28 Tage vegan – Die Challenge im Februar!

28 Tage vegan – Die Challenge im Februar!

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Oft werde ich gefragt, wie ich es geschafft habe, gänzlich auf tierische Lebensmittel zu verzichten. Und ich antworte eigentlich immer, dass das ein Prozess war. Ehrlich gesagt, war es sogar ein ziemlich langer Weg und die definitive Entscheidung zog sich über zwei Jahre hin. Es gibt durchaus Menschen, die diesen Entschluss aber über Nacht fällen und dann dabei bleiben. Das bewundere ich sehr. Ich habe das übrigens gerade kürzlich bei einer Freundin miterleben dürfen. Sie hatte einen Traum, der sie so wachgerüttelt hat, dass sie danach bis heute nie wieder auch nur ein Stück Käse angerührt hat.

Was ich damit sagen will: Es gibt nicht den einen Weg, wie man vegan wird. Das muss jeder für sich entscheiden und herausfinden, was am Ende des Tages nachhaltiger ist und langfristig Bestand hat. Die einen werden zuerst Vegetarier und lassen die Milchprodukte nach und nach weg. Wiederum manche leben grösstenteils vegan und machen ab und an Ausnahmen. Andere gehen direkt von null auf hundert. Ich sehe mich da irgendwo dazwischen. Wie viele von euch wissen, war ich fast mein ganzes Leben lang Vegetarierin. Vegan zu leben war wurde für mich mit dem Auszug aus dem Elternhaus ein Thema (dazu gibt es hier aber einen ganzen Blogpost). Doch erst etwa ein Jahr später habe ich den richtigen ersten Versuch gewagt, mich rein pflanzlich zu ernähren. Damals mit einer „30-Tage Vegan Challenge“ zu Beginn des neuen Jahres.

Warum erzähle ich euch das? Nun, der Februar eignet sich als kürzester Monat im Jahr bestens dazu, die Idee dieser Challenge wieder aufzugreifen. Darauf gekommen bin ich, als ich die aktuelle Plakatkampagne von „Tier im Fokus“ gesehen habe. Die Organisation ruft dazu auf, sich 28 Tage rein pflanzlich zu ernähren. Da ich selbst schon einmal eine solche Herausforderung bestritten habe und mich jetzt schon länger vegan ernähre, möchte ich euch gerne dazu einladen, diesen Monat einmal auszuprobieren, wie sich das anfühlt.

 

In den 28 Tagen im Februar verrate ich euch also, wie euch die Umstellung am besten gelingt, was ihr für diese Zeit der Umstellung wissen müsst und wie ihr damit gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt und euch selbst tut. Ausserdem ist diese Zeit auch bestens für alle von euch geeignet, die ganz nebenbei ein paar überschüssige Pfunde verlieren möchten.

 

Im kommenden Monat erwarten euch hier auf meinen Blog folgende Themen:

  • Vegane Dips und Saucen
  • Milchersatzprodukte: Was gibt es plus Rezepte
  • Die besten Fleischalternativen und die Proteinfrage
  • B12 – warum ist supplementieren wichtig?
  • 20 Gründe, vegan zu leben
  • Auswärts vegan essen
  • Wie erzähle ich es meinem Umfeld, ohne mich auszugrenzen?

 

Wenn ihr noch mehr Vorschläge habt oder Fragen, die ihr gerne beantwortet hätten, dann lasst mich das unbedingt wissen. Die obigen Vorschläge sind noch nicht in Stein gemeisselt und ich bin da total offen und auch ein wenig auf eure Unterstützung angewiesen!

