Glutenintoleranz: Nie mehr Pizza und Pasta?

Glutenintoleranz: Nie mehr Pizza und Pasta?

Das Angebot an glutenfreien Lebensmitteln in den Supermärkten wächst und wächst. Und mit ihm der Trend, sich gegen Produkte mit Weizen oder Ähnlichem auszusprechen. Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf glutenhaltige Produkte. Sie sind überzeugt davon, dass sie dadurch gesünder leben. Andere behaupten sogar, plötzlich allergisch darauf reagiert zu haben. Beides habe ich lange belächelt. Um ehrlich zu sein, bis vor knapp zwei Wochen.

Klar wusste auch ich, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Gluten wirklich nicht vertragen. Für Menschen mit der Darmerkrankung Zöliakie ist es ein Segen, dass es immer mehr gekennzeichnete Produkte gibt. Aufgrund ihrer Unverträglichkeit des enthaltenen Klebeeiweisses im Getreide bekommen sie Bauchschmerzen, Durchfall, fühlen sich schlapp und müde. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Nährstoffmangel kommen. Doch steckt auch ein Funken Wahrheit hinter der Verteufelung von Gluten? Wie ungesund ist das Klebeeiweiss für uns tatsächlich? Und wie viele Menschen vertragen eigentlich wirklich nur eine glutenfreie Ernährung?

Die Statistik beweist: Tatsächlich ist nur einer von hundert Menschen von Zöliakie betroffen. Eine Unverträglichkeit haben wohl aber weitaus mehr Menschen. Dass ich einer davon sein könnte, hätte ich mir nicht im Traum ausgemalt. Doch nun habe ich es schwarz auf weiss: Ich vertrage keine glutenhaltigen Lebensmittel.

Auf über 200 Lebensmittel getestet

Woher ich das weiss? Nun, ich wurde anhand des Pinnertests auf ingesamt über 200 Lebensmittel getestet (mit dem Code ANIAHIMSA bekommt ihr 60 Dollar Rabatt auf den Test + weltweit kostenlosen Versand)*. Der Vorgang ist ganz einfach. Man bekommt ein Set, welches eine kleine Nadel enthält und sticht sich damit selbst in den Zeigefinger. Auf eine Papierprobe wird ein wenig Blut abgegeben und eingeschickt. Nach wenigen Tagen kommen die Resultate per Mail.

Aufgeführt werden alle getesteten Nahrungsmittel. Sie werden unterteilt in Kategorien. Alle Lebensmittel, die gut verträglich sind, werden grün hinterlegt. Solche, die eine Unverträglichkeit aufweisen, werden in die Stufen 1, 2 und 3 unterteilt wobei Letzteres den höchsten Intoleranzfaktor aufweist. Gluten, ihr habt es vermutet, ist bei mir auf diesem Level. Red column = avoid, steht auch in der Erklärung der Testresultate. Doch was heisst das jetzt für mich? Muss ich ein Leben lang auf Gluten verzichten?

„The red column indicates you have an intolerance to these particular foods and it is suggested that you should try to eliminate them completely from your diet.“

Sprich: Ich sollte Gluten wenn immer möglich vermeiden und von meinem Speiseplan streichen.

Plötzlich macht alles Sinn

Soweit ich mich erinnern kann hatte ich immer mit Bauchschmerzen zu kämpfen. Nicht täglich, aber in sehr regelmässigen Abständen. Schon als Jugendliche hatte ich oft Beschwerden, vor allem im unteren Bauch. Als ich mich vor ein paar Jahren vermehrt mit gesunder  Ernährung und dem Darm auseinanderzusetzen begann, war mir schnell klar, dass meine Bauchschmerzen vom Essen ausgelöst werden könnten. Nur: Dass glutenhaltige Lebensmittel die Ursache sind, darauf bin ich nicht gekommen. Immer wieder einmal habe ich versucht, auf gewisse Inhaltsstoffe zu verzichten. Lange dachte ich, ich würde keine Rohkost vertragen.

Nachdem ich das Resultat des Pinnertests bekam, war ich natürlich erst einmal schockiert. Vegan zu leben und keine Gluten essen zu können, das ist eine Herausforderung. Im Kopf überschlug ich, wo sich überall Gluten verbirgt. Mein Granola (ich benutzte immer normale Haferflocken, die enthalten Gluten), meine Dinkelflakes, das Vollkornbrot, die Urdinkel-Pasta… Anstatt sich aber lange den Kopf darüber zu verbrechen, was man alles nicht mehr essen sollte, fokussierte ich mich alsbald darauf, geeignete Alternativen zu finden. Aus der Schwierigkeit wurde eine Challenge, neue Rezepte auszuprobieren. Und ich muss sagen: So schwierig ist das Ganze gar nicht. Klar, man muss sich ein bisschen informieren und viel experimentieren in der Küche (was ich eh liebe). Aber das ist es mir wert, wenn ich dafür keine Bauchschmerzen mehr habe.

Schluss mit Luft im Bauch

Das Völlegefühl und die Luft im Bauch, die ich jeweils hatte nach der Konsumation von glutenhaltigen Lebensmitteln sind fast gänzlich verschwunden. Ich fühle mich viel besser und bin froh, endlich Gewissheit zu haben. Ebenfalls habe ich weniger Migräne, fühle mich nicht mehr so schlapp nach dem Essen und meine Verdauung funktioniert „normaler“. Zur Erklärung: Bei mir wirkten sich Mahlzeiten mit glutenhaltigen Lebensmitteln sehr verdauungsfördernd aus.

