Sulawesi – Himmel auf Erden

Sulawesi – Himmel auf Erden

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Wer Indonesien hört, denkt wohl als erstes an Bali. Dass das Land aber noch 27.000 andere Inseln zu entdecken hat, gerät dabei oft in Vergessenheit. Schade eigentlich! Deshalb möchte ich euch in diesem Blogpost eine ganz besondere Perle vorstellen, in die ich mich während drei Wochen Reise unglaublich verliebt habe: Sulawesi (hier geht es direkt zum 5-minütigen Mood-Film).

Da sassen wir also Ende August dieses Jahres mit vollgepacktem Rucksack im Flieger nach Jakarta. Ziel: Makassar, die zweitgrösste Stadt der Insel Sulawesi. Viel wussten wir sowohl von Makassar, als auch von anderen Destinationen auf der Route nicht. Zumindest deutlich weniger als auf allen anderen Asienreisen zuvor. Denn über die Insel finden sich (noch) nicht viele Informationen. Da gibt es ein Buch von Indojunkie, ein paar hilfreiche und weniger nützliche Blogposts und vereinzelte Reviews auf Seiten wie Tripadvisor, etc. Alles was wir bis dato aber gesehen hatten, klang vielversprechend und war für uns Grund genug, die Reise anzutreten. Die Seele baumeln lassen an einsamen weissen Sandstränden, Schnorcheln mit Riesenschildkröten, Rollerfahren durch sattgrüne Reisterrassen und das Erkunden von Tropenwälder und Naturparks: Wer würde da noch zögern?

Makassar

Eine asiatische Grossstadt wird wohl selten mit „schön“ umschrieben. So trifft das auch auf Makassar nicht zu. Dreckig, laut und umtriebig ist wohl der bessere Beschrieb. Dennoch: Ein kurzer Zwischenstopp lohnt sich auch hier. Wir konnten uns damit wieder an das asiatische Grossstadtleben, die Menschen und die Kultur gewöhnen. Denn auch wenn man nicht das erste Mal in Indonesien ist, erschlagen einen die Sinneseindrücke als Europäer zu Beginn erst einmal. Müde sind wir abends jeweils ins Bett gefallen, wohlwissend, dass wir sowohl gar nicht unternommen hatten. Doch ein Besuch des Hafen, einen Abstecher zum Fischmarkt und die Suche nach vegetarisch/veganen Menues fürs Abendessen waren doch irgendwie kräftezehrender als man das glauben würde.

Nach zwei Nächten in Makassar ging es für uns per Bus weiter ins Hochland, genauer nach Rantepao. 12 Stunden auf engstem Raum würden uns bevorstehen, soviel war uns klar. Dass daraus aber satte 15 Stunden werden würden, damit hat niemand gerechnet. Und als wären die mit Schlaglöchern gespickten Passstrassen noch nicht genug, war auch noch mein Sitz kaputt, sodass ich bei jedem kurzem Einnicken wieder unsaft geweckt wurde, weil aus dem Nichts die Lehne nach hinten fiel. Nun ja, irgendwie und irgendwann waren wir da. Am Ziel, in Rantepao. Wie es da aussah? Keine Ahnung, es war schon längst dunkel. Doch was uns am nächsten Tag erwartete, das erzähle ich euch gleich…

Rantepao

Die Stadt Rantepao zählt etwas über 40.000 Einwohner und ist das Handels-, Kultur- und Dienstleistungszentrum des Hochlandes Tana Toraja. Bekannt ist die Region vor allem für ihren recht eigenwilligen Totenkult und den damit zusammenhängenden Beerdigungen. Für mich als Veganerin und als für Chris, der inzwischen auch kein Fleisch mehr isst, war aber klar, dass wir keine solche Zeremonie besuchen würden. Kurz zur Erklärung: Für jeden gestorbenen Menschen werden in Rantepao Büffel hingerichtet. Je vermögender die Person, desto mehr Tiere fallen dem Toten zum Opfer. Das Leben im Diesseits wird nur als ein Übergang zum eigentlichen Leben im Jenseits betrachtet. Nach der Grösse einer Beerdigung richtet sich der Status im Dorf und der Erbteil der diese ausrichtenden Familienmitglieder.

Mittlerweile haben die Einheimischen erkannt, dass sie mit diesen Zeremonien gutes Geld machen können. Denn viele Touristen sind schaulustig und besuchen gerne eine solche Massenschlachtung. Auch wir haben in unserem Umfeld davon gehört, immer wieder haben uns anderen Europäer erzählt, „was für ein Erlebnis“ das gewesen sei. Nun, mir hat es wirklich schon gereicht, dass wir einmal prompt an eine bevorstehende Schlachtung eines Schweines herangefahren sind. Schon von Weitem haben wir das Tier quieken gehört (ich dachte zuerst das sei ein schreiendes Kind). Dann plötzlich wurde von mehreren Männern die Sau aus dem Gebüsch gezogen, einer von ihnen hielt bereits mahnend die Axt über seinen gefesselten Leib. Mich schüttelt es in diesem Moment noch, wenn ich das schreibe und ich könnte direkt wieder zu weinen beginnen.