 

 

Die nackten Zahlen und Fakten

 

Beginnen wir für heute aber vorerst einmal noch mit ein paar nackten Zahlen. Laut Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, essen die Schweizer im Jahr pro Kopf 50,98 Kilogramm Fleisch. Hinzu kommen 176,6 Eier, 114,7 Kilogramm Milch und Milchprodukte. Im Monat Februar würden in der Schweiz also insgesamt etwa 35’000 Tonnen Fleisch, rund 80’000 Tonnen Milch und Milchprodukte sowie knapp 124 Millionen Eier nicht gegessen werden, wenn alle hierzulande für 28 Tage vegan leben würden. Natürlich ist es unrealistisch, dass die ganze Schweiz auf alle auf tierische Produkte verzichtet. Und sinnvoll wäre das auch nicht: Die Bauern würden auf ihren Produkten sitzen bleiben und die Verteiler müssten diese im März zu Dumpingpreisen wieder loswerden. Somit würde wahrscheinlich mehr Fleisch gegessen werden als zuvor. Aber das ist auch gar nicht der Sinn hinter dieser Challenge: Viel mehr geht es darum, durch diese 28 Tage zu erfahren, wie vielfältig die pflanzenbasierte Ernährung doch ist und wie sich das positiv auf unseren Körper auswirken kann.

 

Das Problem mit den Labels

 

Ich weiss, viele Menschen halten nichts von solchen Labels. Ob jetzt Vegetarier, Flexitarier, Veganer, Paleo. Diese Haltung kann ich gut verstehen. Schliesslich soll der nachhaltige Konsum im Vordergrund stehen. Ins Gewicht fällt, was wir täglich zuhause zu uns nehmen, was wir einkaufen, wo wir das tun und wie oft. Dennoch glaube ich fest daran, dass wenn wir uns einmal wirklich rein pflanzlich ernähren, wir uns besser darauf konzentrieren können, was überhaupt alles möglich ist.

Denn ganz oft essen wir unbewusst sowieso oft vegan. Viele Menschen Veganismus leider noch immer mit Verzicht. Das ist hier aber tatsächlich das falsche Wort. Ich kann heute klar sagen, dass ich so vielseitig noch nie zuvor gegessen habe. Ich experimentiere viel mehr mit frischen Lebensmitteln. Ich koche noch mehr als früher, noch frischer. Und so fühle ich mich auch. Noch nie habe ich mich in meinem Körper so wohl gefühlt, wie ich es tue, seitdem ich vegan lebe.

 

Überschüssige Pfunde loswerden

 

Natürlich kann man auch vegan ziemlich ungesund essen. Da ich selbst aber eine sehr ausgewogene Ernährung habe – sprich nur vollwertige Lebensmittel esse – kann ich grössere Portionen verputzen, als ich das zuvor gekonnt hätte. Das ist ja auch kein Wunder. Wer viel Gemüse und Früchte mit komplexen Kohlenhydraten, pflanzlichen Eiweissen und gesunden Fetten kombiniert, kann nicht viel falsch machen. Die Challenge eignet sich damit auch wunderbar für all jene, die gerne ein paar überschüssige Pfunde loswerden möchten.

 

Der Umwelt zuliebe

 

Ein weiterer und nicht weniger wichtiger Aspekt ist für mich der Umweltgedanke. Ich bin nicht nur vegan geworden aufgrund des Tierleids oder der Gesundheit. Wer pflanzenbasiert isst, schadet unserem Planeten weniger. Fleisch ist schlichtweg ein Umweltkiller. Die Tierwirtschaft, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist in hohem Masse für den Klimawandel verantwortlich. Je nach Studie werden ihr bis zu 51 Prozent der gesamten vom Menschen verursachten Treibhausgase zugeschrieben. Und wer jetzt denkt, Soja sei nicht besser: Zu 95% wird Soja als Futtermittel für Nutztiere verwendet verwendet. Nur ca. 2,5% werden tatsächlich als Lebensmittel genutzt.

