also in der Lage bin, auch meinen Lebensunterhalt zu finanzieren, dann ist das natürlich toll. Denn schliesslich steckt hinter jedem meiner Texte, hinter jedem Bild und jedem Post auf Instagram Arbeit. Viel Arbeit. Ich stelle mir morgens genau so den Wecker wie Menschen, die bei Zeiten im Büro sein müssen. Klar, mein Vorteil ist natürlich, dass ich mich einfach ungeduscht und mit Wusch auf den Kopf an den Schreibtisch zuhause setzen kann. Aber trotzdem: Auch ich beginne schon in der Früh damit, Mails zu beantworten, Telefonate zu machen, meine Buchhaltung zu sortieren, Rechnungen zu schreiben, Texte zu produzieren und Fotos zu schiessen. Und oftmals ist mein Tag nicht einfach um 17 Uhr beendet. Jeder, der selbständig ist weiss, dass es auch sehr schwierig sein kann, einmal abzuschalten und eben nicht noch um 22 Uhr noch auf die letzten Mails zu reagieren.

Neben meiner Tätigkeit als Bloggerin arbeite ich übrigens auch noch als Freelancerin im Bereich Content-Marketing. Wir sind ein ganz kleines Team und es macht mir super viel Freude, auch dort mein Wissen, welches ich mir durch meine Arbeit als Bloggerin angeeignet habe, einzubringen. Das ist für mich die ideale Ergänzung. Zum einen, weil ich dadurch ein zweites Standbein habe und zweitens aber auch, weil es meinen Horizont erweitert. Die Blogger-Szene – vor allem in der Schweiz – ist nicht sehr gross, da läuft man schnell Gefahr, sich in einer Blase zu bewegen! 🙂

 

Balance zwischen Freizeit und Arbeit: Klar unterschätzt!

Die Balance zwischen Freizeit und Arbeit zu finden, ist also nicht einfach. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass ich vieles von dem, was ich beruflich mache, eben total gerne mache und früher auch in meiner Freizeit getan habe. Gewissermassen gehört es ja beispielsweise auch zu meinen Job dazu, euch in meinen Instagram-Stories den Tag über mitzunehmen. Und selbst wenn ich abends mit meinen Freunden im Restaurant sitze – ganz privat – zücke ich in 99% aller Fälle mein Handy, um euch meinen Foodie-Tipp abzugeben.

Wenn wir schon von Balance sprechen: Die ist auch besonders wichtig, wenn es um den Mix aus bezahlten und nicht gesponserten Beiträgen geht. Viele Blogger und vor allem auch Influencer – ich bezeichne mich übrigens bewusst nicht als Influencerin – bewerben tagtäglich neue Produkte und Dienstleistungen. Man kann es ihnen irgendwie nicht verübeln. Auch ich bekomme tagtäglich Anfragen von Firmen, die wollen, dass ich ihren Brand vermarkte. Und wisst ihr was? Viele davon bieten uns Bloggrn echt gutes Geld an. Und das ist natürlich gleichzeitig das Problem: Wenn ich mich jedes Mal dazu hinreissen lasse, jeden (sorry für das Wort) Mist zu promoten, dann werde ich zwar schnell ziemlich gut verdienend, aber gleichzeitig eben auch total unglaubwürdig.

 

Die Kunst des Nein-Sagens

Vor allem in meinem Metier wähle ich meine Kooperationspartner deshalb sehr vorsichtig aus. Nur wenige Unternehmen genügen meinen Ansprüchen und lassen sich mit meinen Werten vereinen. Ich kann und will also keine Fast Fashion Brands promoten, auch wenn sie mir dafür 1500 Franken pro Bild anbieten. Ebenso lehne ich viele Angebote aus der Fitnessindustrie ab. Ich kann euch doch nicht ernsthaft einen Tee schmackhaft machen, mit dem ihr angeblich in zwei Wochen zehn Kilo abnehmt und dafür dann auch noch 30 Euro hinblättern müsst. Ach, ich könnte euch hier Geschichten erzählen, ich sage es euch. Aber damit könnte ich alleine drei Blogposts füllen.

Zurück zum Thema: Wenn ich also bezahlte Blogposts schreibe oder auf Instagram ein Produkt bewerbe, dann nur, weil ich davon überzeugt bin, dass das Produkt zu euch, zu mir und Aniahimsa passt. Ausserdem ist es mir wichtig, dass immer ganz transparent zu kennzeichnen. Ausserdem werdet ihr auf meinem Blog nie einen Beitrag finden, der lautet: „Kauft euch alle das Gerät xy, weil…“. Dazu muss ich keinen Artikel verfassen. Ich will Geschichten erzählen. Und zwar solche, die relevant sind, euch interessieren und vor allem auch einen Mehrwert bieten. Meine Blogposts sollen informativ und gehaltvoll sein, egal ob sie nun durch einen Kooperationspartner unterstützt werden oder nicht. Wenn ich also über kaltgepresste Säfte schreibe, dann geht es im Blogpost nicht primär darum, wie diese Säfte schmecken. Das Thema des Blogposts ist dann, warum ich Intermittent Fasting mache und weshalb es sinnvoll ist, als erste Mahlzeit des Tages einen Smoothie oder einen Saft zu trinken. Und wenn ich Werbung für einen Luftreiniger mache, dann schreibe ich über Allergien im Allgemeinen, erzähle euch was ich gegen meine Stauballergie unternehme und wie ihr euch wieder wohler fühlen könnt in den eigenen vier Wänden. Ihr versteht, was ich meine. Es geht um Geschichten, um wirkliche Geschichten.

