Darmgesundheit: 6 Tipps gegen Blähungen und Bauchschmerzen

Darmgesundheit: 6 Tipps gegen Blähungen und Bauchschmerzen

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Der Bauch rumort und schmerzt. Im schlimmsten Fall kommen auch noch Durchfall oder Blähungen dazu. Ihr kennt das? Keine Angst. Das muss nicht gleich ein Grund zur Sorge sein. Wer erst seit Kurzem auf eine vegane Ernährung umgestiegen ist, kämpft zu Beginn ganz oft mit diesem Symptomen. Und ja, manchmal kommt sogar alles zusammen. Eines gleich vorweg: Es kommt sogar vor, dass die Blähungen ganz plötzlich auftreten, obwohl man schon einige Jahre vegan lebt. Doch was hilft? Und woher kommt das eigentlich?

Um zu verstehen, womit unser Verdauungstrakt kämpft, kommen wir um ein bisschen Biologie nicht rum. Gase entstehen, wenn unsere Magensäure neutralisiert wird oder wenn bestimmte unverdauliche Nahrungsbestandteile von Darmbakterien vergoren werden. Ich weiss, das klingt super eklig und riecht auch danach. Einige Lebensmitteln verschlimmern diese Blähungen sogar, während dessen andere ringer verdaulich sind und uns sogar helfen können, unsere Beschwerden in den griff zu kriegen. Wer jetzt denkt, dass es dann doch auf der Hand liegt, dass die vegane Ernährung ungesund ist, liegt falsch. Denn: Blähungen weisen nicht unbedingt darauf hin, dass ein Lebensmittel ungesund ist. Gerade leichtverdauliche Lebensmittel – zum Beispiel Weissmehl – sind nicht besonders ballaststoff- und nährstoffreich und daher nicht super gesund. Wohingegen Lebensmittel – gerade alle Kohlarten – auch mal für mehr Blähungen sorgen können. Obwohl sie total gut sind für uns. Nicht zu vergessen ist natürlich, dass es auch bei Unverträglichkeiten und Allergien zu starken Problemen im Verdauungstrakt kommen kann. Das ist bei mir beispielsweise bei Gluten der Fall.

 

Darum entsteht ein Blähbauch

Nun: Schauen wir uns doch einmal genauer an, welche Ursachen ein solcher Blähbauch haben kann und wie wir ihn unter Kontrolle bekommen.

Zuerst ist es wichtig zu wissen, dass die Umstellung auf eine vegane Ernährung in den meisten Fällen eben auch das Umsteigen zu einer gesünderen Lebensweise bedeutet. Plötzlich essen wir mehr Gemüse, mehr Früchte, mehr Rohkost und Hülsenfrüchte. Das kann den Darmtrakt ganz schön herausfordern. Er ist es sich nicht gewohnt, plötzlich so viel arbeiten zu müssen. Ich vergleiche das immer gerne mit Sport. Stellt euch vor, ihr habt euer Leben lang keinen Ausdauersport betrieben. Und dann müsst ihr plötzlich 15 Kilometer am Stück laufen. Was passiert? Klar, ihr werdet es kaum durchhalten und wenn doch, nur mit Mühe. Mit der Verdauung ist das nicht gross anders. Auch sie kann trainiert werden. Darauf, mehr Ballaststoffe zu verarbeiten. Auf dem Weg dahin wird es aber wohl oder übel zu vielen Blähungen, Bauchschmerzen und/oder Durchfall kommen.

 

6 Fragen für ein besseres Wohlbefinden

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich, welche Lebensmittel denn besonders blähend wirken. Nun, natürlich gibt es da die üblichen Verdächtigen wie Kichererbsen, Linsen, Kohlgemüse, etc. Viel wichtiger aber: Bei jedem Menschen ist das wieder verschieden. Es gilt also herauszufinden, welche Lebensmittel EUCH am meisten zu schaffen machen. Dazu kann es euch helfen, euch diese Fragen einmal selbst zu stellen und diese zu notieren:

  • Wie geht es dir heute? Bist du im Stress?
  • Wo isst du? Nimmst du dir Zeit, um zu essen?
  • Was isst du und in welcher Reihenfolge?
  • Zu welchen Tageszeiten isst du?
  • Wie geht es dir direkt nach der Mahlzeit? Und wie geht es dir ein paar Stunden danach?
  • Bewegst du dich vor oder nach dem Essen? Oder hast du gearbeitet? Dich entspannt?

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, wie ihr damit eure Probleme lösen sollt. Aber glaubt mir: Das alles einmal zu notieren und sich damit auseinanderzusetzen, kann total helfen. So könnt ihr – sagen wir ihr macht das 7 Tage lang – genau erkennen, was euch guttut und was nicht. Und ihr werdet merken: Es kann auch sein, dass Stress dafür verantwortlich ist, dass ihr das Gefühl habt, gewisse Lebensmittel nicht zu vertragen.