 

Käse, Milch, Eier und Fleisch: Das sind die Alternativen

 

Wer jetzt Angst hat, nicht ohne Käse, Milch und Fleisch auszukommen, dem sei gesagt: Mittlerweile gibt es für fast alles das passende Alternativprodukt. In jedem Supermarkt findet ihr eine immer grösser werdende Auswahl an pflanzlichen Brotaufstrichen, vegetarischen Plätzchen, veganer Wurst und vieles mehr.  Diese Produkte schmecken oft so authentisch, dass auch Fleischesser keinen Unterschied bemerken und sind erst noch viel gesünder für uns.

Sicher ist es möglich, diese Challenge alleine anzutreten. Einfacher ist es aber, wenn man sich austauschen kann. Auf meinem Blog aniahimsa.com und auf Instagram @aniahimsa werde ich deshalb während aller Tage im Februar immer wieder kleine Hilfeleistungen geben und euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wenn ihr euch also dafür entscheidet, dabei zu sein, dann werdet ihr garantiert nicht alleine dastehen.

Übrigens gibt es ab sofort einen Hashtag, der uns während diesem Monat begleiten wird:

 

#letsgovegantogether

 

Also: Wenn auch immer ihr etwas postet, sei es in eurer Story oder auf eurem Kanal, dann könnt ihr mich auf Instagram damit verlinken. So kann ich eure Bilder und Videos finden und sie auch bei mir auf dem Kanal teilen.

So: Nun gibt es eigentlich gar keine Ausreden mehr. Ich bin gespannt, wer sich an das Experiment heranwagt und freue mich, wenn wir uns bald irgendwo sehen, hören oder lesen.

Alles Liebe,
Anina



4 thoughts on “28 Tage vegan – Die Challenge im Februar!”

  • Hallo Anina,

    finde ich eine tolle Idee und bin gespannt…wir haben ein 1/2 Jahr vegan gegessen und sind leider ein biesschen vom Weg abgekommen.
    Diese Challenge ist ein guter Grund um wieder einzusteigen.

    Wir haben uns auf das Produkt Quinoa spezialisiert…
    Quinoa hat ja einen hohen Nährwert und ist ein guter Energieträger.

    Wenn Du mal in der Nähe vom Lunch-Market Altstetten bist… der eine oder andere Standbetreiber bietet vegane Menüs an.😋

    Wünsche einen frohen Abend.

    Es grüsst Dich
    Claudia

    • Liebe Claudia. Schön, von dir zu lesen. Und hey: Das ist doch echt die perfekte Möglichkeit, um wieder einzusteigen. Ich freue mich sehr, wenn du dabei bist. Ich hab mir gerade die Idee vom Lunch Market angesehen, tolles Konzept. Das ist bei mir in der Nähe! Merci für den Tipp! Liebe Grüsse, Anina

  • Hey ich lese erst seit kurzem bei dir mit und bin total begeistert von deiner Idee! Ich esse seit August vegan (endlich, ich wollte das eigentlich schein seit Jahren, aber konnte mir nie vorstellen für immer auf Käse und Milch zu verzichten), aber manchmal fällt es mir echt schwer wenn ich bei meiner Familie bin und sie allerhand Köstlichkeiten auftischen oder mir schenken. Irgendwie bring ich es dann doch nicht fertig, den Kuchen meiner Oma zu verweigern oder die Lindt Pralinen zurückzugeben. Und ja ich vermisse Käse ziemlich oft. Meine Vegane Ernährung hat also noch ihre schwachen Momente, daher freue ich mich total über die Challenge!

    Liebe Grüße
    Gina

    • Liebe Gina. Sei nicht so streng mit dir selbst! 🙂 Bei mir hat das auch eine ganze Weile gedauert, bis ich für alles die passende Alternative gefunden hatte. Inzwischen vermisse ich das aber alles gar nicht mehr. Hast du denn einen Wunsch, was die Challenge anbelangt? Was würde dir helfen, worüber würdest gerne mehr erfahren? Gibt es Rezepte, die dir fehlen, etc.? Lass es mich wissen. Liebe Grüsse und danke für deine lieben Worte hier. Bis bald, Anina

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