 

Her mit den Fragen: Jetzt dürft ihr!

Wow, dieser Blogpost sprengt – einmal mehr – den Rahmen. Aber wisst ihr was? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ihr besonders meine langen und persönlichen Artikel am liebsten konsumiert. Das ist a) toll, weil ich mich ungerne kurz halte und b) kann ich mich so am authentischsten ausdrücken. Nichtsdestotrotz reisse ich hier nun einen Stopp. Wenn ihr weitere Fragen an mich habt, was meine Selbständigkeit angeht, dann immer her damit. Und keine falsche Scheu. Ich habe zwar gesagt, dass ich diese Fragen nicht mag, ja. Aber da ich nun die Zeit und den Raum hatte, mich hier zu erklären, ist es durchaus legitim, wenn ihr nun gerne noch etwas dazu erfahren möchtet. Denn dafür bin ich hier, das ist auch Teil meines Jobs. Und ehrlich gesagt einer der lehrreichsten Aspekte davon. Denn durch den Austausch mit euch lerne ich unheimlich viel. Ihr seid reflektiert, gebildet, kritisch und neugierig. Danke dafür!

Ich freue mich, von euch zu hören. Bis bald,
eure Anina



6 thoughts on “Traumjob Vollzeit-Blogger? Mein Weg in die Selbständigkeit”

  • Guten Morgen Liebe, herzlichen Dank für deinen offenen und ehrlichen Blog Post. Ich wünsche dir unglaublich viel Erfolg für die Zukunft. Ich habe mich ja bewusst gegen eine Vollzeit Arbeit mit meinem Blog entschieden, da es einige Aufgaben gibt, die mir da nicht so liegen (ich gehe auch nicht zu tief ins persönliche) und ich einen richtigen Feierabend haben will. Aber für manche ist es sicher ein spannender Beruf. Grade für die jüngere Generation. LG Janine

    • Guten Morgen liebe Janine. Danke, ich weiss deine Unterstützung zu schätzen! Ja, ich kann das total nachvollziehen. Ich habe mir einfach gesagt: Ich bin noch so jung, wenn nicht jetzt, wann dann? Ich habe einen ordentlichen Abschluss und gewinne so viele wertvolle Erfahrungen. Wenn es mich dann doch wieder reizt, einen „normalen“ Job anzunehmen, dann steht mir da ja nichts im Weg! 🙂 Hab einen tollen Sonntag.

  • Liebe Anina, vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag! Ich finde es immer total interessant davon zu lesen, wie Menschen ihren Leidenschaften folgen und sich dann alles irgendwie zum Guten fügt. Als sollte es genauso so sein.. total inspierierend! Ich finde es sehr bewundernswert, wie du Studium, Job, deinen Blog, gesunde Ernährung, Sport u.s.w. unter einen Hut bekommst! Mir fällt das gerade ziemlich schwer. Die letzten Jahre habe ich mich von meinem Studium extrem vereinnahmen lassen. Eigene Intressen und Hobbys sind da viel zu kurz gekommen und das will ich jetzt ändern! 🙂 Vielleicht ist die Frage zu persönlich, aber mich würde total interessieren, wie du damit umgehst in der Öffentlichkeit zu stehen und so viel von dir zu teilen. Ist das nicht manchmal schwierig? Man zeigt sich ja dann so vielen fremden Menschen und ist auch deren Beurteilungen ausgesetzt. Ich finde das jedenfalls sehr mutig! Ich überlege schon länger mit dem bloggen anzufangen, aber genau dieser Punkt (und ein paar technische Aspekte haha ;)) hält mich bisher zurück. Ich wünsch dir noch einen schönen Sonntag und bin gespannt, wie es hier bei dir weitergeht 🙂

    • Liebe Gina. Danke dir für deine Zeit. Es freut mich, dass du so einen Teil deines Sonntags also quasi mit mir verbringst! 😉 Nun, ich habe natürlich mit Multimedia Production auch etwas studiert, was sich sehr gut verbinden lässt mit meinem Tun hier. Das hilft natürlich schon. Generell lebe ich ich aber schon sehr danach, das zu tun, was mir gefällt. Und da lasse ich mir nicht reinreden. Zu deiner Frage: Ich glaube es ist wichtig, die Grenzen zu kennen. Klar gibt man viel von sich Preis. Aber gleichzeitig darf man/muss man sich auch den Raum nehmen, gewisse Dinge nicht zu teilen. Auch hier ist es wohl wieder die Balance. Und lass dich bloss nicht davon aufhalten! Beginne einfach einmal irgendwo, dann kommt das gut! 🙂

  • Das war super spannend durchzulesen und ich kann mich mit vielen deiner Punkte sehr gut identifizieren! Ich liebe was ich tue, aber die Frage was ich nach dem Studium tatsächlich mache kann ich noch nicht beantworten. Momentan läuft es ganz gut mit meinem „selbstständig sein“ aber ich erzähle offiziell trotzdem dass ich noch Studentin bin… das macht einem das Leben schon irgendwie einfacher. Bin gespannt auf deine weitere Entwicklung! Ich finde du machst deinen Job echt super 🙂

    • Liebe Laura. Danke für dein liebes Feedback. Das kann ich gut verstehen. Aber wir sind noch so jung: Wenn nicht jetzt, wann dann! Wenn es irgendwann nicht mehr passt, dann haben wir ja eine vernünftige Ausbildung gemacht und können uns noch immer umorientieren. Nur Mut! 🙂

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