Wenn auch ihr das Gefühl habt, dass ihr intolerant, dann macht doch einfach einen Selbsttest und lasst Lebensmittel mit Gluten mal für ein paar Wochen weg. Oder bestellt euch ebenfalls den Pinnertest und lässt euch auf alles mögliche testen.  Unten stehend habe ich für euch noch ein paar der Anzeichen aufgelistet, welche auf eine Glutenunverträglichkeit hinweisen. Natürlich ersetzt das keinen Arztbesuch. Generell empfehle ich, einen Experten (z.B. einen Ernährungsberater) aufzusuchen, der sich besser mit der Thematik auskennt.

  • Verdauungsprobleme: Blähungen, Durchfall
  • Juckreiz an Armen und Beinen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • extreme Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • depressive Stimmungsschwankungen

Vegan und glutenfrei – geht das?

Da sich viele von euch bewusst oder gezwungenermassen glutenfrei ernähren, plane ich eine ganze Reihe von Rezepten, die ohne Weizen oder Ähnliches auskommen. Lasst mir doch gerne eure Wünsche da. Bereits erfolgreich gekocht, getestet und gegessen wurden zum Beispiel meine Linsenpasta an veganer Bolognese. Schaut da doch gerne mal vorbei.

Ausserdem habe ich darüber nachgedacht, einen Blogpost über Mehlalternativen zu verfassen. Denn inzwischen habe ich mich da natürlich relativ gut eingelesen und auch schon einiges an Rezepten getestet. Würde euch sowas interessieren? Ich freue mich auf euer Feedback.

Alles Liebe,
Anina

* bezahlter Beitrag, alle Meinungen sind meine eigenen


5 thoughts on “Glutenintoleranz: Nie mehr Pizza und Pasta?”

  • Ich wollte das schon längst mal ausprobieren, eine Zeit lang auf Gluten zu verzichten, da ich auch immer mal etwas Bauchweh und Durchfall habe ohne Grund. Eigentlich weiß ich als Ernährungswissenschaftlerin, worauf ich achten muss. Gestehe aber, dass ich alles mit Gluten einfach zu sehr liebe!! Warum denn verzichten?! Vielleicht nehme ich deinen Text zum Anlass, das dich mal zu versuchen 😊

    Rezepte ohne Gluten sind schon eine Herausforderung, toll, dass du dir das zutraust Süße 💕
    Und ps: Haferflocjen gibt es inzwischen ohne Probleme überall gluten-frei! Ließ dir mal durch, warum Haferflocken nicht gluten-free sind… denn eigentlich sind sie ja gluten-free! Doch da die Herstwller verschiedene Gwtreidesoeten anbauen, ernten und Lagern, entsteht eine „Verunreinigung“ d.h. der Mähdrescher der vorher Weiten geerntet hat, hat im Gerät noch Reste davon. Wenn danach dann Hafer geerntet wird, ist der Hafer dann verunreinigt. D.h. Menschen die wirklich keinen Hluten vertragen, dürfen den auch nicht essen. Nur, wo das explizit drauf steht. (Zb bauckhof) Lies mal hier, das könnte dich interessieren 😘

    https://www.urgeschmack.de/hafer-gluten/

    • Liebe Antonia. Vielen lieben Dank für deine lange Nachricht. Hast du mal testen lassen, ob du eine Unverträglichkeit hast oder nimmst du es einfach an, dass es daran liegen könnte? Ich verstehe das total, aber man gewöhnt sich irgendwie echt gut dran. Einzig ein gutes Stück Vollkornbrot fehlt, das lässt sich nicht ersetzen. Ansonsten vermisse ich nichts… Ja, das mit dem Hafer stimmt! Ich vertrage aber auch die glutenfreien Flocken nicht gut, keine Ahnung warum. Ab und an gönne ich mir doch ein wenig Granola, es schmeckt echt super lecker! 🙂 Ich denke, mann muss da iwie die richtige Balance finden, was? Ganz liebe Grüsse an dich!

  • Ich probiere auch seit einiger Zeit auf Gluten zu verzichten. Die Ergebnisse sehe ich sofort an meiner Haut,viiiiel reiner. Und mit der Luft im Bauch wirds auch besser. Ich finde es nicht sooo schwierig vegan und glutenfrei zu leben,da wir eh meist uns nur pflanzlich ernähren. Dachte auch immer voll die Modeerscheinung,aber nein es ist was dran. Liebe Grüße Liebes 🙂

  • Liebe Anina,
    Ich habe zwar keinen ärztlichen test gemacht, allerdings merke ich es am Körpergefühl, das glutenhaltige Lebensmittel mir nicht gut tun – Trägheit und Migräneattacken lassen grüssen.
    Deinen Post finde ich daher genial – eine Übersicht zu Alternativen zu regulärer Pasta etc wäre genial 😀 Besonders in der Schweiz ist ja das Angebot an glutenfrei und veganen Lebensmittel noch relativ rar…
    Liebste Grüsse
    Janine von https://www.vivarubia.com/

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