Nun aber zu den schönen Seiten von Rantepao und des Hochlands in Sulawesi. Denn wir haben den beschwerlichen Weg nicht ohne Grund auf uns genommen. Endlose Reisterrassen sowie dicht bewachsene Wälder warteten nur darauf, von uns auf dem Roller entdeckt zu werden. Und tatsächlich: Wir haben sie gefunden. Hier ein paar Impressionen dazu…

Nach drei Nächten in Rantepao und etlichen Stunden auf dem Roller freuten wir (und wohl auch unser Hinterteil) uns auf das Meer und ein paar Tage Ruhe. Da der Weg bis nach Ampana aber nochmals einen ganzen Tag dauern würde, entschieden wir uns dafür, einen Zwischenhalt in Tentena einzulegen. Und der hat sich mehr als gelohnt…

Tentena 

Tentena ist nicht besonders bekannt. Das mag vor allem daran liegen, dass Touristen hier höchtens eine Nacht verbringen, bevor sie sich auf den weiteren Weg zu den wunderschönen und durchaus bekannteren Togian Islands machen. Uns ging es nicht anders, dennoch möchte ich euch folgende Impressionen nicht vorenthalten. Vor allem unser Mittagessen am Fusse des Wasserfalls (für nicht einmal einen Euro) war unschlagbar!

Von Tentena ging es dann weiter nach Ampana… Wir entschieden uns dazu, diese weiteren 5 Stunden mit einem privaten Fahrer zu betreiben, zumal wir ein weiteren Paar finden konnten, das auch in diese Richtung musste. Von Tentena gibt es an dieser Stelle nur leider keine Bilder. Denn wie das manchmal in Asien so ist, der Magen verträgt nicht alles so gut…

Togian Islands

Wenn sich irgend eine beschwerliche Reise lohnt, dann jene zu den Togian Islands. Im Paradies gestrandet, anders kann man es gar nicht sagen. Das Insel Archipel im nördlicheren Teil von Sulawesi ist der ideale Ort um zu Entschleunigen. Wir hatten dafür fünf Tage Zeit. Da es auf den Inseln weder Internet noch den ganzen Tag Strom und Wasser gibt hat man wieder einmal richtig viel Zeit zu lesen, die Seele baumeln zu lassen und sich über Gott und die Welt auszutauschen. Hier ein paar Eindrücke…

Da wir – Chris und ich – beide nicht dafür gemacht sind, 24/7 auf der faulen Haut zu liegen, haben wir natürlich immer wieder Ausflüge unternommen. Zudem sind wir nach den ersten beiden Nächten auf der Insel Kadidi auf die Insel Malenge geschippert (wo es uns nochmals ein bisschen besser gefallen hat). Von da aus konnte man nämlich auch das berühmte Fischerdorf (Bajo Village) mit dem wunderschönen langen Steg besuchen. Aber seht selbst…

Nach fünf Tagen auf den Togian Islands ging es für uns früh am Morgen noch in Dunkelheit los nach Dolong. Mit dem kleinen Fischerboot – das mit ohrenbetäubenden Motoren ausgestattet war – dauerte das knappe zwei Stunden. Von da aus brachte uns die Fähre nach Bumbulan, unserem nächsten Ausgangsort. Rund sieben Stunden brauchte das schwere Schiff von A nach B. Obschon es wohl erst zwöf Jahre in Betrieb war, schien es so, als würden wir uns auf dem ältesten Frachter überhaupt befinden. Das Gute: Immerhin hatte man an Deck einigermassen frische Luft. Der Nachteil: Alles war extrem verschmutzt, die Fernseher liefen permanent und wir durften den Einheimischen hilflos zusehen, wie sie ihren Abfall im Meer entsorgten. Die Mülleimer, die zu Dutzenden herumstanden, wurden ignoriert.

Pulo Cinta

Für die kommenden zwei Nächte folgten wir einer Einladung. Die kleine angelegte Insel Pulo Cinta liegt nur 20 Minuten vom Festland entfernt. Das Eco-Resort ist gerade einmal zwei Jahre alt und bot uns den Luxus, den wir die ganze Reise über nicht hatten. Hier ein paar Eindrücke…

Nach zwei Nächten im Luxustempel freuten wir uns aber auch wieder auf eine weitere typisch asiatische Grossstadt. Per Inlandflug erreichten wir Manado. Hier waren wir für eine Nacht, bevor es wieder auf die nächste Insel ging…

Bunaken Islands

Während unserer Zeit auf den Togian Islands hörten wir von vielen Touristen, dass das Schnorcheln auf den Bunaken nochmals ganz eine andere Liga sei. Wir konnten es also kaum erwarten, dort ins Wasser einzutauchen. Tatsächlich wurden wir belohnt, indem wir unzählige Riesenschildkröten bewundern durften. Nur die Delfine, die wollten sich nicht blicken lassen.

Bist du nun neugierig geworden und willst noch mehr von Sulawesi sehen? Dann hab ich hier etwas für dich. Während unserer ganzen Reise haben wir fleissig gefilmt und das Ganze in einem 5-minütigen Mood-Film mit wunderschönen Drohnen- und Naturaufnahmen für dich festgehalten. Viel Spass und ich würde mich über das Abonnieren meines Kanals freuen!

Alles Liebe und bis bald,
Anina



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