Ich habe für mich so herausgefunden, dass ich beispielsweise abends nicht gut roh essen kann. Mittags hingegen, tun mir Smoothies – vor allem solche mit vielen grünen Gemüsesorten – total gut. Auch schwierig für mich: Abends Früchte oder Trockenfrüchte zu essen. Dazu muss ich aber sagen, dass ich auf meine Datteln zum Nachtisch trotzdem nicht verzichte. Ich mache mir im schlimmsten Fall einfach eine Wärmeflasche! 😉

 

Meine 6 Tipps gegen Darmprobleme und Blähungen! 

Natürlich lasse ich euch aber nicht „nur“ mit diesen Fragen alleine. Ich habe euch einmal meine 6 wichtigsten Punkte zusammengetragen, die mir helfen, Darmprobleme und Bauchschmerzen zu reduzieren:

  1. Esst Rohkost lieber früh am Tag und nicht abends. Das gleiche gilt für Früchte.
  2. Schwer verdauliche Gemüsesorten wie Karotten, Rote Bete und Kohl sind roh super gesund. Damit sie uns aber nicht blähen, hilft es, diese zu einem Smoothie zu verarbeiten oder sie ganz klein zu reiben. Auch wichtig: Einspeicheln und gut kauen!
  3. Langsam essen und bewusst: Eigentlich sollten wir jeden Bissen 30x kauen, habt ihr das gewusst? Und: Selbst Smoothies solltet ihr nicht einfach so herunterschlingen.
  4. Die vegane Ernährung enthält oftmals nicht viele Fette. Aber genau die brauchen wir eben doch, wenn auch in gesunder Form. Scheut euch also nicht davor, auch gute Öle und Nüsse in eure Verdauung zu integrieren. Denn das fördert die Verdaulichkeit.
  5. So gesund roh vegane Kost auch isst: Gerade abends hilft es, Hülsenfrüchte und Kohlarten zu kochen oder sogar zu reduzieren. Auch toll: Ein paar fermentierte Produke in die Ernährung integrieren. Ich mag besonders fermentierten Tofu, Miso oder Kombucha. 
  6. Bewegung vor und nach den Mahlzeiten: Sport ist bekanntlich verdauungsfördernd. Deswegen ist es ratsam, nach grossen Mahlzeiten ein bisschen spazieren zu gehen. Noch besser: Gleich morgens mit Sport starten, am besten auf den leeren Magen. Dann scheiden wir nämlich alles, was vom Vortag noch im Darm liegt, aus. Stress hingehen ist nach dem Essen Gift. Da sind Verdauungsprobleme fast schon vorprogrammiert.

Wenn euch das alles nichts hilft, dann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Es kann durchaus sein, dass ihr an einer Unverträglichkeit leidet. Bei mir war das, wie obig erwähnt, mit glutenhaltigen Lebensmitteln der Fall. Durch einen Bluttest bei dem über 200 Lebensmittel getestet wurden, hat sich das herausgestellt. Seitdem verzichte ich darauf, wenn immer es möglich ist.

Ich hoffe, dass ihr aus diesem Blogpost etwas für euch persönlich mitnehmen könnt. Mir ist es wichtig, dass Themen, die oft noch als Tabuthema gelten, öfters zur Sprache kommen. Denn was gibt es natürlicheres, als unsere Verdauung? Lasst mich auch gerne einmal wissen, wie ihr das seht, was euch hilft und womit ihr Probleme habt. Ich freue mich, von euch in den Kommentaren zu lesen.

Ganz liebe Grüsse und bis bald,
Anina



2 thoughts on “Darmgesundheit: 6 Tipps gegen Blähungen und Bauchschmerzen”

  • Liebe Anina

    Sehr interessanter und spannender Blogbeitrag zu einem sehr heiklen Thema! Ich selbst leide seit meiner Kindheit unter Verdauungsbeschwerden bzw. habe Lebensmittelunverträglichkeiten. Ich ernähre mich seit gut drei Monaten fast ausschliesslich pflanzlich und merke solangsam, dass meine Verdauung besser und mein Darm entspannter wird. Leider bringt Kohl manchmal meine Verdauung ins straucheln, ich möchte aber ungern auf Rosenkohl, Kohlrabi & Co. verzichten. Ich würde gerne noch mehr Artikel von dir zum Thema Darm/Verdauung lesen 🙂

    Wünsche dir einen schönen Sonntag & liebe Grüsse

    Tamy

    • Liebe Tamy. Merci, das freut mich. Und das ist natürlich toll, dass du jetzt schon merkst, dass es sich verändert. Wenn du den Kohl schön kochst und wenn immer möglich nicht roh isst (und halt eher mittags oder morgens im Smoothie) dann ist das sicher schon gut. Und immer gut kauen! 🙂 Ich bin selbst auch (noch) kein Experte auf dem Gebiet aber ich teile super gerne meine Erfahrungen mit euch. Bald wird ein Interview mit einer echten Darmexpertin kommen! Darfst also gspannt sein. Alles Liebe, Anina

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